Jagau informiert sich über Status Quo

Die Fünftklässler Bruno Puschmann und Jonas Meyer (rechts, beide 11) erläuterten Regionspräsident Hauke Jagau mit viel Forschergeist die Funktionsweise ihrer Roboter. (Foto: S. Birkner)

Regionspräsident besuchte IGS Wedemark

Mellendorf (sb). Zwei Meter nach vorne, eine Drehung um 180 Grad und wieder zurück – Regionspräsident Hauke Jagau war gerne bereit, sich einen solchen Befehl auszudenken. Während seines Besuchs der IGS Wedemark am Dienstagmorgen war er von den Schülern der Forscherklasse gebeten worden, sie anzuweisen, wie sie ihre Lego-Roboter zu programmieren haben. So schrieb der Politiker Befehle an die Tafel, die die Heranwachsenden ihren Maschinen einprogrammierten und sie zum Staunen des Politikers auf dem Fußboden des Klassenraums nach Anleitung umherfahren ließen.(Es war eine sinnbildhafte Aktion der IGS-Schüler: Sie traten selbstbewusst und als geschlossene Einheit auf.
Jagau war genau deswegen nach Mellendorf gekommen: Er wollte sich erkundigen, wie sich die IGS Wedemark seit Aufnahme der Arbeit vor einem Dreivierteljahr entwickelt hat. „Das Installieren einer komplett neuen Schulform ist ein spannendes Projekt und verdient gehörigen Mut einer Gemeinde“, lobte Jagau.
Es sei „schön zu sehen“, wie sich schon nach so kurzer Zeit eine Gemeinschaft zwischen den vielen Kindern bilde, sagte der Regionspräsident. Die IGS sei eine Schulform, die den Menschen als solchen sehe und nicht zwanghaft leistungsorientiert arbeite. „Dieser Gedanke kommt bei anderen Schulformen oft zu kurz“, kritisierte der SPD-Politiker. Auch in Hinblick auf die provisorische Raumsituation (die IGS ist vorübergehend in Containern untergebracht) war Jagau sehr zufrieden. Es sei unverkennbar, dass sich der Gemeinschaftsgeist den räumlichen Bedingungen zum Trotz hervorragend entwickelt habe. „Außerdem wird das ja bald ein Ende haben“, erklärte er. Gemeindebürgermeister Tjark Bartels, der mit dem Regionsabgeordneten Helge Zychlinski vor Ort war, sprach von „bewundernswertem Pioniergeist“, den die Schüler an den Tag legten. Er versprach eine erhebliche Verbesserung der räumlichen Situation mit Bezug des neuen Schulzentrums. Die Schulleiterin der IGS, Heike Schlimme-Graab, lobte die Arbeit der IGS-Lehrer, aber auch die der Elternvertreter in den höchsten Tönen. „Es ist wirklich erstaunlich, was sich hier in der kurzen Zeit für eine tolle Schülergemeinschaft entwickelt hat, die immer auf die Unterstützung der Eltern und Lehrer bauen kann“, lobte sie. Besonders die Maßnahmen zur klassenübergreifenden Gemeinschaftsbildung, zum Beispiel der Besuch des gesamten Jahrgangs auf einer Burg oder die Durchführung einer Projektwoche, hätten hervorragend gefruchtet. Schlimme-Graab versprach zur Zufriedenheit Jagaus, dass auch mit der Vergrößerung der Schule im kommenden Schuljahr eine Gemeinschaft angestrebt werde. „Es ist unser Ziel, dass fünfter und sechster Jahrgang ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln“, blickte sie voraus.