IGS bietet Schülern Einblicke in andere Kulturen

Fachbereichsleiterin Kathrin Ohm (rechts) und Fachobfrau Jennifer Zuber (Mitte hinten) zusammen mit den diesjährigen Austauschschülern. Schulleiterin Heike Schlimme-Graab (Zweite von links) freut sich mit Projektbetreuungslehrerin Soledad San Emeterio (links) aus Montevideo über das gelungene Projekt. Foto: N. Mandel

Schüleraustausch mit Uruguay geht in die zweite Runde

Wedemark (nm). Für eine Weile in die Kultur eines anderen Landes einzutauchen, Sitten und Gebräuche kennenzulernen und vor allem die Sprache in der Gastfamilie und in der Schule von den Muttersprachlern im Alltag präsentiert zu bekommen, das macht einen Schüleraustausch so spannend. Kathrin Ohm, Fachbereichsleiterin für Fremdsprachen an der IGS Wedemark hat mit Unterstützung ihrer Kollegin Jennifer Zuber, Fachobfrau Spanisch den diesjährigen Schüleraustausch mit dem Colegio Aleman, der internationalen Deutschen Schule in Montevideo/ Uruguay, organisiert. „In diesem Jahr starten wir so richtig durch“, freut sie sich über die drei Austauschschülerinnen, die bereits seit Mitte Januar in ihren deutschen Gastfamilien untergebracht sind. Die drei Schülerinnen aus Uruguay fühlen sich in den Gastfamilien der IGS-Schülerinnen Mattea Probst, Sherina Schmidt und Annemarie Wucher (alle 16) sehr wohl. Jule Tiroke (16) und Luca Scholz (17) hatten schon im letzten Jahr ‚ihre‘ Austauschschüler aufgenommen und fahren nun in diesem Durchgang im Sommer mit nach Uruguay. Regelmäßig soll der Austausch nun am Ende der elften Klasse stattfinden. Im letzten Jahr wurde das Projekt durch Familie Lindenmann angeregt, deren Tochter Hannah als erste Austauschschülerin schon in 2016 nach Uruguay ging. „Vom Unterrichtsstoff verpassen wir fast nichts, alle Klausuren sind vorher geschrieben, und es sind nur noch ungefähr zwei Wochen bis zu den Sommerferien“, erklärt Sherina Schmidt das System. Und dann geht es in Uruguay in den Unterricht, immerhin bei für die deutschen Schülerinnen annehmbar warmen Temperaturen. Die Schülerinnen aus Uruguay erleben hier ein achtwöchiges Kontrastprogramm, nicht nur was das Wetter angeht. „Für uns ist es ganz ungewöhnlich so viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zu sehen, das kennen wir aus unserem Land nicht“, bemerkt Carolina Genoni, Schülerin aus Uruguay. Und auch das Essen sei für sie gewöhnungsbedürftig. „Zu Hause essen wir viel mehr Fleisch und wenig Gemüse, das ist hier anders“, sind sich die drei Sechszehnjährigen einig. Zurzeit haben sie Besuch von Sportlehrerin Soledad San Emeterio, die für die Organisation des Austauschs am Colegio Aleman in Uruguay mit zuständig ist. „Vierundfünfzig Schüler und Schülerinnen haben wir insgesamt in Austauschprojekten an achtzehn verschiedenen Schulen in Deutschland untergebracht. Wir machen sehr gute Erfahrungen damit“, berichtet sie. Am ersten Juni gehen dann die jetzigen Gastgeber auf ihre weite Reise. Sie freuen sich schon, das Land und die Schule in Montevideo kennenzulernen. Unterschiede im Schulsystem gibt es einige. So fahren die Schüler aus Uruguay komplett in ihren dreimonatigen Schulferien zum Austausch, und gehen dann hier in die Schule. Trotzdem bleibt natürlich auch Zeit für Ausflüge und gemeinsame Freizeitgestaltung. „Wir waren schon zusammen in Lüneburg und Hamburg und natürlich zum Shoppen in Hannover“, berichten die deutschen Gastgeberinnen. Bei der Zuordnung zu den Familien achten die Organisatoren auf ähnliche Hobbys. „Vorab bekommen die Schüler einen Fragebogen, der uns die Zuordnung erleichtert“, erklärt Lehrerin Jennifer Zuber. So konnte Luca Scholz mit seinem Austauschschüler Guzman Lorenzo gemeinsam Fußball und Handball spielen und Caroline Genoni begleitet Sherina Schmidt zu ihren Sporteinheiten im Handball, beide spielen auch zusammen in der Schulmannschaft. Die Kosten für den Austausch sind gering, es ist nur der Flug und ein kleines Taschengeld zu zahlen, da die Unterbringung in den Gastfamilien auf Gegenseitigkeit beruht und somit keine Zusatzkosten entstehen. Da auch keine Organisation dazwischengeschaltet ist, sondern die Schulen direkt kommunizieren, entstehen auch hier keine Kosten. Schulleiterin Heike Schlimme-Graab ist sich sicher: „Das ist für die Jugendlichen ein tolles Erlebnis, so ein Auslandsaufenthalt erweitert immer den Horizont“, sagt sie und bedankt sich für den Einsatz der engagierte Lehrerinnen.