Kleine Wehr feiert mit den Damen

Ehrungen und Beförderungen gab es bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Bennemühlen am Sonnabend: Der stellvertretende Ortsbrandmeister Klaus Stoll (hintere Reihe links) und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss (hintere Reihe rechts) gratulierten Wolfgang Sobanski (vordere Reihe von links), Sabrina Kaluza, Ralf Prüser und Moritz Meyer sowie Tobias Prüser (hintere Reihe von links neben Klaus Stoll) Nils Schneidereit, Felix Mahnke und André Götze. Foto: A. Wiese
 
Der stellvertetende Gemeindebrandmeister Christoph Boss (rechts) zeichnete Ortsbrandmeister Ralf Prüser für 25-jährige aktive Mitgliedschaft aus. Im Hintergrund der jüngste Gast des Wintervergnügens: die sechs Wochen alte Anna mit ihren Eltern Simone und Carsten Bombeck. Foto: A. Wiese

In der Feuerwehr Bennemühlen wird Gemeinschaft groß geschrieben

Bennemühlen (awi). Zum zweiten Mal hat sich die Freiwillige Feuerwehr Bennemühlen jetzt im Hellendorfer Dorfgemeinschaftshaus zu ihrem Wintervergnügen getroffen, da im eigenen Dorf kein Saal mehr zur Verfügung steht. Nach einer internen Versammlung einige Wochen zuvor wird hier bei der offiziellen Jahreshauptversammlung nur noch das abgehandelt, was für alle von Interesse ist – Einsätze, Dienststunden, Ehrungen und Beförderungen – und dann gemütlich gemeinsam gegessen und gefeiert.
Ortsbrandmeister Ralf Prüser, der aus Hellendorf kommt und daher einen nicht ganz so weiten Weg hatte, begrüßte unter anderem den stellvertretenden Gemeindebrandmeister Christoph Boss, Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler, die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier und Sponsor Bernd Depping. Der hat durch seine "gute Tat" den Bennemühlener Feuerwehrkameraden gerade zu einem neuen Geräteschuppen verholfen.
In seinem Bericht ging Prüser auf die Aktivitäten der Bennemühlener Wehr im letzten Jahr ein: Sie bildete mit Oegenbostel zusammen eine Gruppe bei den Gemeindewettkämpfen, beteiligte sich am Gemeindefeuerwehrtag, organisierte mit Hilfe der Jugendfeuerwehr Hellendorf den Laternenumzug im Dorf und – leider quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bedauerte Prüser – am Volkstrauertag die Kranzniederlegung am Denkmal. Sehr gut besucht gewesen sei hingegen der Adventskaffee im Feuerwehrhaus mit 30 Personen. Das Einsatzaufkommen für Bennemühlen war 2016 überschaubar: eine Ölspur auf der K 104 bei Schnee im Januar und ein Wäschetrocknerbrand in der alten Schule im Dezember. Bennemühlener Feuerwehrkameraden absolvierten diverse Lehrgänge, schafften neue Stühle und Tische für das Obergeschoss ihres Feuerwehrhauses an, besuchten die Herrenhäuser Brauerei und richteten das Osterfeuer auf Stolls Wiese aus. Ärgerlich sei ein Überspannungsschaden durch ein Gewitter gewesen, dem Telefon, Herd und Ladegerät zum Opfer gefallen seien, so Prüser. Und natürlich standen die Kameraden auch wieder als Streckenposten bei der Wedemark-Rallye parat. Die Freiwillige Feuerwehr Bennemühlen besteht aktuell aus 24 Aktiven, neun Alterskameraden und 48 fördernden Mitgliedern und leistete im vergangenen Jahr 1.912 Dienststunden.
Ihren 75. Geburtstag feiert die Feuerwehr Bennemühlen am 5. August im Festzelt auf der Wiese an der Beeke und richtet dort dann eine Woche später die Gemeindewettkämpfe aus. Und weil es vor fünf Jahren so viel Spaß gemacht hat, soll es auch diesmal wieder einen "Surfwettbewerb auf der Beeke" geben, kündigte Prüser an.
Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler bedankte sich bei den Brandschützern für ihre Arbeit, wünscht ihnen, immer gesund an Leib und Seele von den Einsätzen nach Hause zu kommen und in Anspielung auf die nicht mehr vorhandene Jugendfeuerwehr,dass man irgendwann den Nachwuchs auch wieder aus den eigenen Reihen gewinnen könne. Die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier stellte sich vor, freute sich, dass die Feuerwehr in der Wedemark so gut aufgestellt sei und betonte die wichtige Funktion der Feuerwehren auch für die Dorfgemeinschaft und die soziale Integration im Ort. "Die Verwaltung weiß, was Sie an Ihnen hat", versicherte Schönemeier. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss beruhigte die Kameraden bezüglich möglicher Irritationen in Zusammenhang mit dem Feuerwehrbedarfsplan: Es seien keine Zusammenlegungen von Wehren geplant. Lediglich wenn irgendwann neue Bauvorhaben anstünden, stände zur Disposition für so kleine benachbarte Wehren wie Bennemühlen und Oegenbostel möglicherweise ein gemeinsames neues Gerätehaus zu bauen. Die Wehren blieben aber auch dann eigenständig. In Langenhagen habe man damit gute Erfahrungen gemacht, so Boss. Boss berichtete von der Heißausbildung für die Atemschutzgeräteträger, den neuen Knickkopflampen und geplanten Fahrzeugbeschaffungen und warb in Bennemühlen dafür, ebenfalls Atemschutzgeräteträger auszubilden.
Beim Punkt Beförderungen erklärte Ortsbrandmeister Ralf Prüser, er halte nichts davon einzelne Feuerwehrmänner oder -frauen des Jahres zu küren. Für ihn seien alle Feuerwehrkameraden, die ihren Dienst versähen, Feuerwehrmänner und -frauen des Jahres. Dafür ernete er von der Versammlung spontanen Beifall. Befördert wurden Tobias Prüser zum Hauptfeuerwehrmann, Sabrina Kaluza und Lieselotte Bombeck zu Oberfeuerwehrfrauen sowie Moritz Meyer, André Götze, Felix Mahnke und Nils Schneidereit zu Feuerwehrmännern. Geehrt wurden von Christoph Boss Ortsbrandmeister Ralf Prüser mit dem Ehrenzeichen des Landes für 25 Jahre aktiven Dienst – angereichert mit Glückwünschen des Inneministers Boris Pistorius und des Regionspräsidenten Hauke Jagau – und Wolfgang Sobanski für 40 Jahre Mitgliedschaft mit dem Ehrenabzeichen des Landesfeuerwehrverbandes. Übrigens setzten Carsten Bombeck und seine Frau Simone mit ihrer sechs Wochen alten Tochter Anna beim Wintervergnügen ein sichtbares Zeichen damit, dass der Nachwuchs der Feuerwehr durchaus gesichert ist. Eintreten darf Anna allerdings frühestens mit sechs Jahren in eine Kinderfeuerwehr, schmunzelte der stolze Vater.