Ideen von Kindern und Jugendlichen werden vorgestellt

Projektleiter zum Aktionsplan „Kinderfreundliche Kommune“ und Jugendpfleger Torbjörn Johansen (links) mit den jungen „Bauleitplanern“, die in dem Pilotprojekt von den Dozentinnen der Kinder- und Jugendkunstschule Kerstin Jacob (Dritte von rechts) und Sabine Glandorf (rechts) sowie Bauamtsleiter Holger Zorn (Vierter von rechts) begleitet wurden. Foto: N. Mandel

Ausstellungseröffnung –Beteiligungsprozess Baugebiet Mühlengrund

Wedemark (nm). Im Rahmen des Aktionsplans der „Kinderfreundlichen Kommune“ eröffnete Bürgermeister Helge Zychlinski am letzten Dienstag die Ausstellung „Plan K“ im Rathaus der Gemeinde Wedemark. Gezeigt werden hier die Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligung für die Bauleitplanung zum Baugebiet „Mühlengrund“.
„Kinder haben ein Recht auf Beteiligung. Gerade wenn es um die Mitgestaltung ihres Lebensumfeldes geht. Für uns als kinderfreundliche Kommune ist dieses Projekt ein sehr wichtiger Baustein unseres Maßnahmenkataloges. So ermöglichen wir Kindern, sich aktiv bei der Baulandgestaltung und Gemeindeentwicklung einzubringen“, erklärt Bürgermeister Helge Zychlinski. Die Ergebnisse sollen in die Bauleitplanung einfließen, der Beteiligungsprozess in Zukunft implementiert werden.
Als dritte Kommune in Niedersachsen erhielt die Wedemark das Siegel „Kinder-freundliche Kommune“. Damit wurde der engagierte Einsatz der Kommune für die Umsetzung der UN-Konvention zu Kinderrechten ausgezeichnet. Das Siegel vergibt der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein „Kinderfreundliche Kommunen“.
Kooperationspartner des Pilotprojekts zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung von Baugebieten war die Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark. „Es gab eigentlich kaum Anschauungsmaterial oder Literatur, die Wedemark ist eine der ersten Gemeinden, die Kinder an einem solchen Prozess beteiligen“, so Bernd Tschirch, Leiter der Kunstschule. Konzeptionell hatten vor allem die Dozentinnen Kerstin Jacob und Sabine Glandorf am Projektentwurf gearbeitet. In allen fachlichen Fragen bekamen sie Unterstützung von Bauamtsleiter Holger Zorn und bei der Umsetzung war Heike Wienberg, Leiterin des Horts Bissendorf, eine große Unterstützung, da sie über die Elternarbeit die Brücke zu den letztlich am Projekt beteiligten Kindern baute. Insgesamt elf Bissendorfer Kinder sowie sieben junge Erwachsene gingen mit den Dozentinnen in die Planung, indem sie sich zunächst in ausgiebigen Ortsbegehungen einen Überblick über ein bereits bestehendes Wohngebiet in Bissendorf aus den neunziger Jahren sowie eines aus den siebziger Jahren verschafften. Anhand der hier gemachten Beobachtungen entwickelten sie eigene kreative Ideen zur Gestaltung des Bauleitplanes für das Wohngebiet Mühlengrund. Dabei lernten sie neben den modernen demografischen Anforderungen in der Planung auch demokratische Prozesse zu berücksichtigen. „Tolle Ideen gab es ganz viele“, so Dozentin Jacob, „es konnten natürlich nicht alle in unseren Entwurf für den Bauleitplan mit einfließen.“ Das Rennen machten schließlich unter anderem Konzepte zum Ersatz von Treppen durch Rutschen, ein Fahrradverleih mit Kiosk, ein Streichelzoo, ein Areal mit In- und Outdoor-Freizeitaktivitäten und ein Campingplatz.
Die Ausstellung zeigt Fotos, Filme, Bilder, Skizzen und Modelle, die den Verlauf des Partizipationsprojektes mit den Kindern und Jugendlichen in der Baulandgestaltung dokumentieren.
Mit dem gesamten Maßnahmenkatalog der Gemeinde Wedemark setzt Projektleiter und Jugendpfleger Torbjörn Johansen zusammen mit der stellvertretenden Projektleiterin und Kulturbeauftragten Angela von Mirbach die Bemühungen des Arbeitskreises Kinderrechte, der in der Wedemark bereits 1996 gegründet wurde und auf den viele Projekte zurückgehen, fort. Ende der neunziger Jahre entstanden beispielsweise vor dem alten Schulzentrum in Mellendorf die ersten Kinderrechtskunstwerke. Ein Wandbild entstand über dem Eingang und ein großes Tor aus Sandstein, das heute noch auf der Fläche an den Bushaltestellen steht, wurden erstellt. Den Abschluss der damaligen Aktionen bildete die Einweihung der ersten bundesweiten „Straße der Kinderrechte“ in Mellendorf.
Auch in den anderen 16 Wedemärker Ortsteilen entstanden nach und nach Kunstwerke im öffentlichen Raum, die die Kinderrechte thematisierten. Planungen und Konstruktionen der Kunstwerke wurden von Dozenten des Kooperationspartners Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark angeleitet.
Die Ausstellung in der Galerie Augenhöhe im Rathaus zeigt nun Bilder, Fotos, Skizzen, Modelle und Filme, die den Verlauf und die Ergebnisse der Baulandgestaltung am Mühlenberg durch die Kinder dokumentieren. Sie kann bis zum 11. August im Rathaus besucht werden.