Jäger sind mit dem Jahr 2016 zufrieden

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft und weitere Verdienste beim Hegering Wedemark durch den Vorsitzenden Henrik Bardeck (von links) für Detlef Märtens, Wilhelm Balke, Peter Völcker, Friedel Depke, Hans Jürgen Krokohr, Karl Heinz Fricke und Ulrich Goeldel. Foto: A. Wiese
 
Die Trophäenschau ist für die Besucher der Versammlung jedes Jahr sehr interessant.

Hegering Wedemark ehrte Waidgenossen für langjährige Mitgliedschaft

Wedemark (awi). Das erste Jahr unter einem neuen Vorstand ist für den Hegering erfolgreich verlaufen, konnte der im letzten Jahr neu gewählte Vorsitzende Henrik Bardeck bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend im Alten Zöllnerhaus in Schlage-Ickhorst zufrieden vermelden. Ihre ebenfalls erfolgreiche Strecke belegten sie mit der traditionellen Trophäenschau, die von den Bläsern nach dem Bericht verblasen wurde, und bei der als Rarität sogar das Geweih eines von Cord Reimann im Bissendorfer Revier erlegter Damhirsch zu sehen war. Zum Auftakt begrüßte Hegeringleiter Bardeck seinen Vorgänger Folke Hein, die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg und den Vorsitzenden der Jägerschaft Burgdorf, Otto Thiele sowie die neue Schriftführerin der Jägerschaft, Sybille Bruns. In ihrem Grußwort freute sich Editha Lorberg, selbst Jägerin von ganzem Herzen, in diesem Rahmen sprechen zu dürfen. Sie sei glücklich und stolz, dazuzugehören. "Wir Jäger sind die am besten ausgebildeten Naturschützen, die es in Deutschland gibt", betonte sie. Die Nähe zur Natur und zum Wild sei tief im Herzen verwurzelt. Lorberg wandte sich gegen eine weitere Verschärfung der Waffengesetze in der EU sowie die Forderung von Naturschützern auf eine ganzjährige Bejagung des Waschbären, weil die erheblich gestiegene Population sich an den Krötenfangzäunen bediene und so die Krötenpopulation dezimiere. Zumindest der Mutterschutz der Waschbären müsse gewährleistet sein, forderte Lorberg. Kurz ging die CDU-Politikerin auch auf das Thema "Wolf" ein, mit dem sich der Landtags fast täglich zu beschäftigen habe. Sie habe Verständnis für die Nutztierhalter, die sich von der Politik alleingelassen fühlten mit dem materiellen ideellen Verlust, wenn der Wolf Schafe und andere Nutztiere reiße. "Der Schwarze Peter um den Wolf darf nicht auf dem Rücken der Jäger ausgetragen werden", forderte Lorberg und machte kein Hehl daraus, dass der Wahlkampf auf Landesebene in vollem Gange ist: „Ich wünsche mir, dass ab nächstem Jahr der grüne Spuk in Hannover ein Ende hat!" Der Vorsitzende der Jägerschaft Burgdorf, Otto Thiele, hieb in die gleiche Kerbe, als er "nach der Wölfin der CDU" das Wort ergriff: „Wählen Sie, was Sie wollen, aber verhindern Sie Grün!", rief Thiele in den voll besetzten Saal in Schlage-Ickhorst und erinnerte seine Zuhörer: "Jede Prinzessin auf der Welt, auch Rotkäppchen, wurden von Jägern befreit nicht von Vegetariern!"
Bei den Jägern werden die Ehrungen traditionell vor den Berichten durchgeführt und so gab es Urkunden und Ehrennadeln für Detlef Märtensaus Hellendorf, Hans-Jürgen Krokohr aus Lindwedel und Ulrich Goeldel für 25 Jahre Mitgliedschaft, für Karl-Heinz Fricke aus Resse für 40 Jahre und für Friedel Depke aus Elze für 50 Jahre Mitgliedschaft. Peter Völcker aus Brelingen wurde zwar ebenfalls für 40-jährige Mitgiedschaft nach vorne gerufen, bekommt Ehrennadel und Urkunde aber auf eigenen Wunsch bei der Versammlung der Jägerschaft in Burgdorf. Für außerordentliche Leistungen im Deutschen Treiberwesen wurde Wilhelm Balke aus Hellendorf mit der Stocknadel ausgezeichnet.
212 Mitglieder hat der Hegering Wedemark aktuell: Neun schieden 2016 aus, zehn neue konnten gewonnen werden. Die Chance, sich ihren Waidgenossen kurz vorzustellen, nutzten Heike Aßmus, Heinrich Engehausen, Maximilian Jennert und Pia Noatnick. Bardeck bedankten sich im Namen des Vorstandes herzlich bei den Revierinhabern, die ihr Revier für Ausbildungszwecke oder Ferienpassaktionen zur Verfügung gestellt hatten. Auch allen anderen Helfern galt sein Dank, insbesondere auch den Mitgliedern des Vorstandes sowie den Obleuten, die in den vergangenen zwölf Monaten eine hervorragende Arbeit geleistet hätten. Das gelte auch für seinen Vorgänger Folke Hein, der ihm jederzeit mit seinem guten Rat zur Seite stand.
Da der zweite Vorsitzende Dierk Bahlburg bei der Versammlung aus persönlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, trug Ulrich Goeldel den Streckenbericht vor. Zwei Stück Rotwild seien 2016 im Revier östlich der A7 geschossen worden. Das sei ein Abwärtstrend, wie er auch beim Damwild zu verzeichnen sei, wo ebenfalls ein weibliches und ein männliches Tier erlegt wurden. Erfreulich sei die Bilanz bei Schwarzwild: 362 Wildschweine wurden erlegt, das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr davor. Darunter seien auch zwei Keiler mit mehr als 100 Kilogramm gewesen. Für die Wedemark sei das die höchste Schwarzwildstrecke seit 2008. Alarmierend sei, dass die Schwarzwild-Population so hoch wie nie zuvor sei. "Da müssen wir dranbleiben", rief Goeldel seinen Waidgenossen zu und warnte zugleich vor der afrikanischen Schweinepest.
Auch beim Rehwild gebe es es einige interessante Trophäen. 733 Stück seien geschossen worden. Nach wie vor sei Fallwild ein Thema. Tatsache sei aber auch, dass der Abschuss rund 30 Prozent unter der Vorgabe geblieben und die Quote somit trotz leicht steigender Rehwildstrecke nicht erfüllt worden sei. Goeldel rief die Jäger auf, das Rehwild noch konsequenter in der Nähe großer Straßen zu bejagen. Beim Federwild mit insgesamt 1.129 Stück stach vor allem die Zahl der Ringeltauben mit 374 und der Stockenten mit 255 heraus. Intensiver müssten die Krähen bejagt werden, merkte Goeldel an.
Hegeringvorsitzender Henrik Bardeck ging bei seinem Jahresbericht besonders auf Änderungen im niedersächsischen Jagdgesetz ein, die demnächst in Kraft treten sollten, aber niemand könne zurzeit genau sagen, wann. Dabei gehe es um die Aufhebung der Verbots von Schalldämpfern für Jagdwaffen, die Verpflichtung bei der Jagd auf Haarwild einen Schießnachweis mit sich zu führen und das Verbot bleihaltiger Büchsenmunition. Nach dem Vorsitzenden lieferten die Obleute ihre Berichte ab, für den Naturschutz Folke Hein, der vor allem von Ferienpass- und Pflegemaßnahmen berichtete, für die Bläser Klaus Breitkopf, der von 15 Auftritten erzählte, für das Schießwesen Mark Behme und für das Hundewesen Katja Deiters. Umrahmt wurde die Hauptversammlung des Hegerings Wedemark wie immer von den Bläsern.