„Hurra, hurra, die Schule brennt“

Die Atemschutzgeräteträger aus Gailhof machen sich fertig für den Einsatz.
 
Schwierig ist es, sich gegenseitig zu unterstützen, wenn keiner durch die zugeklebten Masken etwas sieht.

Wichtige Erkenntnisse für Feuerwehr bei Übung in Hellendorfer Grundschule

Hellendorf (awi). „Teamarbeit muss geübt werden“, zu diesem nicht überraschenden Schluss kamen die Verantwortlichen der Feuerwehren Hellendorf, Gailhof, Brelingen und Mellendorf nach einer gemeinsamen Großübung ihrer Wehren mit 45 Einsatzkräften am Mittwochabend in der Hellendorfer Grundschule, bei der Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit der Atemschutzgeräteträger lag. Am Mittwoch wurde die abendliche Ruhe im Bereich der Grundschule am Steinkreis durch die Großübung der vier Wehren unterbrochen. Im Rahmen der gemeinsamen Atemschutzausbildung wurde ein Schwelbrand im Keller der Grundschule mit starker Verqualmung des Erdgeschosses angenommen. Unter diesen Bedingungen galt es des Feuer zu löschen und insgesamt sieben vermisste Personen zu retten, die aus Dummy „Jürgen“ und sechs Jugendfeuerwehrmitgliedern aus Mellendorf und Gailhof bestanden. Als erste vor Ort begannen die Wehren Hellendorf und Gailhof mit den Erstmaßnahmen wie Erkundung, Straßensicherung, Wasserversorgung, sowie Personensuche unter Atemschutz.
Nullsicht simuliert
Das Hellendorfer Feuerwehrmitglied Rolf Zimmermann schlüpfte in die Rolle des Schulhausmeisters und gab Einsatzleiter Jörg Lischitzki einen ersten Überblick über die Lage und zu den vermissten Personen. Zur Simulation einer Nullsicht, wurde das Sichtfeld der im Gebäude eingesetzten Kräfte vollständig blockiert. Um Schäden der praktisch blind arbeitenden Feuerwehrleute zu vermeiden, wurde allerdings das Tempo beim Vorgehen reduziert, so dass diese Übung für Zuschauer nicht wirklich mit einem realen Einsatz vergleichbar war. Nach dem Eintreffen der Wehren aus Brelingen und Mellendorf wurden ein zweiter Einsatzabschnitt gebildet und die Einsatzleitung übergeben. Die ersten Personen wurden nach 15 beziehungsweise 30 Minuten gerettet. Weitere Personen folgten im Fünf-Minuten Takt. Nach 55 Minuten konnte die Übung erfolgreich beendet werden. Insgesamt waren 45 Einsatzkräfte, aufgeteilt auf zwei Züge mit sieben Fahrzeugen im Einsatz. Hiervon gingen zehn Trupps unter Atemschutz ins Gebäude vor. Die Manöverkritik viel positiv aus, da die wichtigsten Grundsätze umgesetzt wurden. Natürlich gab es auch Verbesserungspotential. Als erste größere Übung sollte der Abend den Startschuss für die gemeinsame Arbeit in der neuen Zusammensetzung sein. Denn auch Teamarbeit muss geübt werden. Positiv fiel nach Auskunft von Hellendorfs Ortsbrandmeister Christian Görries auch das Resümee für den ersten Einsatz in der neuen persönlichen Schutzausrüstung aus. Er habe hierüber nur positives Feedback gehört, so Görries. Der Schulleitung, die den Einsatz nicht selbst beobachtete, könnte man mit auf den Weg geben, dass es für den Ernstfall sicher sinnvoll wäre, den Keller für die Feuerwehr begehbarer zu halten. Wenn Atemschutzgeräteträger in einem verrauchten Keller sich erst über Wasserkisten und Müllsäcke kämpfen müssen, um zu dem „Verletzten“ durchzudringen, erschwert dies die Bergung im Falle eines Falles nicht unerheblich. Dabei hatte der als „Hausmeister“ eingeteilte Kollege sogar im Vorfeld schon Platz geschaffen.