Kinder brennen Muster ins Holz

Mit heißen Malkolben brannten die Elf- bis 14-Jährigen Muster und Schriftzüge in Holzoberflächen ein. Die Cafeteria der Wedemark-Sporthalle wurde zum hellen Atelier, in dem Sabine Glandorf die jungen Künstler enthusiastisch betreute. Foto: S. Birkner

Kreativaktionen des Julius-Clubs ergänzen Leseförderung

Mellendorf (sb). „Jugend liest und schreibt“, verbirgt sich im Namen des Julius-Clubs. Das war am Montagvormittag ausnahmsweise anders, denn es hieß: Jugend bastelt!
Die helle Cafeteria der Wedemark-Sporthalle erwies sich als ausgezeichnetes Atelier für elf Jungen und Mädchen, die fleißig an der Gestaltung von Holzoberflächen arbeiteten. Dazu nutzen sie sogenannte Brandmalkolben, also glühende, lötkolbenähnliche Werkzeuge, deren Druck und Hitze das Holz imprägniert. Der Julius-Club stellte neben diesen Geräten hölzerne Spiegelfassungen und Vogelhäuser zur Verfügung und das muntere Basteln konnte beginnen. Malend und tuschend, zeichnend und lötend verzierten die Kinder ihre kleinen Kunstwerke, die sie nachher natürlich mit nach Hause nehmen durften.
An ihrer Seite stand, nicht minder fleißig, die Künstlerin Sabine Glandorf, deren Bekanntschaft einige Kinder schon im Mittagsatelier der IGS gemacht hatten. Dank der Finanzierung durch die Niedersächsische Büchereizentrale und die VGH-Stiftung sind Aktionen des Julius-Clubs für alle Kinder kostenlos.
Wie schon in der Vorjahren betreuen und organisieren Uschi Thammenhein und Melanie Röver die Veranstaltungen für Elf- bis 14-Jährige. Als Mitarbeiterinnen der Gemeindebibliothek kümmern sie sich um die Leseprojekte des Julius-Clubs und Mitmachaktionen wie die Holzwerkstatt. In den nächsten Wochen sind, längst ausgebucht, Ausflüge in die Sternwarte nach Linden und ins Bundesligastation von Hannover 96 geplant. Hier in der Wedemark wird es Krimispiele und Manga-Zeichenkurse geben.
Abseits dieser bunten Aktionen versteht sich Julius tatsächlich in erster Linie als Leseclub, dessen junge Teilnehmer in den Sommermonaten Lesediplome erreichen können. Aus einem Spektrum von rund 100 Büchern dürfen sich die Kinder Exemplare ausleihen und sie nach dem Lesen im vorgegebenen Rahmen reflektieren. Jedem Buch ist ein Fragebogen zugeordnet, der Wissen aus dem Buch und das eigene Empfinden des Lesers abfragt. Die Mädchen und Jungen beantworten zum Beispiel die Frage, ob und warum sie das vorliegende Werk gern in der Schule lesen würden oder nicht. Beim gesamten Bücherspektrum handelt es sich um Neuerscheinungen.
Nach dem Ende des Julius-Jahres am 18. September findet eine feierliche Diplomverleihung für die jungen Leser statt, die die Lesebegeisterung ganz offiziell dokumentiert und auch in Schulzeugnissen Anerkennung findet. Club-Mitglieder, die zwei Bücher lesen und bewerten, erhalten die einfache Auszeichnung. Wer fünf oder mehr Bücher schafft, erhält das sogenannte Vielleser-Diplom.