Information und Diskussion über Windkraftanlagen

Die FDP-Informationsveranstaltung mit Bernhard Klockow (von links), Gero Hocker, Holger Hennies und Erik van der Vorm wird von Andrea Giese moderiert. Foto: B. Stache
 
Gero Hocker (von links), Holger Hennies, Andrea Giese, Erik van der Vorm und Bernhard Klockow anlässlich der 1. Informationsveranstaltung der FDP (Ortsverband, Regionskreisverband und Fraktion) sowie des Landvolks über das Thema Windkraftanlagen. Foto: B. Stache

Wedemärker FDP fordert 10-fach-Nabenhöhe-Distanz zur Wohnbebauung

Resse (st). „Wenn man von dem Schutzgut Mensch ausgeht, sollte bei der Genehmigung von Windkraftanlagen die Formel 10-fache-Nabenhöhe zur Anwendung kommen“, erklärte der Wedemärker FDP-Ratsherr Erik van der Vorm am Freitagabend im Heidegasthof Löns in Resse. Dorthin hatten die Liberalen zur 1. Informationsveranstaltung der FDP (Ortsverband, Regionskreisverband und Fraktion) sowie des Landvolks öffentlich eingeladen, um über Windkraftanlagen zu informieren und zu diskutieren. In seinem Statement erinnerte van der Vorm an seinen Antrag vom 23. Oktober an Bürgermeister Zychlinski zum Thema Potenzialflächen für die Windenergienutzung. Darin schlägt der FDP-Politiker vor, in die entsprechende Stellungnahme der Gemeinde Wedemark zum Regionalen Raumordnungsprogramm als Abstand von Windkrafträdern zur Wohnbebauung die Faustformel 10-H aufzunehmen. Diese beinhaltet die 10-fache Nabenhöhe eines Windrades bei der Abstandsberechnung, beispielsweise zu Ortschaften. Die Liberalen sind davon überzeugt, dass sich mit dieser Formel viele Diskussionen erübrigen, die sich bei der Planung von Windkraftanlagen aus dem Immissionsschutzgesetz ergeben. Zur Informations- und Diskussionsveranstaltung in Resse hatte Regionsabgeordneter Bernhard Klockow die zirka 15 Zuhörer begrüßt, darunter Mitglieder der Bürgerinitiative Brelingen 03. Diese hat sich jüngst gegen die Ausweisung eines Gebietes südlich von Brelingen zum Bau eines Windparks formiert. Die Moderation des Abends übernahm Andrea Giese, Vorsitzende der FDP-Wedemark. Sie stellte zu Beginn die Runde der Redner vor, den FDP-Landtagsabgeordneten Gero Hocker, Holger Hennies, Vorsitzender des Landvolkkreisverbandes Hannover, sowie Bernhard Klockow und Erik van der Vorm. Kritische Worte gegen die derzeitige Form der Windenergienutzung fand MdL Hocker. Seine Kritik, der Kunde werde mehrfach zur Kasse gebeten, unterstrich er durch entsprechende Beispiele. „Wir wollen die Energiewende mit dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) zum Erfolg führen“, so der FDP-Landtagsabgeordnete, der ebenfalls die 10-H-Regelung forderte. Holger Hennies betonte in seinem Statement: „Grundsätzlich stehen wir als Landwirte den Windkraftanlagen positiv gegenüber. Sie stärken den ländlichen Raum und haben nur einen geringen Flächenverbrauch, was für Landwirte wichtig ist.“ Zum Thema Wertschöpfung fügte er hinzu: „Wenn man die Bauern und Bürger beteiligt, kann so etwas gelingen.“ In der Region Hannover sei der Raum für das Aufstellen von Windrädern jedoch eng geworden. „Damit rücken die Anlagen immer näher an Ortslagen heran“, so der Landvolk-Vertreter. Zum Planungskonzept Windenergie trug Bernhard Klockow vor. Der FDP-Regionspolitiker sprach sich dafür aus, einige Landschaftsschutzgebiete auch als Standort für Windkraftanlagen auszuweisen. Thematisiert wurden am Abend auch die Brelingen-03-Pläne der Region, die einen Windpark zwischen Brelingen und Wiechendorf ins Auge gefasst hat, sowie die Absicht der Gemeinde Wedemark, dieses Gebiet nach Osten zu erweitern – in ein Landschaftsschutzgebiet. In der folgenden regen Diskussionsrunde wurden unter anderem die finanziellen Risiken angesprochen, die beim Betrieb von Windkraftanlagen auf deren Betreiber und Anleger zukämen. „Dies wird oft verschwiegen“, so ein Teilnehmer. „Wirtschaften geht nicht ohne Risiko“, entgegnete Holger Hennies darauf.