„Hurra wir leben noch!“

Das 23-köpfige Team hatte viel Spaß bei den vielen Proben und den beiden Aufführungen. Foto: M. Dröge

Dorfgemeinschaftliches Event war ein voller Erfolg

Elze (md). „Hurra wir leben noch“ - war das Motto zweier Veranstaltungen am vergangenen Wochenende auf dem Saal des Gasthauses Goltermann in Elze. Vor insgesamt mehr als 400 Gästen wurde die Geschichte des Dorfes Elze nach dem zweiten Weltkrieg bis heute in kurzen Szenen und Beiträgen anschaulich und mit viel Herz dargeboten. Der Elzer Heimatdichter Arnold Kirchner fing die Gäste gleich zu Beginn mit einem eigens für diese Veranstaltung von ihm geschriebenen Gedicht ein. In seinen Versen erzählt er von einem Engel, der auf der Suche nach dem Ort Elze ist – diesen dann auch schnell mit Hilfe des Navis findet. Dem Engel gefällt die „Bombenstimmung“ im Dorf und er wundert sich über die Riesenmesser (Windräder) und die Rutschbahnen auf den Dächern (Solaranlagen), die ihm auf seinem Flug aufgefallen sind.
Die Ideen für diese Veranstaltung sind dem Organisator Otto Hemme im Rahmen der Arbeitsgruppen zum Dorferneuerungsplan eingefallen. Hemme gehört der Arbeitsgruppe an, die sich mit der Geschichte und der Kultur des Ortes befasst hat. Um das Interesse der Elzer an vergangene Zeiten zu wecken, sollte ein großes Event auf die Beine gestellt werden. Was dabei entstanden ist, kann sich sehen lassen! Mit 23 Laiendarstellern wurde ein knapp vierstündiges Rahmenprogramm organisiert. Zuerst begann man mit der Auseinandersetzung der Nachkriegsjahre 1945 bis 1949. Eindrucksvoll wurden Geschichten erzählt, wie die letzten Kriegstage in Elze erlebt wurden. Unter anderem spielte Otto Hemme seinen eigenen Großvater Willi Sprengel, der in Elze bis zum Kriegsende Bürgermeister war. Es wurde still im Saal, als über den Einmarsch der Amerikaner und die Besatzung durch die Engländer berichtet wurde. Mit Elzer Zeitzeugenberichten, wie dem Bericht des Lehrers Bernhard Schöner, wurden die Geschehnisse veranschaulicht. Mit der wohl allen bekannten Radiodurchsage am 8. Mai 1945 „Der Krieg ist aus“ und der Frage, wie es jetzt weitergehen soll, beschäftigten sich Elzer Bürger auf der Bühne. Eine junge Flüchtlingsfrau mit Kind und Bollerwagen, zeigte auch die Schattenseiten nach dem Krieg – Hunger und Wohnungsnot war allgegenwärtig. Doch die Zeiten wurden auch wieder besser; Deutschland wurde 1954 Fußballweltmeister - das Wunder von Bern. Die Langenhagener Tanzgruppe ‚Lindyhop‘ zeigte, wie die Menschen in den 50er Jahren tanzten. Auch die Gäste auf dem Saal wurden mit einbezogen. Das berühmte Spiel „Dalli Klick“ der Fernsehshow „Dalli Dalli“ wurde gespielt - die Gäste sollten markante Bilder aus Elze erraten. Viele wichtige Ereignisse wurden erwähnt, so z. B. auch der große Waldbrand im Burgdorfer Raum, den auch Elzer Feuerwehrleute bekämpft haben. Nach diesen Einsätzen wurden elektronische Sprechfunkgeräte für die Fahrzeuge angeschafft. Besondere Ereignisse waren sicher auch die zwei Wetten in den 80er Jahren. Bei der einen Wette trat Willi Kohne mit einem Schwein gegen ein Pferd, geritten von Ludwig Brüggemann, im Wettrennen an. Gewonnen hat natürlich das Pferd. Die zweite Wette war ein Kräftemessen – ein 85 PS-Traktor gegen 85 starke Männer. Gewonnen haben die Männer! Über diese Wette berichtete sogar der NDR, so dass Besucher aus ganz Niedersachsen an dem Spektakel teilnahmen. Auch über sportliche Ereignisse wurde berichtet. Die E-Jugendmannschaft von BG Elze lief zu Ehren der 1. Herrenmannschaft von 1986 ein, die damals in die Kreisliga aufgestiegen waren. Nicht nur auf der Bühne wurde über die vergangenen Jahrzehnte berichtet. Viele ausgestellte Zeitungsausschnitte zeugten über die Dorfereignisse seit 1945. Eine Ausstellung mit alltäglichen Gebrauchsgegenständen ließ die Jahre Revue passieren. Die Besucher bestaunten die gesammelten Ausstellungsstücke wie z. B. selbst gefertigte Schuhe und Schulbücher aus den Kriegsjahren. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Ortsbürgermeister Jürgen Benk bei allen Beteiligen für ihren großartigen Einsatz. Er betonte, dass mit diesem Projekt das Dorferneuerungsprogramm grandios gestartet sei.