Hat die Hauptschule noch eine Chance?

Der Bildungsausschuss hat sich unter anderem mit der geplanten Schließung der Konrad-Adenauer-Schule beschäftigt. Foto: B. Stache

Bildungsausschuss stimmt gegen Schließungspläne der Gemeindeverwaltung

Mellendorf (st). Mit fünf zu vier Stimmen wandte sich am Donnerstagabend der Bildungsausschuss der Gemeinde Wedemark im Schulzentrum Mellendorf gegen einen Beschlussvorschlag der Verwaltung. Dieser sieht vor, bei der Landesschulbehörde die Aufhebung der Konrad-Adenauer-Schule – ab dem Schuljahr 2015/2016 beginnend mit dem 5. Jahrgang aufsteigend – zu beantragen. Gleichzeitig geht es um die Befreiung von der Pflicht, eine Hauptschule zu führen. Nach langer, teilweise auch emotional geführter Diskussion über das Für und Wider einer Schließung dieser Schule, stimmten die drei CDU-Ausschussmitglieder sowie die beiden Eltern- und Lehrervertretungen gegen den Verwaltungsvorschlag. Die drei Ausschussmitglieder der SPD und das Mitglied der GRÜNEN hatten für die Annahme votiert. Bürgermeister Helge Zychlinski nahm mit Jörg Clausing, Leiter Fachbereich Bildung, Familie und Sport der Gemeinde Wedemark, Kämmerer Joachim Rose und Esther Bänsch, Leitung Team Kinderbetreuung, an der Sitzung teil. „Wir werden in Zukunft mit den drei Schulformen (Gymnasium, IGS und Realschule, d. Red.) in der Wedemark auskommen“, erklärte Zychlinski vor der Abstimmung. Zur Begründung nannte er unter anderem den Elternwillen, das eigene Kind nicht an der Hauptschule anzumelden. Die vorliegenden Zahlen für die Anmeldung von Schülerinnen und Schülern an der Hauptschule seien seit Längerem deutlich rückläufig, führte der Bürgermeister aus und stellte die entsprechenden Zahlen vor. Er verwies auf eine Verordnung des Niedersächsischen Schulgesetzes, wonach allgemeinbildende Schulen zweizügig zu führen sind. Da dies in der Wedemark mit der Hauptschule nicht mehr zu leisten ist, sei die Auflösung der Konrad-Adenauer-Schule zu beantragen, hieß es. Über deren Zukunft werden Verwaltungsausschuss und Rat bei ihren Sitzungen am Montag, 20. Oktober, endgültig entscheiden, kündigte Zychlinski an. Als weitere Tagesordnungspunkte standen die Neufassungen der Gebührensatzung für Kindertagesstätten sowie der Satzung über die Kinderbetreuungs-Flatrate in der Gemeinde Wedemark auf dem Programm. Die Gebühren im Bereich der Kindertagesstätten wurden zuletzt zum 1. August 2010 angepasst. „Seitdem hat die Gemeinde kontinuierlich ihre Angebote zur Kinderbetreuung weiter ausgebaut. Die durch Kirchengemeinden, DRK etc. betriebenen fremden Kindertagesstätten werden von der Gemeinde sowohl im laufenden Betrieb als auch im investiven Bereich finanziell unterstützt“, heißt es in der Beschlussvorlage. „Da die Elternbeiträge und die Zuweisungen vom Land traditionell nicht zur Kostendeckung ausreichen, sind mit dem steigenden Angebot auch die von der Gemeinde zu tragenden Kosten ständig gestiegen.“ Die Anpassung der Gebühren wird von der Verwaltung in zwei Stufen vorgeschlagen, eine erste Steigerung zum 1. August 2015 und eine zweite zum 1. August 2016. Bei den Kindergärten soll die „Vormittagsgebühr“ von derzeit 100 Euro über 115 auf 125 Euro steigen, dreivierteltags von 128 über 150 auf 160 Euro und ganztags von 158 über 180 auf 200 Euro. Die Krippengebühren steigen für vormittags von 146 über 156 auf 175 Euro, dreivierteltags von 186 über 210 auf 220 Euro sowie ganztags von 226 über 250 auf 275 Euro. Die geplante neue Gebührenordnung sieht bei den Kinderhorten folgende Steigerungen vor: für nachmittags von derzeit 93 über 110 auf 125 Euro, Ferienbetreuung von 15 über 17,50 auf 20 Euro und Schulkinderbetreuung von 61 auf 65 Euro. Bei der Hortferienbetreuung soll die Wochenpauschale von derzeit 40 über 45 auf 50 Euro angehoben werden, die Ferienbetreuung von 75 auf 85 Euro. Bürgermeister Zychlinski versprach, trotz schwieriger Haushaltslage die Angebote weiter auszubauen sowie sich Bedarf abzeichnet. Er verwies auch auf die Sozialstaffel bei Kinderbetreuungsgebühren und die Kinderbetreuungs-Flatrate. Das letzte „Abstimmungswort“ über die beiden geplanten Gebührensatzungen hat der Finanzausschuss, machte Zychlinski deutlich.