Kirchenglocke von Hand geläutet

Herbert Mahler (links) und Ulrich Rabe ziehen gemeinsam mit Pastorin Annedore Wendebourg an einem Strang und bringen die große Glocke der Helstorfer Kirche von Hand zum Läuten. Foto: B. Stache

Helstorfer Pastorin hofft auf Spenden für eine neue Läutemaschine

Helstorf (st). Wenn die Technik versagt, ist wieder Handarbeit angesagt. So derzeit auch in der evangelischen Kirchengemeinde Helstorf-Abbensen. Die Läutemaschine für die großen Glocken im hölzernen Turm der Helstorfer Kirche ist defekt. Das technische Gerät stammt aus dem Jahr 1954 und gehört damit zu den ältesten Läutemaschinen der Landeskirche. Um am Sonntag zum Erntedankgottesdienst um 11 Uhr dennoch eine der großen Glocken erklingen zu lassen, hatten Hans-Peter Matthies, Herbert Mahler und Ulrich Rabe ein langes Seil an einem Klöppel befestigt und es durch eine Luke im Turm nach draußen geführt. Dort am Fuße des aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg stammenden hölzernen Glockenturms zogen vor Beginn des Gottesdienstes Pastorin Annedore Wendebourg, Ulrich Rabe und Herbert Mahler an einem Strang – das Läuten der großen Glocke setzte ein und erfreute alle. „Es wird sich nicht vermeiden lassen, die defekte Läutemaschine zu erneuern“, erklärte die Pastorin. Sie hofft nun auf Spendengelder aus der Gemeinde. „Spender dürfen dann auch einmal die große Glocke von Hand läuten“, verspricht Annedore Wendebourg. Das Helstorfer Geläut besteht aus vier Glocken. Die drei größeren symbolisieren die Heilige Dreifaltigkeit, wobei die größte Glocke Gottvater gewidmet ist, die mittlere dem Sohn und die kleine dem Heiligen Geist. Ganz müssen die Helstorfer aber nicht auf Kirchengeläut verzichten. Die vierte und kleinste Glocke besitzt einen eigenen Antrieb und wird derzeit als Läuteersatz genutzt. Zu Beginn des Erntedankgottesdienstes wurde eine repräsentative Erntekrone im Altarraum der Helstorfer Kirche aufgezogen – mit Hilfe eines Elektromotors.