In Bissendorf wurde der Winter zum 30. Mal verbrannt

In Hellendorf wurde das Osterfeuer, welches sich oberhalb der ehemaligen Sandkuhle befindet, von der Jugendfeuerwehr zuerst entzündet. Foto: L. Irrgang

Unbekannte versuchten Mellendorfer Osterfeuer frühzeitig zu entzünden

Bissendorf (ig). In fast allen Ortschaften der Wedemark brannten zum Osterfest zahlreiche Osterfeuer, das Verbrennen des Winters in Form einer knapp drei Meter großen Strohpuppe in Bissendorf ist jedoch mittlerweile schon eine echte Tradition. Als wohl einziger Ort in der Wedemark und wahrscheinlich auch in der ganzen Region wird der Winter in Bissendorf auf äußerst ansehnliche Art und Weise vertrieben. „1980 wurde das erste Mal eine Strohpuppe für das Osterfeuer gebunden“, so der Bissendorfer Udo Heppner, welcher selbst auch schon beim ersten Binden dabei war. Nach Überlieferungen soll das Verbrennen einer Strohpuppe schon in früherer Zeit Tradition gewesen sein, vor 30 Jahren wurde diese wieder neu initiiert. Damals seien es Kurt Krüger und Richard Pardey gewesen, die den Brauch 1980 wieder in Gang gebracht hatten.
Vergangenen Sonnabend banden Udo Heppner, Reiner Rieckenberg, Reiner Pardey, Dirk Thelow und Bissendorfs Ortsbrandmeister Jörg Pardey die ansehnliche Puppe. Zum 30jährigen Jubiläum hatten sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen. Eine kleinere Version der Puppe wurde neben der knapp drei Meter großen zusätzlich gebunden. „Diese wird abends beim Osterfeuer versteigert“, so Heppner „der Erlös wird der Jugendfeuerwehr zukommen.“ Bei Einbruch der Dunkelheit waren bereits zahlreiche Bissendorfer und Gäste aus anderen Orten der Wedemark zum Osterfeuerbrandplatz gekommen und konnten neben der großen Strohpuppe, welche bereits über dem großen Berg an Brennmaterial hängte auch die kleinere Version bewundern. Diese wurde feierlich von der Feuerwehr zum Brandplatz getragen, Mitglieder der Jugendfeuer leuchteten mit Fackeln den Weg, musikalisch begleitet wurde der Einmarsch zudem vom Fanfarenzug. Nachdem das Osterfeuer entzündet, der Winter in Form der großen Strohpuppe verbrannt und somit vertrieben war, brachte die Versteigerung der kleineren Puppe 50 Euro für die Arbeit der Jugendfeuerwehr.
Für das leibliche Wohl der Gäste der Feuer in der Wedemark sorgten traditionell die Feuerwehren, wie beispielsweise auch Hellendorf, wohl dem Ort in der Wedemark, der gleich über zwei Osterfeuer verfügt. Neben dem großen direkt am Mellendorfer Kirchweg wurde den Gästen auch ein kleineres Feuer unten in der ehemaligen Sandkuhle geboten. Hier stand wie in jedem Jahr auch ein großes Festzelt, welches das Hellendorfer Osterfeuer zu einem beliebten Anlaufpunkt für Alt und Jung macht. In Mellendorf hingegen versuchten sich Unbekannte am Sonnabendmorgen gegen vier Uhr als unbefugte Entzünder des Osterfeuers. Da das Feuer relativ schnell entdeckt worden war, und der frühzeitige Brand durch die Feuerwehrleute unmittelbar gelöscht werden konnte, verbrannte etwa nur ein Drittel des Osterfeuers zu früh ab. „Da am Sonnabend sowieso noch einmal Brennmaterial gesammelt worden ist, war die Menge für das Feuer auch nach dem Anzündversuch mehr als genug“, so ein Mitglied der Mellendorfer Wehr.