Kindertagesstätte Zwergenburg geht seit zehn Jahren in den Wald

Bei strahlendem Sonnenschein wurde der Unterschlupf nicht benötigt.

Waldwoche weckt die Fantasie

Elze. Brianna und Amelie haben es sich auf dem selbst erbauten Reisig-Waldsofa bequem gemacht. In regensicherem Outfit spielen sie dort umgeben von Büschen, Bäumen und Vogelgezwitscher und ausgerüstet mit Lupenbechern für Insekten. Clarissa, Claas, Caspar, Tiana und Jeanne klettern derweil auf dem Zwergenburg-Piratenschiff aus Ästen und Zweigen herum, schauen mit den Ferngläsern den Wald ab und hissen die Segel aus Plastikfolie. Mit viel Spaß und Fantasie erobern die Kinder der Kindertagesstätte Zwergenburg in Elze zweimal im Jahr für jeweils eine Woche den Wald in der Nähe des Wasserwerks. Dabei gibt es jedes Mal wieder Neues zu entdecken oder zu bauen: Ein Sofa, ein Piratenschiff und ein Indianertipi wurden dieses Mal mit ein bisschen Hilfe von Eltern und Betreuern errichtet. Aber auch die Spuren der Waldtiere zu suchen und zu bestimmen, sowie Vogelnistkästen aufzuhängen oder auch mal eine Müllsammelaktion für einen sauberen Wald stehen auf der Tagesordnung.
Seit zehn Jahren schon gehört die Waldwoche zum pädagogischen Programm unserer Einrichtung“, sagt Rosemarie Hemme-Zillmer, Erzieherin und Vorsitzende der Zwergenburg. „Ein Waldtag beginnt immer mit einem gesungenen Begrüßungsritual. Im Anschluss haben die Kinder 'Auslauf' sowie die Möglichkeit, ihr Frühstück zu einem selbst gewählten Zeitpunkt auf einer Picknickdecke einzunehmen. Nach drei Stunden Spielen, Toben und Entdecken geht’s dann wieder pünktlich zum Mittagessen zurück in die gewohnten Räumlichkeiten“, berichtet Rosemarie Hemme-Zillmer. Den Fahrdienst übernehmen die Eltern. Von Regengüssen lassen sich die Zwerge nicht abschrecken. Dann werden kleine Iglu-Zelte aufgebaut und die Kinder lauschen eng aneinander gekuschelt dem Regenprasseln. „Ein spürbarer Pluspunkt unserer Waldwoche ist die Bewegungsfreiheit für die Kinder“, sagt Erzieherin Lena Meier. „Im Wald gibt es nicht so viele Konflikte. Die Kinder beschäftigen sich auch zum größten Teil selbst. Wir haben zwar Anregungen und Spielangebote im petto, die aber meist nicht in Anspruch genommen werden“, berichtet Lena Meier. Das ist ja auch kein Wunder: Fuchsbauten, lebende Mäuse, Raupen und Spinnen, Ameisenhügel, bunte Blätter und Äste in verschiedensten Formen laden einfach zum spontanen Spielen und Entdecken ein.