Jungindianer für drei Tage

Glückliche Jungindianer nach drei Tagen Waldleben: Hier posieren die zehn Kinder mit ihren Betreuerinnen Lisa Fischer (Miakoda, ganz links) und Annika Dietrich (Peta, ganz rechts). (Foto: S. Birkner)

Gelungene Ferienpassaktion im Wald

Mellendorf (sb). Als Nachwuchsindianer muss man wirklich an alles denken: Damit das Heranpirschen an Feinde oder Beute erfolgreich verläuft, bedarf es der richtigen Tarnung. Auch schlafen sollte der Stamm keinesfalls unter freiem Himmel – somit ist ein sicheres Tipi erforderlich. Und wenn der Dorfälteste einmal versagt, sind Traumfänger ein probates Mittel, um die Gruppe vor bösen Geistern zu schützen. Rund um das Thema Indianer drehte es sich in der vergangenen Woche bei einer Ferienpassaktion des Vereins Waldkinder Wedemark. Ein Waldstück im Westen des Mellendorfer Berges, gelegen an der Verlängerung der Straße Kickersberg, war von Montag bis Mittwoch Heimat von insgesamt zehn Jungindianern. Neun Jungen und ein Mädchen lernten mit ihren zwei Betreuerinnen unter dem Motto „Schatten der Wälder“ das Leben in einem Irokesenstamm kennen. Bevor am Mittwochmittag die Eltern der Indianer-Schützlinge eingeladen waren, sich ein Bild vom Gelernten und Erarbeiteten zu machen, gab es eine Menge zu tun. Als erstes ging es am Montag an die Namensgebung. Feierlich und mit einem Taufritual wurden die Indianerjünglinge am ersten Tag im Wald nach einer für sie charakteristischen Eigenschaft benannt. Die Schnelle Reiterin und der Forscherchef waren danach ebenso in der Irokesen-Gruppe vertreten wie der Gute Kletterer und der Große Bär. Nachdem die Gruppe am Dienstag ihren Sammelplatz, das Tipi, errichtet und sich ausreichend mit Federn, Blättern und Gräsern getarnt hatte, stand der weitere Tagesablauf im Zeichen der Fortbewegung. Die Maxime lautete, möglichst so durch den Wald zu schleichen, dass keine Spuren hinterlassen werden. Dazu wurden auch Seile über den Boden gespannt. Bevor die Eltern der Sieben- bis Zehnjährigen im Wald erschienen, bastelten die Kinder nicht nur die Traumfänger, sondern schnitzten auch Schmuck und Glücksbringer.
Als Leiterinnen für die Gruppe waren Lisa Fischer (mit dem Indianernamen Miakoda) und Annika Dietrich (Peta) verantwortlich. Dietrich freute sich darüber, wie gut die zehn Teilnehmer die erlebnisreichen Tage aufnahmen. „DasGemeinschaftsgefühl war zu jeder Zeit hervorragend“, betonte sie gegen Ende der drei Tage. Bereits im vergangenen Jahr, als eine ähnliche Ferienpassaktion stattgefunden hatte, hatte sich die stellvertretende Vorsitzende der Waldkinder Wedemark, Petra Lindwedel, zu der Aktion geäußert. So sprach sie sich schon damals für die Waldpädagogik als eigenen Bestandteil der Erziehung aus, was von durchweg positiven Erfahrungen der diesjährigen Auflage der Aktion unterstützt wird.