Henstorf-Stiftung verabschiedet Biesalski

Der neue Vorsitzende der Henstorf-Stiftung Andreas Weiner (von rechts) überreichte Abschiedsgeschenke an den scheidenden Vorsitzenden Volkmar Biesalski und Susanne Brakelmann als bisheriges Vorstandsmitglied. Foto: A. Wiese

Mit dem Wohnsitzwechsel muss Bissendorfs Pastor den Stiftungsvorsitz abgeben

Bissendorf (awi). Nach 20 Jahren als Vorsitzender der Henstorf-Stiftung hat Pastor Volkmar Biesalksi am 29. Januar sein Amt niedergelegt und ist aus dem Vorstand der Stiftung ausgeschieden. Am Mittwochabend hat ihn die Stiftung mit ihrem neuen Vorsitzenden Andreas Weiner stilvoll verabschiedet und sich zudem bei der ebenfalls aus dem Vorstand ausscheidenden Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann bedankt.
In seiner Amtszeit habe sich Volkmar Biesalski in hohem Maße für die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Wedemärker Ortsteil Bissendorf eingesetzt, betonte Andreas Weiner in seiner Laudatio. In seine Amtszeit fielen eine Reihe von großen Projekten, die die Henstorf-Stiftung unterstützt habe, zum Beispiel der Bissendorfer Jugendtreff.
Biesalski legte sein Amt nieder, da er im Lauf des Monats Februar seinen Wohnsitz nach Bennemühlen verlegt hat. Entsprechend der Satzung der Henstorf-Stiftung müssen die Mitglieder des Vorstands ihren Wohnsitz im Ortsteil Bissendorf haben. Aus diesem Grund konnte Biesalski sein Amt nicht länger ausüben. Der Hens-torf-Stiftung war es wichtig, sich von ihrem Vorsitzenden angemessen zu verabschieden und so hatte sie zur Feier im Gemeindehaus unter anderem Vertreter der Instittutionen eingeladen, die Laufe der letzten Jahrzehnte von der Stiftung profitiert haben. Während dieser Veranstaltung wurden noch einmal viele Projekte ins Bewusstsein gerufen – verbunden mit einem Dankeschön vor allem auch an Pastor Volkmar Biesalski. Annemarie Döpke, ehemalige Ortsbürgermeisterin in Bissendorf und jahrelang Mitglied im Vorstand der Henstorf-Stiftung, würdigte die Arbeit Biesalskis ebenfalls. Döpke hat neu die Funktion einer Patin für die Henstorf-Stiftung übernommen, etwas, was Weiner den ausscheidenden Mitgliedern Biesalski und Brakelmann auch antrug. In ihrer Sitzung am 29. Januar wählte die Henstorf-Stiftung ihren Vorstand neu: Andreas Weiner als Vorsitzenden, Fritz Schöning und die Vertreterin der Kirchengemeinde, Ira Wilkens, als seine Stellvertreter. Dem Vorstand der Henstorfstiftung gehören sechs Mitglieder an, je drei Vertreter und drei Stellvertreter. Sie werden vom Ortsrat, von der Grundschule Bissendorf und der St.-Michaelis-Kirchengemeinde gewählt.
Die Wahlperiode orientiert sich an der Wahlperiode der kommunalen Vertretungen. Stellvertetende Mitglieder des Stiftungsvorstands sind Susanne Kopp für den Ortsrat Bissendorf und Gabriele Lust-Uphues für die Grundschule Bissendorf. Die evangelische Kirchengemeinde wird nach dem Ausscheiden von Volkmar Biesals-ki in Kürze ein Mitglied nachbenennen. Der neue Vorsitzende Andreas Weiner gehört dem Vorstand der Henstorfstiftung seit 2007 an. Er wurde als Vertreter der Bissendorfer Schulen von der Gesamtkonferenz der Grundschule Bissendorf in den Vorstand gewählt. Herr Weiner lebt mit seiner Familie im Ortsteil Bissendorf. Er arbeitet als Berufsschullehrer im Hochschuldienst an der Leibniz Universität Hannover. Neben seinem Amt in der Henstorfstiftung wirkt Andreas Weiner auch im Vorstand des Schulelternrates des Gymnasiums Mellendorf mit.
Zunächst bedankte sich Weiner bei Susanne Brakelmann für jahrelange engagierte Vorstandsarbeit und überreichte ihr in Anspielung auf ihr Hobby ein Spiel speziell für Geocacher. Das Präsent für Volkmar Biesalski fiel nach 20 Jahren als Vorsitzender etwas größer aus und beinhaltet ebenfalls eine Anspielung auf das Hobby des leidenschaftlichen 96-Fans: Ein Auswärtstrikot des Vereins mit der Nummer 10. Biesalski hatte den Vorsitz 1995 von Dieter Mysegades übernommen, der krankheitsbedingt ausschied. Der Bissendorfer Pastor hatte den Vorsitz zuvor kommissarisch innegehabt. „Biesalski war der Manager der Stiftung, nahm die Anträge entgegen und bereitete sie für die Vorstandssitzungen auf, lud ein, bereitete den Tagungsort vor, führte Protokolle, kümmerte sich darum, dass Entscheidungen getroffen wurden, Gelder überwiesen und der Kontostand kontrolliert wurde. Und schließlich gehörten auch der Kontakt mit dem Steuerberater, dem Finanzamt und der Stiftungsaufsicht zu seinen Aufgaben. Das Stiftungskapital wolle angelegt sein. Dafür mussten Angebote der Banken eingohlt und geprüft, sowie letztendlich entschieden werden. „Die Sitzungen des Vorstandes haben sie immer partnerschaftlich geführt. Sie haben dafür gesorgt, dass die unterschiedlichen Meinungen nicht zu weit auseinander drifteten, so dass es immer zu einvernehmlichen Entscheidungen kam“, lobte Weiner den scheidenden Vorsitzenden, der nicht nur in seiner beruflichen Position große Anerkennung im Dorf genieße, sondern auch als Vorsitzender der Stiftung. „Sie sind das Gesicht der Stiftung und diese verdankt Ihnen so manche Spende, die Sie eingeworben haben“, so Weiner. „Von Rechnungslegung hatte ich keine Ahnung, als ich damals als Stellvertreter hineinrutschte“, gab Biesalski selbst zu und erinnerte bescheiden, dass die Voraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit der Stiftung andere geschaffen hätten. So habe Dieter Mysegades die Stiftung in sehr unruhigen Zeiten in ruhiges Fahrwasser gebracht und vor allem die Gemeinnützigkeit erreicht. Diesem Umstand sei zu verdanken, dass auch heute noch mehr als 10.000 Euro im Jahr ausgeschüttet werden könnten, nicht nur aus Zinseinnahmen, die leider bekanntlich zurzeit sehr niedrig seien, sondern auch aus Pachteinnahmen. Die Öffentlichkeitsarbeit habe ihm immer Spaß gemacht, erzählte Biesalski. Sie sei etwas stiefmütterlich behandelt worden, „aber heute denkt man bei einem 80. Geburtstag an die Stiftung und bittet um Geld dafür“, freut sich Biesalski. Den Vorstand habe immer eine hohe persönliche Kompetenz ausgezeichnet, betonte Biesalski und bedankte sich bei allen, die mit ihm zusammen in den letzten 20 Jahren im Vorstand gearbeitet haben. Dank an den scheidenden Vorsitzenden kam im Anschluss auch von denen, deren Vereine und Institutionen durch die Stiftung gefördert wurden und werden: von der Grundschule und der Kirchengemeinde, dem SC Wedemark, der Berthold-Otto-Schule und dem Henstorf-Kindergarten. Annemarie Döpke erinnerte daran, dass Heinrich Henstorf, der ein kleiner Bauernjunge gewesen sei und durch Förderung sich bilden und bis zum Rektor aufsteigen konnte, die Wohltaten, die er erfahren hat, zurückgeben wollte und daher die Stiftung ins Leben gerufen habe.