Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Wedemark. Der 25. November ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“. Menschenrechtsorganisationen organisieren seit über 35 Jahren alljährlich zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen auf der Agenda stehen. 1999 beschloss die UN-Generalversammlung, den 25. November zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen zu bestimmen.
Themen wie häusliche Gewalt, Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Genitalverstümmelung oder Zwangsheirat stehen im Mittelpunkt des Aktionstages. Mit dem internationalen Gedenktag soll das öffentliche Interesse auf die Gewalt gegen Frauen gelenkt und Strategien zur Bekämpfung in den Mittelpunkt gerückt werden. „Das Thema betrifft uns alle. Die Zahlen häuslicher Gewalt steigen auch in der beschaulichen Wedemark leider stetig“, stellt die Silke Steffen-Beck, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde bedauernd fest. „5,5 Prozent mehr Erstinterventionen mit Polizeibegleitung gab es 2016 bei uns im Vergleich zu 2015. Gegenüber dem Jahr 2013 ist das sogar eine Steigerung um 52 Prozent.“
Neben den Erstinterventionen suchten betroffene Mädchen ab 13 Jahre und Frauen neben der beschriebenen Thematik, zu weiteren Gewaltproblematiken Unterstützung. Dazu gehören sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, psychische Gewalt, Mobbing und ähnliches. In der Beratungsstelle „Ophelia, Beratungszentrum für Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrung Langenhagen“ erhielten sie Unterstützung. Laut Ophelia gab es 2016 im Vergleich zu 2015 ein 76 Prozent mehr Selbstmelderinnen, im Vergleich zu 2013 durch die schwankenden Zahlen von insgesamt 20 Prozent.
Diese Zahlen verdeutlichten, so Silke Steffen-Beck, dass gute Vernetzung und Kooperation unerlässlich seien. Polizei, Beratungsstellen, Kinderschutz und einige mehr wären wichtige Partner, um Opfern eine gute Chance auf eine gewaltfreie Lebensperspektive zu geben.
Anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ wurde am Mittwoch, 22. November, das Theaterstück „Die Wortlose“ durch das Projekt „Ja! zum Nein“ der Gemeinde Wedemark aufgeführt. Das Thema wurde damit auf ein breites und öffentliches Podest gehoben. Netzwerkpartnerinnen und -partner aus dem Runden Tisch gegen Gewalt der Kommunen Wedemark, Burgwedel und Isernhagen unterstützten die Veranstaltung tatkräftig.
„Die Gemeinde Wedemark stellt sich als Arbeitgeber der Realität“, bemerkt die Gleichstellungsbeauftragte. „Wir wissen, dass auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von häuslicher Gewalt bedroht oder betroffen sind. Führungskräfte sind zum Thema geschult worden, und wir stellen Betroffenen wie Betreuenden Informations- und Unterstützungsmaterialien zur Verfügung.“
An diesem Wochenende wird an dem Rathaus der Gemeinde Wedemark, wie an vielen anderen Rathäusern auch, die Flagge von terres des femmes wehen und damit ein Zeichen setzen gegen Gewalt.