„Grundschule braucht eine eigene Halle“

Eltern unterstreichen ihre Forderungen nach Räumen an die Gemeinde

Mellendorf (awi). „2009 wurde der Hort an der Grundschule Mellendorf neu gebaut, zwei Jahre später war er bereits zu klein. Letztes Jahr mussten wir unseren Computerraum abgeben, dieses Jahr jetzt den Werkraum. Warum plant man einen neuen Hort nicht gleich so, dass die Kapazitäten ausreichen?“ Diese Frage stellt die Elternratsvorsitzende der Mellendorfer Grundschule, Jessica Borgas. Die Eltern sind an sie herangetreten, machen Druck, wollen Antworten von der Gemeinde, denn die Raumsituation an der Mellendorfer Grundschule wird in ihren Augen immer unbefriedigender. Musik muss ohnehin auf der Bühne in der Aula unterrichtet werden. „Aber wir haben auch keine Räume für Gruppenarbeiten, Förderunterricht oder für die Aufgaben, die jetzt im Rahmen der Inklusion auf uns zukommen. Zum Beispiel brauchen autistische Kinder Rückzugsräume“, erklärt Schulleiter Thomas Wenzel. Dazu kommt die nach wie vor aus Sicht von Eltern und Schule nicht befriedigend geklärte Turnhallensituation. „Wir wollen und brauchen eine eigene Halle für die Grundschule“, betont Elternratsvorsitzende Jessica Borgas. Im Haushalt 2012 seien 10.000 Euro Planungs-
kosten für eine Grundschulturnhalle eingestellt gewesen. Eine Nachfrage vom Sportringvorsitzenden Joachim Brandt im Fachausschuss, wann denn mit dieser Planung begonnen werde, habe allerdings ergeben, dass eine solche Halle momentan gar nicht mehr vorgesehen sei. „Fachbereichsleiter Clausing hat im Ausschuss erklärt, der Bürgermeister sehe keinen Bedarf für eine zusätzliche Halle“, so Borgas im Pressegespräch. Clausing bestätigte das auf Nachfrage der Presse und konnte auch den Unmut der Eltern zur Raumfrage insgesamt nicht nachvollziehen. Der Sportunterricht der Dritt- und Viertklässler sei in der Realschulturnhalle, der der Erst- und Zweitklässler im Gymnastikraum der Realschulturnhalle sichergestellt. Dieser ist nach Auskunft von Borgas für einen vernünftigen Sportunterricht allerdings zu klein. Borgas verwies in diesem Zusammenhang auch auf einen Hinweis der Landesschulbehörde auf die Kerncurricula. Für den Werkunterricht stehen den Grundschülern die nagelneuen Räume im Schulzentrum zur Verfügung, die allerdings laut Borgas nicht für Erst- und Zweitklässler geeignet sind. Und für den Computerraum habe die Grundschule als Ausgleich einen Laptopwagen erhalten, so Clausing. Alle Maßnahmen seien mit Schulleiter Thomas Wenzel abgestimmt worden. Die Eltern haben einen Brief mit ihren Wünschen an die Verwaltung geschrieben und auch eine Antwort im oben beschriebenen Sinne bekommen, die sie aber nicht zufrieden gestellt hätte, so Borgas. Eltern und Schulleitung hoffen jetzt auf weitere fruchtbare Gespräche zur Raum- und Turnhallenfrage.