„Hola, e buen camino“

Der Lindwedeler Jürgen Eidt machte sich mit seinem Fahrrad auf den Jakobsweg.

Lindwedeler fährt 800 km Jakobsweg mit dem Fahrrad

Lindwedel. „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling war 2009 eine interessante literarische Inspiration und auch sonst hatte der Lindwedeler Künstler Jürgen Eidt schon lange den Traum, „irgendwann mal“ den spanischen Jakobsweg von Pamplona am Fuße der Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela zu gehen. „Ich bin leider nicht mehr so gut zu Fuß, deshalb kam ich in diesem Sommer auf die Idee, das Ganze mit dem Fahrrad zu machen“ sagt Eidt, der sich erkundigte: „Pilgern ist zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad möglich und die begehrte Urkunde erhält man, wenn man mindestens 200 km bis Santiago geradelt ist.“ Eidt war am 3.September in Pamplona gestartet und hat in 20 Tagen fast 800 km hinter sich gebracht. Hoch und runter in den iberischen und kantabrischen Gebirgen, durch das Baskenland, Navarra, das Weinland Rioja, das verdorrte Kastilien und grüne Galizien führte sein Weg auf holprigen Pfaden, Schotterwegen und Nebenstraßen. Ein Mountainbike ist zu empfehlen, ein gutes Tourenrad tut es auch, aber „unkaputtbare“ Reifen und Scheibenbremsen sind absolute Pflicht. Alle Strapazen wurden durch wunderschöne Landschaften, eindrucksvolle maurisch-romanisch -gotische Baukultur, gutes Essen und hilfsbereite Menschen belohnt. Auch die eingeschworene Gemeinschaft der Pilger ist etwas Besonderes. „In den Refugios (Herbergen) ist man Weltbürger unter Menschen aus der gesamten katholischen Welt, speziell aus ganz Europa, Südamerika, aber auch aus den USA, Kanada, Russland... und zu meinem Erstaunen aus Korea, Japan oder China“. Natürlich sind da kurz vor dem Ziel auch viele junge Spanier, -die die Pilgertour für erfolgreiche Bewerbungen brauchen- und ein paar deutsche Rentner fröhlich unterwegs und man wird stets mit dem Gruß des Weges begleitet: „Hola, e buen camino!“(Hallo und viel Glück auf dem Weg!) Eidt spricht von bleibenden Eindrücken und „einer ganz besonderen Energie, die wohl von den vielen Millionen von Menschen ausgeht, die diesen Weg in fast 1000 Jahren mit all ihren Schmerzen, Sehnsüchten und Hoffnungen gegangen sind“.
Wichtigstes Utensil dieser Reise? „die Ohrstöpsel“ ist Eidt überzeugt „ohne die ist ein Übernachten in Herbergen mit 80 schnarchenden Pilgern nicht auszuhalten!“ Die wichtigste Erkenntnis? „Die Besinnung auf Wesentliches: seinen Körper und Geist zu fühlen, gesundes Essen, Schlaf und freundliche Mitmenschen - mehr braucht man eigentlich nicht.“