Kinderrechte in den Ortsteilen präsent

Das zweite Kunstwerk der Reihe „Kinderrechte x 16“ wurde am Mittwoch in Wennebostel enthüllt: eine von Künstler Peter Asendorf gefertigte Weltkugel, getragen von Kinderfiguren, in die Bilder eingefügt sind, die Konfirmanden der Kirchengemeinde Bissendorf auf einer Freizeit zum Thema „Die Erde ist nur geliehen“ gemalt haben. Foto: A. Wiese

Wennebosteler haben mit dem Platz am Bahnübergang noch so einiges vor

Wennebostel (awi). Noch ist der Platz am Bahnübergang, der in Wennebostel zentrale Bedeutung erhalten soll, nicht fertig, doch das Kunstwerk von Schmied Peter Asendorf, das als zweites der Reihe Kinderrechte x 16 in den Ortsteilen nach dem Bücherwagen in Hellendorf am Mittwoch enthüllt wurde, ist ein beeindruckender Anfang.
Eine Weltkugel aus Edelstahl, getragen von Kindern, mit Bildern, von Kindern gemalt zum Thema „Unsere Welt ist nur von Gott geliehen und muss bewahrt und geschützt werden. Dieses Kunstwerk ist das Kernstück des Platzes, doch geht es nach der Initiative unterm Baum werden im Laufe der nächs-ten Zeit noch Sitzblöcke aus Eichenholz und von Kindern erstellte Weidenflechtzäune dazu kommen. „Auch das Bahnhäuschen würden wir gern verschönern und um das Kunstwerk ein Lavendelband anlegen“, erklären Lisa Hartmann und Petra Melloh, die bei der Planung für den Platz federführend waren. Doch am Mittwoch stand zunächst die Enthüllung des Kunstwerks im Mittelpunkt. Bernd Tschirch von der Jugendkunstschule begrüßte die zahlreichen Gäste im Namen des Arbeitskreises Kinderrechte und wies schon einmal auf die noch anstehenden 14 weiteren Enthüllungen im Rahmen von Kinderrechte x 16 hin. Abgeschlossen sein müssen diese bis zum 21. September 2013. Denn dann wird das Gesamtprojekt eingeweiht. Ganz besonders begrüßte Tschirch aber die kleinen Künstler, die auf einer Freizeit mit Pastor Volkmar Biesalski unwahrscheinlich viele Ideen entwickelt hätten. Künstler Peter Asendorf habe diese Ideen dann aufgegriffen und umgesetzt. Tschirch erinnerte an die Geschichte der Straße der Kinderrechte, die im Jahr 2000 mit den ersten beiden Objekten vor dem alten Schulzentrum ihren Anfang genommen habe. Das Sandsteintor gebe es noch, das Wandbild sei im Zuge des Abrisses des Gebäudes verschwunden. „Wir hoffen aber, dass es in der Nähe des neuen Schulzentrums wieder entsteht“, so der Jugendkunstschulleiter. Vor einigen Jahren seien dann fünf weitere Kunstwerke im Bereich der Wedemarkstraße als Straße der Kinderrechte im öffentlichen Raum entstanden.
Wedemark zweite stellvertretende Bürgermeisterin Mona Achterberg begrüßte besonders die „kleinen Künstler“, ohne die das Kunstwerk nicht zustande gekommen wäre, bedankte sich beim Arbeitskreis Kinderrechte und allen, die das Projekt unterstützt hätten. Künstler hätten es allgemein schwer, bedauerte Achterberg, da gerade im künstlerischen Bereich viel gespart werde. Zum Glück sei das in der Gemeinde Wedemark nicht der Fall, richtete Achterberg ihren Dank ausdrücklich an Bürgermeister Tjark Bartels. Kunst sei etwas, das immer wieder wirke. Den Standort für dieses Kunstwerk am Wennebosteler Bahnübergang bezeichnete Achterberg als gut gewählt, da hier reger Verkehr herrschte und viele die Weltkugel sehen könnten, wenn sie gelangweilt an der Schranke ständen. Und die Kinder könnten auf dem Platz spielen, ein Recht, das sie sich trotz immer vollerer Terminkalender nicht nehmen lassen sollten, mahnte Achterberg.
Ortsbürgermeister Achim von Einem erklärte, dass für ihn mit diesem Kunstwerk zwei wesentliche Aspekte zum Ausdruck kämen: „dass wir, die Erwachsen, die die Vergangenheit und Gegenwart gestalten, daran denken, dass die Zukunft den Kindern gehört und sie einen Anspruch darauf haben, dass wir auch in unserem heutigem Handeln dies mit berücksichtigen.“ Die im Kunstwerk dargestellten Wünsche und Rechte würden aber auch recht schnell für die heutigen Kinder zu Pflichten, nämlich ihre eigenen formulierten Rechte selbst als Erwachsene zu achten. Insofern gehe das Kunstwerk über den Begriff Kunst hinaus und bekomme auch den Charakter eines Denkmals „im Sinne von denk mal darüber nach“. Der zweite Aspekt sei, dass Kinder oftmals in verblüffend einfachen Worten die wesentlichen Dinge ansprächen oder auch auf Papier brächten und das sei auch bei diesem Kunstwerk so. Erwachsene neigten eher zu umfassenden, komplizierten Betrachtungen. Der Künstler Peter Asendorf habe bestimmte Vorstellungen von dem Standort für sein Kunstwerk gehabt: Eine zentrale Lage, man soll es sehen können, Kinder sollten es gut erreichen und gefahrlos von allen Seiten betrachten können. Den ersten Standort, die sogenannte Ohrenlösung, den der Ortsrat meinte gefunden zu haben, habe die Gemeinde abgelehnt, weil die Ausgleichsfläche geschützt bleiben solle und beim jetzigen Standort kam der Planungsgruppe noch ein Kanal in die Quere. Aber schließlich habe es doch geklappt, freute sich von Einem. In die Planungen habe sehr stark die Initiative „Unterm Baum“ eingebracht. Mit mindes-tens 20 Bürgern wurden die Möglichkeiten bewertet und dann das Potential dieses Platzes für einen guten Standort erkannt, der sogar am Europawanderweg 1 liege. Heute stehe das Kunstwerk, aber das Ambiente müsse noch gestaltet werden. Für die Umsetzung werde etwas Geld benötigt, das die Gemeinde hoffentlich zur Verfügung stellen könne, damit das Kunstwerk auch zur Geltung komme, so Achim von Einem. Sein Dank galt dem Künstler Peter Asendorf, den Kindern, die mit
Pastor Biesalski dem Kunstwerk Sinn und Bedeutung gegeben hätten, der Gemeinde für ihre Unterstützung, den Mitgliedern im Ortsrat, die das Vorhaben mit auf den Weg brachten und dem Arbeitskreis „Kinderrechte mal 16“ die sich einschließlich der Finanzierung um die Basics kümmerten sowie der bereits erwähnten Initiative „Unterm Baum“ „Wenn dann die Gestaltung des Platzes abgeschlossen ist, wird Wennebos-tel um ein ansprechendes Kunstwerk an exponierter Stelle bereichert sein“, freute sich von Einem.