Kinderfeuerwehren kommen

SPD-Fraktion im Gespräch mit Gemeindefeuerwehr

Wedemark. Auf Einladung der SPD-Fraktion im Gemeinderat Wedemark fand am 14. November ein ausführliches Gespräch mit Vertretern der Gemeindefeuerwehr Wedemark statt. Der Fraktionsvorsitzende Jürgen Benk begrüßte die stellvertretenden Gemeindebandmeister Jens Kahlmeyer und Klaus Wilhelms sowie Christoph Meyer, den Gemeindejugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark. Benk informierte seine Fraktionskolleginnen und –kollegen kurz über den anstehenden Themenschwerpunkt „Kinderfeuerwehren“. Ein entsprechender Satzungsentwurf befinde sich derzeit in der Abstimmung zwischen Gemeindeverwaltung und der Spitze der Gemeinde-Feuerwehr. Ziel für die SPD sei es, so Benk, dass sich seine Fraktion in dieser Frage gründlich informiere um dann in Gemeinderat zu einer sachgerechten Entscheidung zu kommen.
Jens Kahlmeyer informierte gemeinsam mit seinen beiden Kameraden sehr anschaulich die Probleme und Ziele, die mit der Organisation einer Kinderfeuerwehr in den Ortsfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wedemark im Zusammenhang stehen. Die von der Feuerwehr der Gemeinde Wedemark erstellten Grundsätze für eine zukünftige Kinderfeuerwehr befinden sich in Übereinstimmung mit dem Landesfeuerwehrverband und berücksichtigen gleichzeitig die Erfahrungen der benachbarten Gemeindefeuerwehren. Auch die Freiwilligen Feuerwehren müssen sich, so Kahlmeyer, auf den demografischen Wandel in der Bevölkerung einstellen. Das bedeutet auch neue Wege für eine Nachwuchswerbung und –gewinnung zu suchen und zu finden. Die Mitgliederentwicklung bei allen Freiwilligen Feuerwehren im Jugend- und Kinderbereich zeigen rückläufige Tendenzen auf. Diese sind bisher noch nicht dramatisch aber deutlich erkennbar. Mit den neuen Kinderfeuerwehren soll dieser Tendenz gegengesteuert werden.
Nach den derzeitigen Bestimmungen für die Jugendfeuerwehren können Kinder und Jugendliche ab dem zehnten Lebensjahr Mitglied der Jugendfeuerwehr werden. Erfreulich sei es, so die Vertreter der Gemeindefeuerwehr übereinstimmend, dass es inzwischen keinerlei Berührungsängste für Frauen und Mädchen mehr gibt, sich den Freiwilligen Feuerwehren anzuschließen. Ein Drittel aller Feuerwehrmitglieder in der Wedemark sind inzwischen weiblich. Christoph Meyer erwartet langfristig in einigen Wehren ein Verhältnis von 50:50. Für diesen Bereich muss demnach keine besondere Werbung mehr gemacht werden. Anders sieht es allerdings in der Werbung bei Kindern unter zehn Jahren aus. Es gibt hier auch keine längeren Erfahrungen in den Feuerwehren. Die FFW der Wedemark hat zwar bereits seit mindestens zehn Jahren Erfahrungen mit der Kinderbetreuung in sogenannten Spiel- und Krabbelgruppen ab dem achten Lebensjahr. Nunmehr soll auch durch Satzung abgesichert, diese Altersgrenze auf des sechste Lebensjahr abgesenkt werden. Die von der FFW der Gemeinde Wedemark aufgestellten Grundsätze über die Organisation der Kinderfeuerwehr berücksichtigt auch der besonders in dieser Altersgruppe wichtigen Fragen der Versicherung und der örtlichen Betreuung. Es sollen Grundlagen geschaffen werden, auf der die Ortsfeuerwehren selber entscheiden können, wie sie mit dieser Altersgruppe umgehen wollen. Schwerpunkte der kleinen „Feuerwehrleute“ sollen Spiel und Sport, Basteln, Brandschutzerziehung, der Besuch von Feuerwehren und Verkehrserziehung sein. Die Rechtssicherheit für die Kinder können zwar in einer Satzung verankert werden, der Erfahrungs- und Praxisaustausch müsse aber mit den Kameraden der Region Hannover erfolgen, die bereits mehr Erfahrungen mit dieser Altersgruppe haben. Namentlich nannte Kahlmeyer Neustadt, Langenhagen, Seelze, Burgwedel und Hannover. Auch an die Betreuer muss gedacht werden. Ihnen sollen entsprechende Lehrgänge angeboten werden. Auch eine besondere Motivation für den Nachwuchs haben sich die Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr bereits einfallen lassen. So sollen mehrstufige „Kinderflammen“ je nach Ausbildungsstand vergeben werden, die auch an der Kleidung angebracht werden können. Die Nachfragen der SPD-Fraktionsmitglieder konnten insgesamt zufriedenstellend beantwortet werden. Jürgen Benk bedankte sich bei den drei Kameraden der Gemeindefeuerwehr und sagte ihnen die Unterstützung seiner Fraktion bei ihrem Vorhaben zu.