Her mit dem Holz: Am 26. April ist es soweit

Wedemarks Kulturbeauftragte Angela von Mirbach (rechts) und Studentin Julia Masalska präsentieren das Skulpturenmodell und sind gespannt auf die Resonanz der Wedemärker Bürger am 26. April. Foto: A. Wiese

Im Foyer des Rathauses entsteht eine Holzskulptur als Wegweiser

Mellendorf (awi). Her mit dem Holz: Die Projektgruppe aus dem Rathaus mit der Kulturbeauftragten Angela von Mirbach, Annika Voltmer und Anke Jürgensen hat diese Presseschlagzeile kurzerhand zum Arbeitstitel für das Projekt erklärt. Jetzt sind es nur noch wenige Tage, dann wird sich herausstellen, ob das Konzept aufgeht: Mindestens 85 Wedemärker Bürger müssen am nächsten Sonnabend, 26. April, zwischen 15 und 17 Uhr ein 40 bis 60 Zentimeter langes, etwa drei Zentimeter dickes und ungefähr zehn Zentimeter breites Holzscheit ins Rathaus bringen, die dann von der Holzbildhauerin Maren Panke zu einer Skulptur in Form einer bis an die Decke reichenden Holzspindel als Wegweiser zu den einzelnen Fachbereichen des Rathauses verarbeitet werden. Um den Bezug zu den Bürgern zu schaffen, werden alle Scheite mit dem Namen des Spenders oder der Spenderin versehen. Und wenn mehr Scheite von Wedemärkern angeliefert werden als für die Skulptur gebraucht werden? Auch auf diese Frage hat Angela von Mirbach eine Antwort: „Die Holzscheite werden in der Reihenfolge, wie sie abgegeben werden, nummeriert. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die ersten 85 Scheite werden in der Skulptur im Foyer verarbeitet. Weitere Holzstücke darüber hinaus werden einer anderen Verwendung im Rathaus zugeführt, versichern die Mitglieder der Projektgruppe. Schließlich ist der Holzwegweiser nur ein Teil-
aspekt aus dem Entwurf von Julia Masalska, die nicht nur den internen Wettbewerb gewonnen, sondern auch an der Uni Hannover die Note 1 für ihr Konzept bekommen hat, wie sie im Gespräch mit dem ECHO stolz erzählte. Julias Entwurf sah unter anderem auch Sitzgelegenheit im Foyer vor. Vielleicht, überlegte die Studentin, könne man diese auch aus Holzscheiten konstruieren, wenn wirklich wesentlich mehr als für die Holzskulptur in der Foyermitte notwendig angeliefert werden sollten. Auf jeden Fall müssen sich Angela von Mirbach und ihr Team am Sonnabend, 26. April, um 15 Uhr auf einen Run einstellen, wenn sie wirklich nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, vorgehen wollen.“ Dabei haben sie und ihre Kollegen das Event eigentlich auch zum längeren Verweilen konzipiert. Es werden Crepes und Getränke angeboten und schön wäre es auch, wenn die Holzanlieferer miteinander ins Gespräch kommen. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie wichtig manchen Wedemärkern ist, dass ihr namentlich gekennzeichnetes Holzscheit im Wegweiser steckt. Werden sie vielleicht schon Stunden vorher Schlage vorm Rathaus stehen, um unter den ersten Anlieferern zu sein? Angela von Mirbach weiss es nicht. Für sie ist das Ganze auch eine äußerst spannende Erfahrung. Und auch Julia Masalska ist aufgeregt. Sie studiert Produktdesign und hat viel Spaß an der Erarbeitung ihres Entwurfes gehabt, der ein Konzept beschreibt, dass von den Menschen, die sich einbringen noch stark beeinflusst werden kann. „Ich setze in meinem Entwurf keine Limits“, so Masalska, „ich möchte gerne, dass die Menschen selbst gestalten.“
Angela von Mirbach weist darauf hin, wie zügig, dieses Projekt durchgezogen worden ist: „Im Mai letzten Jahres haben wir den Wettbewerb an der Uni Hannover mit zwölf Studenten durchgeführt und eine Jury aus dem Rathauskollegium und den Professoren der Uni hat die Entwürfe bewertet und einen Sieger gekürt. Im Juni wurden die Entwürfe im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert und jetzt ein knappes Jahr später wird ein Teil eines Entwurfes bereits umgesetzt.“ Wenn alles klappt wird die Skulptur noch vor Beginn der Sommerferien an ihrem Standort im Rathausfoyer feierlich enthüllt werden können. Rund sechs Wochen reine Arbeitszeit hat Holzbildhauerin Maren Panke, auf die das Projektteam bei seiner Planung zur Umsetzung des Entwurfs gestoßen ist, veranschlagt um die Holzscheite und be- und zu verarbeiten. Die Künstlerin hat angekündigt, sich dabei auch über die Schulter schauen zu lassen.