Hemme sieht „mehr Chancen als Probleme“

Die CDU-Politiker ließen sich von Hofinhaber Jörgen Hemme alle Produktionsvorgänge genauestens erklären. Foto: S. Birkner
 

CDU-Gemeindefraktion zu Gast beim Milchhof

Sprockhof (sb). Selbst die Reporter der Hannoverschen Zeitung „Neue Presse“ waren verwirrt. Als sie vor kurzer Zeit den Hemme-Milchhof in Sprockhof zwecks einer ausgiebigen Berichterstattung besuchten, kamen sie auf die Tradition des Betriebs zu sprechen. „Die Journalisten fragten mich, ob wir denn schon in der zweiten oder dritten Generation arbeiten würden“, berichtete Inhaber Jörgen Hemme am vergangenen Mittwoch mit einem Grinsen. „Als ich ihnen erzählte, dass der Hof von mir in der 18. Generation geführt wird, kamen sie aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.“
Mit dieser Anekdote begann der Besuch der Wedemärker CDU-Fraktion auf dem Milchhof Hemme am vergangenen Mittwoch. Die Politiker besichtigten das Unternehmen, um einerseits dessen Arbeit zu würdigen und den Stellenwert für die Gemeinde zu unterstreichen. „Jedes Unternehmen trägt schließlich zum Wohlstand in der Kommune bei“, meinte Jörg-Friedrich Onnasch, der Ratsherr der Gemeinde Wedemark. Anderseits nehmen die CDU-Politiker derzeit ihre Funktion als Volksvertreter sehr ernst und bemühen sich, Probleme und Schwierigkeiten aufzudecken und diese wenn möglich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln politisch zu bekämpfen.
Während eines Rundgangs über das Hofgelände brachte Hemme den Christdemokraten am Mittwoch sein Unternehmen näher. „Wir sehen für Hemme Milch mehr Chancen als wir Probleme sehen“, blickte er optimistisch voraus. Die Geschichte des Betriebs gehe ins Jahr 1589 zurück, wie Hemme stolz erläuterte. Heute beschäftigt der Betrieb 38 Mitarbeiter. Täglich werden die Kühe gemolken, es gibt keinen Ruhetag im Jahr. „Unsere 320 Kühe produzieren jährlich rund 2,5 Millionen Liter Milch“, berichtete Hemme den Politikern. Die eigene Marke habe der Hemme-Hof im Jahr 1992 etabliert. Seit 1998 verfüge man über eine eigene Milchverarbeitung, die im Jahr 2003 nochmals erneuert wurde. Mit einem 150 Tonnen schweren Melkkarussel würden die Tiere täglich gemolken. „Wir sind sehr stolz darauf, unsere Produkte selbst zu vermarkten und sind bereits in Supermärkten zwischen Hildesheim und Soltau-Fallingbostel vertreten“, erklärte Hemme. Auch im eigenen Hofladen würden die Produkte verkauft. „Insgesamt haben wir eine Produktpalette, die 45 verschiedene Artikel umfasst“, sagte Hemme. Das Unternehmen hat vier verschiedene Abnehmer: Den Einzelhandel, Großverbraucher wie Bäckereien, Privatkunden, die direkt beliefert werden, und Schulen. Die CDU-Fraktion bedauerte, dass der Kontakt mit Schulen nicht immer voll ausgereift sei. „Oft scheitert es an den Strukturen innerhalb der Schulen, weil sich niemand wirklich verantwortlich fühlt“, erklärte Hemme. Wie Onnasch kommentierte, sei es aber ein erstrebenswertes Ziel, die Versorgung der Schulen mit Hemme Milch weiter auszubauen.
Am 1. Advent soll eine neue Molkerei fertiggestellt werden, die sich derzeit noch in Bau befindet. „Wenn das Projekt beendet ist, werden unsere Produkte neue Verpackungen haben“, sagte Hemme, der allerdings nicht mehr verraten wollte. Im Hinblick auf Probleme, die in Zukunft zu lösen sein werden, erwähnte Hemme zweierlei Dinge. Einerseits sei da die fehlende IFS (International Food Standart)-Zertifizierung. Andererseits wolle Hemme-Milch nicht mehr allein auf die bisher gängigen Mehrweg-Verpackungen setzen. „Wir wollen diesen Bereich sogar ausbauen, gleichzeitig aber eine pfandfreie Alternative einführen“, sagte Hemme. Der Milchhof zählt jährlich rund 20.000 Besucher.