IG Brelingen 03 bleibt dran am Thema

„Der Sonntagskreis“ ist der harte Kern der Bürgerinitiative Windkraft Brelingen 03, der weiter an dem Thema dran bleiben will, weil er den vorgesehenen Standort für ungeeignet hält: Frank Beisenbruch (vorne von links), Monika Schröder, Petra Martens, Volker Paulsen, Silke Räthel sowie Jörg Brucks (hinten von links), Monika Döring-Brucks , Stefan Langhans, Jörg Sievers, Juliane Zills und Dieter Schröder. Foto: A. Wiese

Standort aus Sicht der Bürger für Windkraft ungeeignet – auch ohne Erweiterung

Brelingen (awi). Die Region hat den Wünschen der Gemeindeverwaltung Wedemark, auch auf der östlichen Seite der Kreisstraße 103 Vorrangstandorte für Windkraftanlagen im Regionalen Raumordnungsprogramm vorzusehen nicht entsprochen. Lediglich auf der westlichen Seite ist laut RROP der Bau von voraussichtlich drei Anlagen mit bis zu 200 Metern Höhe möglich. Für die Interessengemeinschaft Brelingen 03 Grund genug, am Thema „dranzubleiben“, denn aus Sicht der Initiative ist dieser Standort viel zu nah am Dorf und der Wohnbebauung, auch wenn es nur drei statt sechs Anlagen werden.
Bei einer Informationsveranstaltung am Montagabend im Brelinger Schützenhaus gaben Dieter Schröder, Volker Paulsen, Jörg Brucks und Stefan Langhans als Mitglieder des „harten Kerns“ der Initiative Auskunft über den Stand der Dinge aus ihrer Sicht. Sie bedankten sich für die finanzielle Unterstützung für die Anwaltskosten und berichteten von den Sitzungen bei der Region, an denen Vertreter der Initiative teilgenommen haben beziehungsweise von den Gesprächen, die sie mit Regionsverwaltungsvertretern geführt haben. Detaillierte Informationen gibt es für Interessierte im Internet auf der Domain www.brelingen03.de oder bei facebook. Einmal mehr betonte Sprecher Dieter Schröder auch am Montagabend, dass es der Interessengemeinschaft keineswegs grundsätzlich um die Ablehnung von Windkraft gehe, sondern hier einzig und allein der Standort nur wenige hundert Meter von Brelingen entfernt in einem Gebiet, in dem Kranich, Rotmilan, Schwarzkehlchen und diverse andere schützenswerte Vogelarten lebten und gastierten, als ungeeignet erachtet werde. Dennoch hätten sich die Mitglieder der Interessengemeinschaft mehrfach als „Windkraftgegner“ beschimpfen lassen müssen. Unbegreiflich ist für Schröder und seine Mitstreiter auch, dass sie zwar insgesamt eine gute Resonanz im Ort erfahren, diese jedoch überhaupt nicht von jüngeren Brelingern kommt. Das aus Sicht der IG Brelingen 03 positive Votum des Ortsrates Ende letzten Jahres habe sich leider im Beschluss des Rates in der Dezembersitzung nicht niedergeschlagen (das ECHO berichtete ausführlich). Die Ratsmitglieder hätten die positive Stellungnahme der Gemeindeverwaltung zum RROP schnell durchgewinkt. An der Diskussion mit rund 40 Teilnehmern am Montagabend nahmen neben Mitgliedern der Interessengemeinschaft auch einige Landwirte teil, die aus Sicht der IG Brelingen 03 „auf der anderen Seite“ stehen, nämlich Eigentümer der Flächen, auf denen Gemeinde, Gemeindewerke und die Grundstückseigentümer selbst besagte Windkraftanlagen errichten wollen und mit denen bereits entsprechende Vorverträge abgeschlossen worden sind. Ob die Landwirte denn mal den Sachstand aus ihrer Perspektive vortragen könnten, forderte Dieter Schröder auf, beispielsweise zu dem noch ausstehenden Gutachten, das die Gemeinde in Auftrag gegeben habe. Außer dass dieses wohl noch nicht fertig sei, könnten sie dazu auch nichts sagen, so Cord Heinrich Vortmüller aus Schadehop. Sie seien selbst hier, um sich zu informieren. Er schilderte offen, wie es zum Kontakt mit der Gemeinde und dem Abschluss der Vorverträge gekommen sei. Dabei sei der Druck von Seiten der Gemeinde nicht unerheblich gewesen, so Vortmüller und erntete Beifall für seine offenen Worte. Er ließ auch keinen Zweifel daran, dass zumindest er selbst es sich nicht gefallen lassen werde, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten würden, dass die Gemeinde mit einem Verkauf der Nutzungsrechte liebäugele, wenn die Erweiterungsfläche auf der anderen Seite tatsächlich nicht genehmigt werde. Einen ausführlichen Überblick zum Thema avifaunistisches Gutachten und schützenswerte Vogelvorkommen gab erneut der frühere Kreisjägermeister Helmut Wiskow.