„Herr Flamingo“ sprechen aus der Seele

Die Band Herr Flamingo freut sich auf ihren Auftritt beim Burning Stage Open Air.

Celler Band hat Mischung aus Humor und Ernst

(sb). Was haben ein Restpostenmarkt und die Band „Herr Flamingo“ gemeinsam? Eigentlich ist die Antwort auf diese Frage ganz simpel. Nicht viel – aber ihren Namen hat die Gruppe einem solchen Laden zu verdanken. Als Bassist Florian Riechelmann (22) einmal einen großen, leicht kitschigen Plastik-Flamingo zu einem recht günstigen Preis sah, kaufte er ihn kurzerhand und ohne großen Hintergedanken. Als seine Band einige Jahre später einen neuen Namen suchte, wurde sie schnell bei Riechelmanns Maskottchen fündig – und nimmt es mit auf die Bühne. In der vierten Auflage seiner sechsteiligen Serie zum Burning Stage Open Air präsentiert das Wedemark-ECHO heute die Band Herr Flamingo und versucht dabei, die Charakteristika der Gruppen zu umreißen.
Seit Mai dieses Jahres spielen Herr Flamingo in der heutigen Besetzung zusammen. Neben Riechelmann am Bass und dem neuen Gitarristen Shishir Gauchan (22) gehören Simon Laslo-Janssen (20, Rhythmusgitarre) und Frédéric „Derf“ Tollemer (18, Schlagzeug) zu der vierköpfigen Band, die ausschließlich deutsche Texte präsentiert.
„Wir sind sehr froh, dass wir in relativ kurzer Zeit zu einem relativ hohen Bekanntheitsgrad gekommen sind“, erzählt Riechelmann. Dies habe nicht unwesentlich mit der Teilnahme an verschiedenen Band-Contests zu tun. Die vier Celler Musiker (Riechelmann stammt allerdings aus der Wedemark) bewarben sich 2009 für den Contest „Local Heros“, der schon Sprungbrett für bekannte Bands wie Madsen oder Tokio Hotel war. Mit ihren eingängigen Indie- und Pop-Rock-Melodien gewannen sie prompt den Vorentscheid und das Landeshalbfinale und wurden am Ende viertbester Newcomer Niedersachsens. Mit dem Geld, das die Band damit gewann, finanzierte sie sich die Aufnahme einer eigenen CD. Diese ist seit dem 3. Juli erhältlich und trägt den Titel „Café gibt’s um 03:00“. „Die neun Songs auf dem Album sind für uns natürlich etwas Besonderes“, sagt Riechelmann stolz. Er hofft, dass die steile Karriere der vier Musiker noch längst nicht auf dem Höhepunkt ist. „Wir sind eine Band mit hohem Wiedererkennungswert“, erzählt der 22-Jährige. Auf die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis der jungen Band hat Riechelmann eine klare Antwort. „Unsere Songs nehmen sich selbst niemals zu ernst, können aber sehr wohl von wichtigen Themen handeln“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Der auf eine Art zum Schmunzeln anregende Flamingo, der andererseits aber keineswegs komisch ist, symbolisierte den Charakter der Band schon ganz gut. „Deswegen haben wir ihm schließlich unseren Namen zu verdanken“, sagt Riechelmann. Mal seien die Herr Flamingo-Songs spaßig und fast absurd, dann berichteten sie aber von den ernsten Themen, die die Leben der Musiker bestimmten. Auf ihrer Website beschreiben sich Herr Flamingo als Band, die ihr eigenes Weltbild über ihre Songs sehr gut verkörpert. Auf ihren Auftritt beim Burning Stage Open Air am 28. August freuen sich Derf, Laslo, Riechel und Shishir ganz besonders. „Wir werden zum ersten Mal in der Wedemark spielen“, erzählt Riechelmann. Aufgrund seiner Herkunft wird er mit Sicherheit auf die Unterstützung vieler seiner Bekannten und Freunde bauen können.