IGS-Schüler haben Botschaft verstanden

Eine Szene aus „Ein Tritt ins Glück“: Paul tritt Sarran körperlich zu nahe, nimmt sich mit Gewalt, was er will. Foto: A. Wiese

Positive Rückmeldung der Lehrer nach Workshop zu „Ein Tritt ins Glück“

Wedemark (awi). Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen thematisiert das neue Präventionsprojekt „Grenzgebiete“ des Vereins Gegenwind. Das Theaterstück „Ein Tritt ins Glück“ wurde am Donnerstag in der Wedemark erstmals vor dem achten Jahrgang der IGS aufgeführt. Die Schüler des Gymnasiums Mellendorf sehen das Stück der Theaterpädagogischen Werkstatt Osna-brück am 3. Dezember, die Realschüler am 4. Dezember. Immer mehr rücken Übergriffe sexueller Art unter Jugendlichen im Teenageralter in das Licht der Öffentlichkeit. Untersuchungen zufolge machen fast zwei Drittel der Mädchen, aber auch ein erheblicher Teil der Jungen unfreiwillige sexuelle Erfahrungen. Auch hier sind die Täter in den allermeisten Fällen keine „Fremden“, sondern Freunde und Bekannte, so Elke Schäfer vom Verein Gegenwind. Gruppendruck oder auch die Angst vor Ausgrenzung machten es Betroffenen schwer, sich zu wehren. Die Gewalt und Grenzverletzungen blieben unerkannt, die Betroffenen bekämen nicht die notwendige Hilfe und Unterstützung. „Es besteht aus unserer Sicht Handlungsbedarf“, sind sich Elke Schäfer und Inge Wilkes von Gegenwind, die das Stück am Donnerstag im Forum des Schulzentrums verfolgte, einig. Gegenwind hat daher für die achten Klassen das Präventionsprojekt „Grenzgebiete“ durchgeführt, zu dem Workshops mit den Schauspielern direkt nach dem Stück in den Klassenräumen und Fortbildungen für Lehrer und Schulsozialarbeiter im Vorfeld gehören. Das Projekt „Grenzgebiete“ wird in diesem Jahr zum größten Teil von dem Sozialministerium finanziert. Den Kostenanteil der Schulen übernimmt der Verein Gegenwind. Der erste Eindruck des Stücks: Das ist harter Tobak! Gehen die Jugendlichen wirklich so miteinander um? In der Geschichte erleben die Achtklässler, wie sich vier Jugendliche begegnen. Paul, Ole, Alex und Sarran ziehen sich gegenseitig an: Sie provozieren, stacheln an, reden übereinander, verlieben sich. Schnelle jugendsprachliche Dialoge und Monologe geben einen direkten Einblick in ihre Gefühlswelt. Dabei wird klar: Bei den Vieren dreht sich nach außen hin alles nur um das Eine. Und doch gibt es offenbar deutliche Unterschiede im Wollen und Fühlen. „Die Botschaft ist angekommen“, sagte nach den Workshops Jahrgangsleiter Oliver Nickel im Gespräch mit dem ECHO zufrieden. Die Schüler hätten sich sehr engagiert und kompetent mit dem Thema auseinandergesetzt. Sie hätten die Positionen der einzelnen Protagonisten analysiert und selber Szenarien für den Fortgang des relativ offenen Endes des Stücks entwickelt.