Kohlmeisen brüten in Lübecker Hütchen

Mutter oder Vater Kohlmeise mit Futter im Schnabel kurz vor dem Abtauchen zum Nest mit den Jungen im Inneren des Kegels. Fotos: A. Wiese

Vögel haben sich im Meisenwinkel in Resse einen ungewöhnlichen Platz ausgesucht

Resse (awi). Informiert man sich über die Kohlmeise, stößt man unter anderem auf die Auskunft, dass sie ihr Nest aus Moos, Flechten, Halmen und Würzelchen in Baum- oder Mauerhöhlen, Nistkästen oder auch in vergleichbaren Hohlräumen der Kulturlandschaft meistens in der Höhe von drei bis fünf Metern anlegt. Von einem Nest fast in Bodenhöhe in einem als Lübecker Hütchen bekannten Verkehrskegel steht da nichts. Genau dort zieht jedoch ein Kohlmeisenpärchen in einem Garten in Resse seine Jungen groß, und zwar bezeichnenderweise in der Straße Meisenwinkel. Monika Ludwig hatte sich gewundert, als sie die Kohlmeisen ständig an dem Kegel beobachtete, den sie in ihrem Garten aufgestellt hatte, um eine rutschige Stelle auf dem moorigen Boden zu markieren. Als sie bemerkte, dass die Vögel ganz offensichtlich mit Futter im Schnabel in den Kegel abtauchten, ging sie der Sache im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund und entdeckte das Nest. Wieviele Junge darin sind, lässt sich in der Dunkelheit nicht ergründen, ohne die Jungvögel zu stören, aber da unten ist ganz schön was los und die Altvögel haben mit der Fütterung gut zu tun. Monika Ludwig macht sich allerdings Sorgen, wie das bei diesem ungewöhnlichen Startpunkt mit dem Ausfliegen klappen soll und hat sich deswegen beim NABU erkundigt. Dort riet man ihr, die Meisenkinderstube im Auge zu behalten und in dem Moment, wo die Kleinen ganz offensichtlich flügge seien, die Kleinen mit einem Käscher von unten aus dem Kegel herauszuholen und auf eine Anhöhe zu setzen, um den Kohlmeisenkindern einen ungetrübten Start ins Leben zu ermöglichen. „Ich hoffe es klappt. Ich habe jedenfalls meinen Spaß an den gefiederten Gästen und brauche kein Fernsehen“, schmunzelt die Resserin.