Kinder lernen vom Künstler

Kinder der Montessori-Grundschule Bissendorf-Wietze vor einem Papier- Modell ihres Kunstwerks. Bei der Arbeit angeleitet werden sie vom hannoveraner Künstler Bernd Steinkamp und der Rektorin Stephanie Rifai. Foto: N. Mandel

Montessori-Schule bietet spannendes Lernfeld

Bissendorf-Wietze (nm). Die Montessori-Grundschule Bissendorf-Wietze hat ein Kunstprojekt mit dem hannoverschen Künstler Bernd Steinkamp ins Leben gerufen. Entstanden ist die Zusammenarbeit anlässlich der Ausstellung „Männchen, Stiere, Sensationen“ von Bernd Steinkamp in der Bürgergalerie Augenhöhe im Rathaus der Gemeinde Wedemark. Die Kulturbeauftragte der Gemeinde Angela von Mirbach hat den Kontakt hergestellt: Auf der Vernissage trugen Schüler der Montessori-Grundschule Texte zu dem Werken des Künstlers vor, die sie nach der Betrachtung seiner Bilder geschrieben hatten. Dafür wollte sich Steinkamp mit einem Projekt in der Schule revangieren. Dieses steht nun kurz vor dem vorläufigen Abschluss. Fieberhaft malen die Kinder der ersten bis vierten Klasse quadratische Fliesen bunt an. Diese sollen mit Klett auf eine Konstruktion aufgebracht werden, die die Eltern im Flur der Schule an der Wand angebracht haben. Es entsteht eine bunte Fläche aus einzelnen individuellen Fliesen aller Kinder. Die Fliesen bleiben austauschbar. Wenn ein Kind beispielsweise die Schule verlässt oder wenn ein neues hinzukommt können einzelne Fliesen ersetzt werden. Es ist aber auch denkbar, die Fliesen in bestimmten Abständen komplett und unter unterschiedlichem Motto wieder neu entstehen zu lassen. Das jeweilige Gesamtergebnis wird fotografiert und archiviert, die Arbeit der Kinder wird gefilmt, so dass das Projekt von der Entstehung bis zur Fertigstellung dokumentiert wird.
Die Schulleiterin Stephanie Rifai erklärt den Ansatz: „Wir möchten unseren 44 Kindern die Möglichkeit geben, Menschen aus anderen Berufen kennenzulernen.“ In diesem Falle eben Künstler. Das sich mit der Zeit immer wieder wandelnde Kunstwerk ist in der Schule vom Gemeinschaftsraum gut einsehbar. Es bildet die anwesenden Schüler zum Zeitpunkt der Entstehung in gewisser Weise ab. Die immer wieder neue Begegnung mit dieser Abbildung macht eine Reflektion des einzelnen Kindes mit der gemeinsamen Arbeit möglich, zeigt es doch immer wieder neu den individuellen Aspekt in der Gemeinschaft.