Herbstkonzert in St. Martini

Nach dem großartigen Herbstkonzert bedankt sich MGV Wedemark-Vorsitzender Heinz-Georg Runge bei Andrej Sitnov (von links), Elina Nusbaum, Naum Nusbaum, Petra Westerfeld-Mülke, Ricarda Woeste (Mitte) und Dietrich von Mirbach (rechts). Foto: B. Stache

MGV Brelingen, Shalom Haverim und Dietrich von Mirbach begeistern

Wedemark (st). Den zirka 250 Gästen beim Herbstkonzert des Männergesangverein (MGV) Brelingen am Sonntagnachmittag in der Brelinger St.-Martini-Kirche wurde viel geboten: Ein stimmgewaltiger Chor unter Leitung seines Dirigenten Andrej Sitnov, der mit seinem Programm „Harmonie zwischen den Zeiten“ – Musik, Lieder und Texte der 20er- und 30er-Jahre den Geschmack seines Publikums vollends traf. Die Klavierbegleitung des Männerchors hatte Petra Westerfeld-Mülke übernommen. Mit Klezmer-Musik und jiddischen Liedern spielte und sang sich die hannoversche Gruppe Shalom Haverim in die Herzen der Konzertbesucher. Dafür sorgten Naum Nusbaum (Leitung und Klavier), Ricarda Woeste (Sopran), Elina Nusbaum (Alt) sowie Andrej Sitnov (Gesang, Klarinette). Dietrich von Mirbach schlüpfte drei Mal in die Rolle des Vorlesers und präsentierte mit großem schauspielerischen Talent Texte von Kurt Tucholsky (Danach, Das Ideal) und Joachim Ringelnatz (Die Ameisen). Mit dem Sängergruß „Grüß Gott“ eröffnete der MGV Brelingen das zweieinhalbstündige Konzert, bei dem die Chormitglieder Eberhard Dalitz und Tom Matthus auch als Moderatoren auftraten. Vereinsvorsitzender Heinz-Georg Runge begrüßte unter den Gästen Pastorin Debora Becker. Er appellierte an die Spendenbereitschaft der Besucher des Konzerts, dessen Eintritt frei war. Shalom Haverim präsentierte sich als Erstes mit „Ani maamin“ (Ich glaube), einem getragenen jüdischen Gesang, sowie dem lyrischen Stück „Schma Israel“ (Höre, Israel) und erhielt dafür besonders viel Applaus. Gefühlvoll sang anschließend der MGV das französische Liebeslied „Plaisir d'Amour“ von 1784 in deutscher Fassung. Beim folgenden, beschwingt vorgetragenen „Fliegermarsch“ klatschten erste Besucher begeistert mit. Begeisterung löste auch Dietrich von Mirbach aus, als er Tucholskys „Danach“ rezitierte, vorgetragen im schönsten Berlinerisch: „Es wird nach einem happy end im Film jewöhnlich abjeblendt“. Nach der Pause erfreute der MGV mit dem Medley „Wir hören Walter Kollo“, darunter auch die Stücke „Unter den Linden“, „Zwei rote Rosen“ und „Warte, warte nur ein Weilchen“ aus der Operette Marietta. Bei den Liedern „Was eine Frau im Frühling träumt“ und „Untern Linden, untern Linden“ erfüllte Ricarda Woeste als Solistin den Kirchenraum mit ihrer klaren, starken Stimme und wurde dabei vom Männergesangverein begleitet. Seine musikalische Vielfältigkeit stellte Dirigent Andrej Sitnov anschließend unter Beweis, als er zur Klarinette griff und gemeinsam mit Sängerin Ricarda Woeste und Naum Nusbaum am Klavier „Esa Enai“, den vertonten Psalm 121, und „Yismechu“ eindrucksvoll zu Gehör brachte. Mit Leonard Cohens „Hallelujah“ und dem Gassenhauer „Ein Freund, ein guter Freund“ beendeten der Männergesangverein Brelingen und Shalom Haverim das großartige Konzert. Im Namen des MGV bedankte sich Vorsitzender Heinz-Georg Runge bei den Mitwirkenden und überreichte ihnen eine süße Aufmerksamkeit.