Jungfer Anni nahm die CDU und ihre Gäste mit in die Historie

Viel Spaß hatten die Teilnehmer der Gästeführung mit dem CDU-Gemeindeverband auf dem Bissendorer Amtshof mit Jungfer Anni. Foto: A. Wiese

Von Georg Wilhelm, Sophie Dorothea und anderen Adeligen

Bissendorf (awi). Dass es auch in der Wedemark viele schöne Plätze gibt und man gar nicht unbedingt in den Urlaub fahren muss, um interessante Dinge zu sehen und zu erfahren, das wollte der CDU-Gemeindeverband letzte Woche mit seiner Ortsführung durch Bissendorf unter kundiger Leitung von Jungfer Anni unter Beweis stellen. Viele Interessierte waren gekommen, um etwas über die Geschichte Bissendorfs zu erfahren, bei der auch die gerade 300-jähriges Jubiläum feiernde Personalunion eine Rolle spielte, über die man sich übrigens auch ganz detailliert in der Sonderausstellung im Heimatmuseum über der Bibliothek informieren kann. Nach der Begrüßung durch die Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg vor dem Bürgerhaus kam Jungfer Anni auch gleich zur Sache: Um Georg Wilhelm von Calenberg die Übernahme der Amtsgeschäfte in der Heimat schmackhaft zu machen und ihn aus Italien wieder nach Hannover zu locken, wo er Sophie von der Pfalz heiraten sollte, erhöhte sein Vater ihm die Apanage. Doch der Sohn dankte es ihm schlecht, ließ in Italien die sprichwörtliche „Sau“ raus, so Jungfer Anni in ihrer unverblümten Art und brachte ihm „Untergeschoss eine unangenehme Krankheit mit“. Den „gebrauchten Kerl“ habe Sophie dann nicht mehr gewollt. Damit aber Hannover nicht auf die 100.000 Taler Mitgift verzichten und dazu noch Entschädigung zahlen musste, verheiratete man sie kurzerhand mit dem anderen Sohn – der berühmte „Brauttausch der Welfen“. Der in Ungnade gefallene Bruder musste dafür einen Vertrag unterschreiben, in dem er sich verpflchtete, weder jemals zu heiraten noch Kinder zu bekommen. Natürlich habe er sich da nicht dran gehalten, referierte Jungfer Anni und unterstrich ihre Erzählungen, indem sie sich die entsprechenden Personen aus dem Publikm der Gästeführung holte und mit entsprechenden Accessoires ausstattete. Georg Wilhelm nahm sich eine Französin und bekam mit ihr einen Sohn. In Celle war derweil ein Töchterchen geboren worden. Da der Opa aber sein Erbe nicht unter den Enkelkindern aufteilen wollte, verheiratete er sie kurzerhand und das so zwangsvermählte Paar setzte auch schnell Kinder in die Welt. Glücklich wurden die beiden jedoch nicht miteinander und suchten sich jeweils neue Partner. Doch das ging nicht gut aus: Der gehörnte Ehemann fing – ungeachtet der Tatsache, dass er selbst seiner Frau Hörner aufsetzte – Sophie Dorotheas Briefe an ihren Geliebten Königsmark ab. Der Geliebte verschwand auf ominöse Weise und Sophie Dorothea wurde in die Verbannung auf Schloss Ahlden geschickt. Nach dieser spannenden Geschichte marschierte die Wedemärker CDU mit ihren Gästen und der Gästeführerin weiter durch Bissendorf und erfuhr noch viel darüber, wie sich England einen König aus Hannover ausgeliehen habe und so 123 Jahre in Folge fünf hannoversche Könige auf dem englischen Thron regiert hätten.