Harsche Kritik an Bauarbeiten in Resse

Ein wesentlicher Kritikpunkt der Anlieger beim Ortstermin am Dienstag: Die Wege zu den Reihenhäusern sind nach der Verlegung der Hausanschlüsse nur notdürftig geschottert worden. Vor allem ältere Menschen mit Rollator oder gar Rollstuhl kommen kaum vorwärts. Foto: A. Wiese

Mehr als 40 Anlieger nutzen Ortstermin mit Wasserverband und Baufirma

Resse (awi). Im Ortsrat gibt es seit Monaten kaum noch ein anderes Thema als die Bauarbeiten im Auftrag des Wasserverbandes Garbsen-Neustadt rund um die Königsberger Straße in Resse. Seit mittlerweile fast zwei Jahren werden neue Hausanschlüsse verlegt, neue Schieber gesetzt, Zuleitungen erneuert. Eigentlich sollten die Arbeiten im Herbst letzten Jahres abgeschlossen sein. Doch davon kann keine Rede sein. Bei einem Ortstermin mit mehr als 40 Anliegern am Dienstag nannte Torsten Matussek vom Waasserverband August 2018 als neuen Fertigstellungstermin. Die Anlieger machten aus ihrem Zweifel daran, dass der Verband und die von ihm beauftragte Firma RTH diesen Termin halten kann, keinen Hehl.
Doch die Kritik der Anlieger an der Baufirma und ihrem Auftraggeber geht weit über die Verzögerung der Arbeiten hinaus. Es sei eine Zumutung, dass die Straßen und Zuwegungen zu den Reihenhäusern überall gleichzeitig aufgerissen würden und dann nichts weitergehe, bemängelten die Anliegen fehlende Koordination und fragten konkret nach Personalmangel bei der Baufirma. Davon hätten ihnen die Arbeiter vor Ort berichtet, weil auch zurzeit nur eine Kolonne im Einsatz sei und es nicht vorangehe. Die Wiederherrichtung der aufgerissenen Straßen und Wege sei mangelhaft und das Baumaterial, das in der Verlängerung der Leipziger Straße und Am Felde gelagert werde, nicht abgesichert, so dass dort eine Gefahr für spielende Kinder, die auf den Materialien herumkletterten, nicht ausgeschlossen werden könne. Insbesondere zielte die Kritik der Anlieger bei dem von Ortsratsmitglied Kai Tschentscher von der WWR initiierten Ortstermin aber auch die quasi nicht vorhandene Kommunikation von Bauherr und ausführender Firma mit den betroffenen Anliegern ab. Diesen Stab gaben Torsten Matussek vom Wasserverband, sein Kollege Jens Watzlawek und Christian Hübner von der Baufirma RTH allerdingsan die Gemeinde Wedemark weiter, die der Einladung zu dem Termin nicht gefolgt war. Mit der Gemeinde habe es regelmäßige Begehungen gegeben. Sie sei zu jedem Zeitpunkt über den Stand der Arbeiten und die sich abzeichnende Verzögerung durch unvermutete Umstände informiert gewesen. Er sei fest davon ausgegangen, dass die Gemeinde sich zumindest mit dem Ortsrat ins Benehmen setzen werde, sagte Matussek. Dass es früher Rundschreiben vom Wasserverband für die betroffenen Anlieger direkt hätte geben können, räumte er ein, versprach aber, dass es in den nächsten Wochen zügig vorangehen werde. Die Schwierigkeiten bei den engen Zuwegungen zu den Reihenhäusern seien unterschätzt worden, gab Matussek unumwunden zu, der sich auch durch die eine oder andere Provokation nicht aus der Ruhe bringen ließ und freundlich zur sachlichen Auseinandersetzung anhielt. Es sei nicht gelungen, parallel mit der EON, die bei dem Termin am Dienstag ebenfalls nicht anwesend war und Leerrohre für Lichtwellenkabel verlegt, an den jeweiligen Häusern zu arbeiten und so eine Doppelbelastung der Anlieger zu vermeiden. Die Kritik der Resser bezüglich der Wiederherstellung der Wege könne er teilweise nachvollziehen, so Matussek. Ab 9. Juli solle mit der Wiederherstellung der bituminösen Oberflächen begonnen werden, allerdings nur dort, wo der Wasserverband die Decken auch aufgerissen hat. Die Anlieger führen aber an, dass die Straßen durch die schweren Baufahrzeuge auch an anderen Stellen erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden sind.
Ortsratsmitglied Kai Tschentscher hat nach dem Ortstermin in einem Schreiben an den Sachbearbeiter bei der Gemeinde die gravierends-ten Beschädigungen aufgelistet und bedauert, dass dieser die Gelegenheit zum Austausch mit Ortsrat und Anliegern nicht wahrgenommen habe. „Bei der Begehung mit dem Versorger und der RTH wäre dieses von Vorteil gewesen“, so Tschentscher. Ein großes Schlagloch befinde sich an der Ecke Königsberger/Dresdener Straße, aus seiner Sicht ein Ergenbis der Öffnung der Straße für die Kabelverlegung. Die Baufirma sehe das allerdings anders und wolle das Loch nicht wieder verschließen. Wenn dem so sei, müsse die Gemeinde sich darum kümmern, so Tschentscher in seinem Schreiben. Das Schlagloch gefährde die Verkehrssicherheit.
An der Ecke Weimarer Straße/Dresdner Straße werde vom Versorger und der RTH nur die Decke der Kabelöffnung saniert. Jedoch sei die gsamte Decke in der Dresdner Straße in einem desolaten Zustand. Tschentscher bat ausdrücklich darum, bei der Entabnahme der Straßen und Wege den Ortsrat mit einzubinden und einen öffentlichen Termin nach Fertigstellung der Wiederherstellung anzuberaumen.