Klassentreffen nach 50 Jahren

Klassentreffen 50 Jahre nach der Entlassung aus der Volksschule Mellendorf.

Sogar eine Ehe ist aus der Schulbekanntschaft hervorgegangen

Mellendorf (awi). 50 Jahre sind eine lange Zeit. Nach einem solchen halben Jahrhundert haben sich am Sonnabend in der Sportbar Herzblut beim MTV 23 ehemalige Schüler und Schülerinnen der Volksschule Mellendorf wiedergetroffen. 1958 wurden sie eingeschult, damals noch im alten Volksschulgebäude am Gilborn, das es heute nicht mehr gibt, ungefähr dort, wo die Berthold-Otto-Schule steht. Nach den ersten vier Schuljahren wechselten sie in das frühere Hauptschulgebäude am Langen Felde und wurden 1967 entlassen. 60 Schüler wurden von 1958 bis 1967 insgesamt in dieser Klasse unterrichtet, 39 Schüler wurden am 15. März 1967 entlassen, aber nicht von allen hat Organisatorin Erika Neitzke noch die Adressen herauskriegen können. Acht frühere Mitschüler sind definitiv schon verstorben. Einige konnten am Sonnabend wegen Krankheit oder anderer Gründe nicht an dem Treffen teilnehmen. Doch die 22, die zusammensaßen, hatten glänzende Augen. Immerhin ist es 30 Jahre her, dass sie sich zuletzt getroffen haben. Seitdem ist viel geschehen. Besonders freut sich Erika Neitzke, dass sie mit Victoria Worzyk, geborene Herb, auch eine ehemalige Lehrerin einladen und begrüßen konnte. „Fräulein Herb kam damals als Junglehrerin zu uns, unterrichtete Deutsch, Rechnen und Heimatkunde“, berichtet sie und schmunzelt: „Später hat sie dann auch meinen Sohn unterrichtet.“ Erika Neitzke, geborene Homann, hat wie viele ihrer Mitschüler, die Wedemark nicht verlassen und sogar ihren Klassenkameraden Hans-Jürgen Neitzke, der 1966 in die Klasse wechselte, aus Gailhof drei Jahre nach der Entlassung geheiratet. „Wir haben uns immer schon gemocht und auch nach der Entlassung nie aus den Augen verloren“, erzählt sie. In der sechsten Klasse wurden die Schüler aus Gailhof nach Mellendorf umgeschult. In der siebten Klasse waren dann auch die Hellendorfer dazugekommen, ergänzt Ernst Heimann. Er ist der Sohn des früheren Mellendorfer Bürgermeisters Ernst Heimann, der noch während seiner Amtszeit 1972 einen tödlichen Herzinfarkt erlitt. Erika Neitzke hat sich jedoch nicht nur ihren Mann lebenslänglich gesichert, sondern auch zwei Freundinnen, mit denen sie seit ihrer Schulzeit durch Dick und Dünn geht: Ingrid Meyer, geborene Plumhoff, aus Gailhof und Angelika Sieg aus Hellendorf. Die weiteste Anreise am Sonnabend hatte Eleonore Foik, geborene Kurz, aus Ammersbek in Schleswig-Holstein. Zwei ehemalige Mitschülerinnen, die heute in Hameln und Bad Salzdetfurth leben, waren schon am frühen Sonnabend eingetroffen und hatten sich mit großen Augen in ihrer alten Heimat umgesehen, wo sich in den letzten Jahrzehnten doch so einiges verändert hat, wie sie feststellen mussten. Der Abend verging – bestens versorgt durch das Herzblut-Team – kurzweilig mit Erinnerungen und Klönen und man kam überein, dass dies nicht das letzte Zusammensein gewesen sein soll.