„In der Wedemark lebt es sich sicher“

Kommissariatsleiter Knut Hallmann (links) und KED-Leiter Kai-Uwe Bebensee mit I-Phones, die bei einem Speditionseinbruch geraubt wurden und in Zusammenhang mit einem Betrugsdelik in der Wedemark wieder auftauchten: Eigentumsdelikte haben zugenommen, die Gesamtzahl der Straftaten ist jedoch rückläufig. Foto: A. Wiese

Immer weniger Straftaten: Kriminalstatistik mit positiven Nachrichten für die Bürger

Wedemark (awi). „In der Wedemark lebt es sich nach wie vor sehr sicher.“ Dieses Fazit ziehen Wedemarks Polizeichef Knut Hallmann und sein Kriminalermittlungsdienstleiter Kai-Uwe Bebensee bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2013. So sei die Gesamtzahl der Straftaten im letzten Jahr gegenüber dem Vorjahr um 18,65 Prozent zurückgegangen. Sowohl die Körperverletzungsdelikte als auch die Sachbeschädigungen seien deutlich weniger geworden. Im gesamten letzten Jahr wurden in der Wedemark lediglich sechs Kraftfahrzeuge entwendet. Die Eigentumskriminalität insgesamt habe zwar um rund zehn Prozent zugenommen und sei damit dem landes- beziehungsweise bundesweiten Trend bei Wohnungseinbruchsdiebstählen gefolgt, jedoch habe auch die Aufklärungsquote um mehr als drei Prozent gesteigert werden können, gab KED-Leiter Bebensee zu bedenken.
Die Polizei habe zudem auf dieses Phänomen reagiert und bezüglich der Wohnungseinbruchsdiebstähle eine zentrale Ermittlungsführung in Langenhagen eingerichtet. Auch für 2014 seien zudem wieder umfangreiche Präventionsmaßnahmen in den verschiedenen Deliktsbereichen geplant.
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariates Mellendorf wurden im Jahr 2013 insgesamt 1.213 Straftaten registriert.Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von insgesamt 278 Straftaten. Dazu merkte Bebensee an, dass im Jahr 2012 in Mellendorf ein Sammelverfahren wegen insgesamt 214 Betrugstaten geführt und aufgeklärt werden konnte und der Rückgang der Straftaten gegenüber dem Vorjahr sich schon aus diesem Umstand heraus erkläre. Von den bekanntgewordenen 1.213 Staftaten fielen insgesamt 995 in die Bearbeitungszuständigkeit des PK Mellendorf und wurden von den Beamtinnen und Beamten der Polizei Mellendorf bis zur Endabgabe an die Staatsanwaltschaft bearbeitet. Gegenüber 2012 mit 1.317 bearbeiteten Straftaten bedeutet dies einen Rückgang von 322 Taten, als minus 24,45 Prozent.
Im Verbund der Polizeiinspektion Burgdorf, zu der neben den Dienststellen in Burgdorf, Lehrte, Langenhagen und Großburgwedel auch das PK Mellendorf zählt, ist 2013 ein leichter Rückgang der bekanntgewordenen Straftaten von 15.445 auf 15.404 Taten (minus 0,27 Prozent) festzustellen. In der Polizeidirektion Hannover hingegen ist eine Zunahme der bekannt gewordenen Fälle von 109.580 auf 113.031 (plus 3,15 Prozent) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote der im Polizeikommissariat Mellendorf bearbeiteten Straftaten lag 2013 bei 54,06 Prozent. Gegenüber 2012 (60,77 Prozent) bedeutet das einen Rückgang von 6,71 Prozent. Die Erklärung hierfür ergibt sich aus dem genannten Betrugsverfahren aus 2012 mit insgesamt 214 aufgeklärten Taten, sowie zwei weiteren Sammelverfahren aus 2012 mit insgesamt rund 50 aufgeklärten Sachbeschädigungen. In 2011 hatte die Aufklärungsquote der beim PK Mellendorf bearbeiteten Verfahren noch bei 44,81 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Die Aufklärungsquote im Verbund der PI Burgdorf belief sich 2013 auf 57,79 Prozent (2012: 56,40 Prozent). Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover beträgt die Aufklärungsquote 61,42 % (2012: 61,34 %). Hinsichtlich der im Jahr 2013 im Zuständigkeitsbereich des PK Mellendorf 1213 registrierten Straftaten konnten 611 Tatverdächtige ermittelt werden.
Von diesen 611 Tatverdächtigen waren 115 nichtdeutscher Herkunft. Dieses entspricht 18,82 % aller ermittelten Tatverdächtigen. Bei Betrachtung der einzelnen Deliktsgruppen fällt zunächst positiv auf, dass die Anzahl der Körperverletzungsdelikte (gemeint sind einfache, gefährliche und fahrlässige Körperverletzung) von 98 Fällen in 2012 auf 87 in 2013 zurückgegangen ist. Die Aufklärungsquote ist dabei geringfügig von 94,90 auf 93,10 Prozent gefallen.
ür den Bereich der Eigentums-kriminalität, der mit 521 registrierten Taten (davon 453 im PK Mellendorf bearbeitet) 42,95 Prozent) des Gesamtstraftatenaufkommens ausmacht, stellt KED-Leiter Bebensee fest : Gegenüber den 472 Taten aus 2012 ist ein Zuwachs um 49 Taten, das entspricht 10,38 Prozent Fakt. Dabei handelt es sich in erster Linie um Wohnungseinbruchsdiebstähle und Diebstähle an oder aus Kfz. Erfreulicherweise konnte die Aufklärungsquote bei der Gesamtheit der Diebstahlsdelikte gegenüber dem Vorjahr nochmals um 3,29 Prozent gesteigert werden. Die Anzahl der Diebstahlsdelikte unter erschwerenden Umständen (schwerer Diebstahl) ist um 19,92 Prozent von 236 auf 283 Fälle gestiegen. Die Aufklärungsquote konnte in diesem Deliktsbereich gegenüber den Vorjahren nochmals auf nunmehr 22,26 Prozent gesteigert werden.
Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle betrug in der Wedemark 2013 95 Fälle gegenüber 72 im Jahr 2012. Damit liegt die Wedemark im behörden-, beziehungsweiselandes- und bundesweiten Trend der Zunahme der Wohnungseinbruchsdiebstähle im vergangenen Jahr. Durch intensive präventive und repressive Maßnahmen konnte allerdings auch die Aufklärungsquote gegenüber dem Vorjahr von 11,11 Prozent auf 18,95 Prozent erhöht werden, betonte Bebensee. Im vergangenen Jahr wurden in der Wedemark lediglich sechs Kraftfahrzeug-Diebstähle angezeigt. Fünf davon wurden in einer zentralen Ermittlungsgruppe bei der Polizei-
inspektion Burgdorf bearbeitet. Drei der sechs Diebstähle konnten aufgeklärt werden. 2012 waren in der Wedemark acht Kraftfahrzeuge gestohlen gemeldet worden. Ein deutlicher Anstieg von 37,68 Prozent ist bei den Diebstählen an und aus Kraftfahrzeugen zu verzeichnen. Kam es 2012 noch zu 69 Taten, so wurden im letzten Jahr 95 Fälle bekannt. Davon wurden aber lediglich 57 Anzeigen beim PK Mellendorf bearbeitet. Die restlichen 38 Taten wurden von einer Ermittlungsgruppe in der PI Burgdorf übernommen. 14,74 Prozent der Fälle wurden aufgeklärt. Bei den registrierten Fahrraddiebstählen ist eine Zunahme um 56,90 Prozent von 58 auf 91 Taten in 2013 festzustellen. Häufige Tatorte waren dabei die S-Bahnhöfe Mellendorf, Bissendorf und Bennemühlen. Die Aufklärungsquote konnte von 6,90 Prozent in 2012 auf 10,99 Prozent gesteigert werden. Gegenüber 459 bekanntgewordenen Fällen bei den Betrugsstraftaten in 2012 ist ein Rückgang um 50,76 Prozent auf 226 Taten in 2013 auf die genannte Serie im Jahr davor zurückzuführen. Die Aufklärungsquote liegt bei 73,01 Prozent. Während die Fallzahlen im Bereich des Waren- und Warenkreditbetruges gegenüber 2012 leicht gefallen sind (53 in 2013 zu 64 in 2012) konnte die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich erfreulicherweise von 54,69 auf 77,36 Prozent erhöht werden. Lediglich 28 Fälle von Leistungs- und Leistungskreditbetrug wurden 2013 im PK Mellendorf bearbeitet. Die Aufklärungsquote betrug dabei 90,62 Prozent.
Die Fallzahlen der Deliktsgruppe Sachbeschädigung sind gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Während 2012 223 Fälle registriert worden waren, sind in 2013 114 Taten zur Anzeige gelangt. Die Aufklärungsquote ist dabei von 48,88 auf 28,07 Prozent gefallen. Grund dafür sind die beiden aufgeklärten Serien von Sachbeschädigungen in Mellendorf im Jahr 2012. Die bekanntgewordenen Rauschgiftdelikte sind gegenüber dem Vorjahr deutlich von 40 auf 75 Fälle angestiegen. Grund dafür sei eindeutig die Erhöhung der Intensität bei den Ermittlungen in diesem Deliktsbereich. „Wenn wir nicht kontrollieren, können wir auch keine Verstöße registrieren“, erklärten Hallmann und Bebensee. Erfreulicherweise konnte die Aufklärungsquote in diesem Bereich nochmals um einen Prozent auf nunmehr 96 Prozent gesteigert werden. Von den 2013 ermittelten 611 Tatverdächtigen waren 54 Heranwachsende im Altern von 18 bis 21 Jahren. Das entspricht 8,84 Prozent aller Tatverdächtigen. Der Anteil der jugendlichen Tatverdächtigen im Alter von 14 bis 17 Jahren lag 2113 bei 12,93 Prozent. Die Schwerpunkte liegen dabei im Bereich der jugendtypischen Delikte wie Sachbeschädigung, Diebstahl und Körperverletzung. 31 strafunmündige Kinder konnten 2013 ermittelt werden. Das entspricht 5,07 Prozent aller ermittelten Tatverdächtigen.