Kinderfreunde erhalten Zuschlag für Krippe

Begehung der Baustelle für Kindertagesstätte am Gilborn in der Berthold-Otto-Schule am Donnerstagnachmittag: Susanne Bischof vom Fachbereich Hochbau der Gemeinde, Bürgermeister Helge Zychlinski, Fachbereichsleiter Jörg Clausing, die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf und der Vorsitzende des Vereins der Kinderfreunde als Betreiber der Kita, Tim Arndt-Sinner. Foto: A. Wiese

Neubau am Haus am Teich – Umbauarbeiten für Kita in der Schule laufen

Mellendorf (awi). Die Gemeinde schafft weitere Kinderbetreuungsplätze und investiert kräftig in die entsprechenden Räumlichkeiten: 750.000 Euro allein in den Umbau der Berthold-Otto-Schule am Gilborn, deren gesamter hinterer Trakt die jetzt provisorisch im vorderen Bereich untergebrachte zweigruppige Kita und eine Krippengruppe aufnehmen soll.
Dass die Arbeiten gut vorangehen, davon konnten sich Bürgermeister Helge Zychlinski, die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf, Fachbereichsleiter Jörg Clausing und Susanne Bischof aus dem Bereich Hochbau am Donners-
tagnachmittag bei einem Ortstermin mit Tim Arndt-Sinner vom Verein der Kinderfreunde überzeugen. Im November oder spätes-tens im Dezember können die beiden Kindergartengruppen und die Krippengruppe, die zurzeit noch im Haus am Sande untergebracht ist, in ihre neuen Räume umziehen. Und die Gemein de wird ihre gut laufende Zusammenarbeit mit dem Verein noch ausbauen, verkündete Bürgermeister Helge Zychlinski am Donnerstag: Bei der Ausschreibung für zwei neue Krippengruppen hat ebenfalls der Verein der Kinderfreunde den Zuschlag erhalten. Er habe das wirtschaftlichste und pädagogisch überzeugendste Konzept vorgelegt. Das Gebäude, in dem die beiden Krippengruppen ab 1. August 2016 untergebracht werden sollen, wird von den Kinderfreunden als Bauherr auf dem Grundstück am Haus am Teich errichtet und soll, so Vorsitzender Tim Arndt-Sinner, ein „Leuchtturmprojekt“ in Zusammenarbeit mit der Region sein, das neuesten energetischen Erkenntnissen entspricht. Diese Krippe wird zudem die erste mit Integrationsgruppe in der Wedemark sein.
Eine weitere integrative Krippengruppe gebe es in der Region nur noch in Langenhagen, so der Bürgermeister. Jede Gruppe ist für 15 Kinder konzipiert. Je nach Förderbedarf des behinderten Kindes zählt dieses in einer Gruppe aber doppelt oder sogar dreifach. Das Freigelände am Haus am Teich gebe den Neubau noch locker her, sind sich Arndt-Sinner vom Bauherrn Verein der Kinderfreunde und die Gemeinde einig. Die entsprechende Betriebserlaubnis für die neue Krippe, die der jetzt bereits im Haus am Teich befindlichen zugeordnet und von der Heilpädagogin Iris Ebbert geleitet werden soll, ist von der Gemeinde bereits erteilt worden. Sie freut sich, ihre speziellen Kenntnisse nun in der integrativen Krippe umsetzen zu können.
Inzwischen schreitet der Umbau in der Berthold-Otto-Schule gut voran und das Zusammenleben von Kindergarten und Schule klappt prima. Die Schule hat sich von Lehrerzimmer und Verwaltungstrakt getrennt. Im ehemaligen Lehrerzimmer entstehen gerade Küche und Personalraum für den Kindergarten, der übrigens noch nach einem Namen sucht. Fast genau ein Jahr betreibt der Verein der Kinderfreunde die „Kita am Gilborn“ jetzt mit zwei Kindergartengruppen und einer noch ausgelagerten Krippengruppe. Da der Name jedoch nur ein „Arbeitstitel“ ist, bittet der Verein der Kinderfreunde die Wedemärker um geeignete Namensvorschläge. Sie können eingereicht werden bei Tim Arndt-Sinner, Nordstraße 6, 30900 Wedemark-Mellendorf, Telefon (0 51 30) 39 2 00 oder per Mail an arndt-sinner@email.de. Die Krippengruppe zieht im Erdgeschoss des Traktes, die beiden Kindergartengruppen im Obergeschoss ein. Alles wird barrierefrei gestaltet.
Die weitere Zukunft des Gebäudes steht noch nicht endgültig fest. Nach jetziger Planung werde die Berthold-Otto-Schule, die aktuell noch 40 Schüler habe, das Gebäude in Teilen noch vier Jahre nutzen.
Bürgermeister Helge Zychlinski könnte sich durchaus vorstellen, dass das ehemals im Haus am Sande geplante Mehrgenerationenhaus langfristig in der Berthold-Otto-Schule entsteht. Auch die Jugendkunstschule könnte dann dort einziehen. Deren Gebäude am Wedemarkbad ist marode. Aus dem geplanten Umzug in das Haus am Sande wird nichts werden. Nachbarn hatten gegen eine entsprechende Nutzung des Gebäude mit Erfolg protestiert. Wenn die Kinderfreunde mit ihrer Krippengruppe dort ausgezogen sind, könnte die Gemeinde dieses Gebäude, in dessen Obergeschoss noch zwei Wohnungen vermietet sind, dann wie ursprünglich nach dem Auszug der Verwaltungsaußenstelle geplant, verkaufen.