Internationale Begegnung in der Wedemark

Eckhard Steinmüller vom gemeinnützigen Verein JANUN (l.) erklärt den Kindern anschaulich, welche Strecke sie mit dem Ausstoß eines Gramms CO2 zurücklegen können. Foto: S. Birkner

CVJM organisiert seit 20 Jahren Jugendaustausch in Abbensen

Abbensen (sb). Wie weit kommt man mit dem Ausstoß eines Gramms CO2? Welches Fortbewegungsmittel ist in dieser Hinsicht das umweltschonendste? Der Zug, das Auto oder etwa das Flugzeug?
Lösungen auf Fragen wie diese erarbeiteten am vergangenen Mittwoch rund 90 Jugendliche auf dem Geländes des Internationalen Freizeit- und Begegnungszentrums des CVJM in Abbensen. Dort fand im Rahmen eines internationalen Jugendaustauschs ein so genannter „Nature Day“ statt – ein Naturtag, an dem die 13- bis 15-jährigen Heranwachsenden den kritischen Umgang mit den Themen Klima und Umwelt erlernten. Durchgeführt wurde der Tag mit der Unterstützung des gemeinnützigen Vereins JANUN. Dieser Verein (Jugend-Aktions-Netzwerk-Umwelt-und-Natur) gab den Jugendlichen nicht nur einen Überblick über die wichtigsten Informationen zum Thema Klima und Klimaschutz, sondern führte auch anschauliche Workshops durch. So rollten sie als Antwort auf die oben gestellten Fragen Fäden aus und schauten, mit welchem Verkehrsmittel sie pro ausgestoßenem Gramm CO2 am weitesten kommen. Auch das Ertasten von Bäumen mit verbundenen Augen bereitete den Kindern große Freunde. Außerdem konnten die Jugendlichen ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck ermitteln und so erfahren, in welchem Maße ihr individueller Lebensstil die Umwelt belastet. Finanzielle Unterstützung erhielt JANUN von der Klimaschutzagentur Region Hannover.
Das internationale Camp findet in der heutigen Form bereits seit 20 Jahren statt, wie Arne Decker vom CVJM berichtete. „Die Jugendlichen kommen aus Deutschland, den USA, Spanien und Russland. Wir unterhalten uns alle auf Englisch, das macht niemandem hier Probleme“, freute er sich. In Kooperation mit Partnervereinen aus den jeweiligen Ländern organisiert der CVJM die insgesamt vierwöchige Aktion. Vergleichbare Begegnungen finden auch in Abbensen schon rund 50 Jahre statt. Eine Woche lang lebten die rund 30 ausländischen Jugendlichen bereits in Gastfamilien, ehe jetzt der zweiwöchige Camp-Aufenthalt folgt. Bald werden sie noch quer durch die Bundesrepublik reisen und bedeutende kulturelle und historische Orte kennenlernen. „Das ist dann keine Spaßveranstaltung mehr“, erklärte Becker. So stünden unter anderem ehemalige Konzentrationslager und der Checkpoint Charlie in der Hauptstadt auf dem Programm. Im kommenden Jahr werden die deutschen Teilnehmer, die übrigens überwiegend aus der Region Hannover stammen, nach Japan zu einem vergleichbaren Aufenthalt reisen. „Erfahrungsgemäß sind das unvergessliche Reisen für die jungen Teilnehmer“, erklärte Decker, der diese Art von Jugendbegegnungen hauptberuflich für den CVJM plant und organisiert.