Jakobsweg - Lesung von Carmen Rohrbach

Unterwegs mit Esel „Chocolat“ auf dem Pilgerweg in Frankreich

Bissendorf. Zu einer Multimedia-Show mit Lesung aus ihrem Buch über den Jakobsweg kommt die bekannte Reiseschriftstellerin Carmen Rohrbach am 23. November, ab 20.00 Uhr nach Bissendorf. Der Vortrag im Bürgerhaus Bissendorf bildet den Höhepunkt einer kleinen Veranstaltungsreihe, die die Bücherei Bissendorf aus Anlass ihres 30. Geburtstages geplant hat. Nicht erst seit dem Buch von Hape Kerkeling ist der Jakobsweg bekannt und beliebt. Millionen von Menschen sind seit dem Mittelalter auf diesem Pilgerpfad Richtung Santiago de Compostela gezogen, geleitet von der Jakobsmuschel als Symbol des Weges. Bereits damals überzog ein engmaschiges Wegenetz Europa, und viele dieser alten Routen werden heute wiederentdeckt. Carmen Rohrbach begibt sich auf ihrer Wanderung nicht auf den „camino“, den spanischen Teil der Strecke. Stattdessen entscheidet sie sich für den südfranzösischen Part, die „via podiensis“ mit ihren spektakulären Landschaften und Ausblicken. Carmen Rohrbach wählt die klassische Reisevariante mit einem Esel. Allerdings verläuft die Suche nach einem tierischen Gefährten anfangs schwieriger als gedacht.
Als sie schließlich auf einem abgelegenen Gebirgshof in der Schlucht der Ardèche ihren Traumesel entdeckt, ist es Liebe auf den ersten Blick. „Chocolat“: ein Esel schwarz wie Schokolade! Das Tier trägt zwar fortan willig das Gepäck, beschert aber auch weite Umwege, wenn er sich nicht traut, über Brücken zu gehen oder durch Bäche zu waten. Durch seinen liebenswerten Eigensinn beginnt so manches Abenteuer, das zusätzlich bewältigt werden muss. Bevor die promovierte Biologin Carmen Rohrbach als Reiseschriftstellerin bekannt wurde, führte sie selbst ein Leben, über das man ein Buch schreiben könnte. Geboren und aufgewachsen in der DDR ist sie getrieben vom Wunsch nach Freiheit und Reisen in die weite Welt. Schließlich versucht sie eine dramatische Flucht über die Ostsee, wird aber aufgegriffen, zu zwei Jahren Haft verurteilt
und 1976 von der Bundesrepublik freigekauft.