Kleine Wehr ist sehr lebendig

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft gab es Cristof Orlowski (von links) und Bernd Malinowski für 25 Jahre und für Karsten Riechelmann für 50 Jahre. Es gratulierten der stellvertretende Ortsbrandmeister Jörn Kahlmeyer, Gemeindebrandmeister Maik Plischke und Ortsbrandmeister Michael Hartmann. Foto: A. Wiese

Feuerwehr Berkhof war 24 mal im Einsatz

Berkhof (awi). „Sie sind aber eine sehr lebendige Wehr", diese Worte hörten die Berkhofer Feuerwehrkameraden bei ihrer Hauptversammung am Sonnabend nicht nur einmal von den Ehrengästen wie Abschnittsbrandmeister Horst Holderith, Kämmerer Joachim Rose von der Verwaltung oder Gemeindebrandmeister Maik Plischke.
22 Ausbildungsdienste leisteten die 25 Aktiven aus Berkhof 2016, dazu kamen fünf Atemschutzgeräteträgerdienste, eine Einsatzübung und neun Veranstaltungsdienste, zum Beispiel beim Osterfeuer, beim Laternenumzug der Kinderfeuerwehr oder beim Weihnachtsmarkt. Nicht eingerechnet sind die zahlreichen Stunden bei Haus- und Gerätepflege sowie Vor- und Nachbereitungen der Dienste.
24 Alarmierungen gingen letztes Jahr bei der Feuerwehr Berkhof ein, durchschnittlich zwei Einsätze im Monat – das sind für eine kleine Wehr mit Grundausstattung schon eine ganze Menge, stellte Ortsbrandmeister Michael Hartmann fest. Zwei waren Fehlalarme, aber in elf Fällen war die technische Hilfeleistung der Feuerwehr erforderlich, fast immer auf der Autobahn 7. Sieben Kraftfahrzeug-Brände riefen die Feuerwehr auf den Plan und ein sonstiger Brand. Auch drei weitere Einsätze sind als "sonstige" verzeichnet. Unter dem Strich sind das 1.100 Dienststunden in 2016. Das höre sich wenig an, man müsse aber bedenken, dass die Feuerwehr Berkhof tagsüber oft nur mit fünf oder sechs Mann ausrücke und stundenlang im Einsatz sei, was sich aber nicht auffällig in der Stundenzahl niederschlage, weil es halt nur wenige Kräfte betreffe. Am schwersten war für die Berkhofer Feuerwehrkameraden ein Einsatz auf der Autobahn mit Todesfolge, der seinen Weg jedoch nicht in die Presse gefunden hatte, weil es sich um einen Suizid handelte. Im Rahmen dieses Einsatzes hatte die Feuerwehr jedoch auch Diskussionen mit nicht einsichtigen Autofahrern führen und die Polizei einschalten müssen, die schließlich feststellte, dass Alkohol im Spiel war und den renitenten Autofahrer mit zur Wache nahm und sein Auto abschleppen ließ.
Unter den 25 aktiven Mitgliedern sind sieben ausgebildete und einsatzbereite Atemschutzgeräteträger. Zur Feuerwehr Berkhof gehören außerdem 85 passive, fördernde oder Ehrenmitglieder. 2016 gab es drei Austritte und einen Wechsel in die Altersgruppe. Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung der in 2016 verstorbenen Kameraden Ulrich Rubow und Heinz Jäkel sowie des früheren Kreisbrandmeisters und Ehrenregionsbrandmeisters August Heine.
Lehrgänge haben im abgelaufenen Jahr Dag-Hinrich Backhaus und Christoph Roeser (Atemschutzgeräteträger-Lehrgang), Werner Deiters (Ausbilder in der Feuerwehr und Gruppenführerfortbildung) besucht. Beförderungen standen diesmal nicht an, es wurden jedoch drei Kameraden von Brandabschnittsbrandmeister Horst Holderith für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt: Bernd Malinowski und Cristof Orlowski für 25 Jahre und Karsten Riechelmann sogar für 50 Jahre Mitgliedschaft. Eine Urkunde für das Sportabzeichen in Gold überreichte Ortsbrandmeister Michael Hartmann an Jens Kahlmeyer. Auch Thorsten Dösselmann und Markus Blanke haben das goldene Sportabzeichen errungen, waren aber bei der Versammlung nicht anwesend.
Gut vorbereitet waren die Wahlen. Alle gingen einstimmig und ohne Gegenvorschläge über die Bühne. Arne Klages wurde zum Gruppenführer, Holger Borkenhagen zum Sicherheitsbeauftraten, Martin Tornow erneut zum Schriftführer, Cristof Orlowski zum Gerätewart und Andreas Korn zu seinem Stellvertreter und Christoph Roeser zum Atemschutzgerätewart gewählt.
Die Jugendfeuerwehr habe aktuell acht Mitglieder, berichtete Jugendwart Martin Tornow, und zwar sieben Jungen und ein Mädchen. In 2016 wurden zum ersten Mal zwei neue Mitglieder aus der Kinderfeuerwehr übernommen. In diesem Jahr werden es voraussichtlich sogar vier Übertritte sein. Auch die Jugendlichen absolvierten ein volles Programm, veranstalteten neben ihren Diensten ein Spieleturnier, gingen bowlen, sammelten Müll, beteiligten sich am Osterfeuer, übten für den Gemeindewettkampf, wo sie in einer Gemeinschaftsgruppe mit Oegen- und Duden-Rodenbostel den dritten Platz erreichten und fuhren im Sommer ins Zeltlager in Grömitz. Außerdem wurde die Hydranten in Plumhof kontrolliert. Mareike Edlich und Florian Fritz legen die Leistungsspange ab, Bjarne Steinmetz die Jugendflamme II. Am Jahresende engagierten sich die Jugendlichen bei der Adventsfeier für die Senioren und gingen schwimmen. Den Jahresbericht für die Kinderfeuerwehr mit 16 Mitgliedern, darunter zwei Mädchen, hielt die stellvertretende Kinderfeuerwehrwartin Karin Edlich.
Besonders war sie auf die beiden Übergaben aus ihren Reihen an die Jugendfeuerwehr. Sie berichtete von den Diensten der Kinderfeuerwehr, bei denen es von den Aktiven auch mal Unterricht in Erster Hilfe gab, von Ballspielen auf der Feuerwehrwiese, einem Spiel ohne Grenzen am Feuerwehrhaus, einem gesunden Picknick, einem Sommerfest mit den Eltern, einem Ausflug in den Kletterwald, verschiedenen Experimenten, einer Bastelaktion mit Löschdrachen beim Gemeindefeuerwehrtag in Brelingen, einem Kürbisfest, dem Laternenumzug in Plumhof und dem Weihnachtsmarktdienst. 630 Stunden kamen auf diese Weise für die Kinderfeuerwehr zusammen. Ob Louis Kahlmeyer seinen Dienstbeteiligungsrekord aus den letzten beiden Jahren auch in diesem Jahr halten kann, wird erst in Kürze beim Elternabend verkündet. Und auch in 2017 wollen die Kinderfeuerwehrwarte ihre Schützlinge mit abwechslungsreichen Diensten begeistern.
Beim Punkt Grußworte der Gäste versicherte Gemeindekämmerer Joachim Rose, die Verwaltung versuche, das Geld, das die Feuerwehr brauche aufzutreiben. Er sei stark beeindruckt, so Rose, was die kleine Wehr auf die Beine stelle. Auch der Gemeindefeuerwehrtag sei eine tolle Sache gewesen. Zurzeit stehe der Feuerwehrbedarfsplan im Vordergrund, der vom Feuerschutzausschuss bereits als Handlungsgrundlage verabschiedet worden sei, was der Rat demnächt bestätigen werde. Horst Holderith vom Brandabschnitt bestätigte Ortsbrandmeister Michael Hartmann, dass er stolz sein könne auf die geleisteten 1.100 Stunden der Berkhofer Kameraden, die sich als Wehr mit Grundausstattung nicht zu verstecken bräuchte. Besonders bedankte sich Horst Holderith auch für die rührige Kinderfeuerwehr. Hier würden die Grundlagen für den Nachwuchs gelegt. Gemeindebrandmeister Maik Plischke meinte augenzwinkernd, lediglich am Frauenanteil in der Berkhofer Wehr könne noch gearbeitet werden. Grundausstattung, Einsatzstatus und Nachwuchsarbeit seien top. Durch die Kinder- und die Jugendfeuerwehr komme die Feuerwehr auch an die Eltern heran. Der Gemeindefeuerwehrtag habe gezeigt, dass selbst die Eltern von Jugendfeuerwehrmitgliedern manchmal nicht wüssten, dass der Feuerschutz in der Wedemärker Wehr ehrenamtlich gewährleistet werde. Plischke berichtete von der zielgerichteten Projektgruppe, die am Donnerstag im Fachausschuss eingerichtet worden sei und die unter anderem die Feuerwehrhäuser unter die Lupe nehmen werde. Das Berkhofer Gerätehaus gehöre zur ersten Priorität der Feuerwehrhäuser, wo etwas passieren müsse, betonte Plischke. Schon jetzt sei es so eng in der Fahrzeughalle, dass das Fahrzeug an den Einsatzjacken sauber geschubbert werde. Das Material müsse auf einem nicht gefahrlos zugänglichen Boden verlastet werden. Bei zunehmender Gewerbeentwicklung in Berkhof sei der Handlungsbedarf hier vorprogrammiert, so Plischke. Unter dem Punkt Verschiedenes wurde schließlich verkündet, dass die Feuerwehr Berkhof ihren 75. Geburtstag am 2. September mit einem Tanzvergnügen im Festzelt auf der Feuerwehrwiese feiern möchte.