Konzert zur blauen Stunde

Lily Dahab und ihre Musiker (von links) Bene Aperdannier (Klavier), Camilo Villa (Bass), Daniel „Topo“ Gioia (Percussion) und Jo Gehlmann (Gitarre) bringen mit dem Konzert zur blauen Stunde argentinisches Flair ins Bürgerhaus nach Bissendorf. Foto: B. Stache
 
Christiane Lansnicker (von links) und Christa Schütze lassen sich von Lily Dahab eine CD signieren. Foto: B. Stache

Lily Dahab und ihre Band bringen argentinisches Flair nach Brelingen

Bissendorf (st). Argentinisches Flair verbreiteten Lily Dahab und ihre Band beim Konzert zur blauen Stunde am Sonnabend im Bürgerhaus in Bissendorf. Mehr als 50 Konzertgäste erlebten einen stimmungsvollen Abend mit Tango und Folklore, feiner Songwriter-Poesie sowie argentinischem Rock und Pop. Die Wahlberlinerin aus Argentinien Lily Dahab überzeugte mit ausdrucksstarker Stimme und sympathischem Auftreten. Begleitet wurde sie von den beiden Berlinern Bene Aperdannier am Piano und Jo Gehlmannn (Gitarre) sowie dem Kolumbianer Camilo Villa am Bass und dem argentinischen Perkussionisten Daniel „Topo“ Gioia. Mit dem ersten Song „Zamba de Usted“ brachte die Sängerin ein Stück argentinische Folklore gefühlvoll zu Gehör. Es folgte „Se Todos Fossem“, ein brasilianischer Beitrag, bei dem Lily Dahab ihr ganzes stimmliches Können unter Beweis stellte – mit klarer Stimme über mehrere Oktaven. Am Abend standen auch drei Lieder des argentinischen Bandoneon-Spielers und Komponisten Astor Piazzolla auf dem Programm: Vor der Pause mit dem temperamentvoll vorgetragenen Tango „Yo soy Maria – ich bin Maria“. Die Band präsentierte aus ihrer CD „Huellas“ (Spuren) eine Eigenkomposition – stimmungsbetont, voller Lebensfreude und mit einem starken Klaviersolo von Bene Aperdannier. Von ihm stammte auch das beeindruckende Arrangement für „Bésame, bésame mucho“ der mexikanischen Komponistin Consuelo Velázquez. Das Stück überzeugte mit ausgefeilten Soundeffekten, ganz viel Gefühl der Sängerin und einem ausdrucksstarken Bass-Solo von Camilo Villa. Den bekanntesten, eingängigsten Song „Águas de Março“ des brasilianischen „Meisters“ Antônio Carlos Jobim beendete Sängerin Lily Dahab mit einem gekonnten „Kick“ und läutete damit die Pause ein. Die zweite Konzerthälfte begann mit dem temperamentvollen Stück „Yo vengo a ofrecer mi corazón“ mit starker Jazz-Note. Starke Gestik bewies Lily Dahab bei „Siempre se vuelve a Buenos Aires“, gefolgt vom eher leise, gefühlsbetont vorgetragenen „Vuelvo al Sur“ mit Melodica-Solo des Pianisten, beides Piazzolla-Tangos. Auch für sein folgendes, längeres Klavier-Intro erhielt Bene Aperdannier starken Applaus. Über eine gehörige Portion Beifall durfte sich auch Jo Gehlmannn nach seinem großartigen Gitarrensolo beim Folklore- und Jazzarrangement „Muro de los Lamentos“ freuen. Den Abschluss machte „Mediterraneo“ des katalanischen Komponisten Joan Manuel Serrat – ein mediterranes Stück voller Energie und mit einem arabischen Arrangement. Bei der Zugabe „Fato consumado“ des brasilianischen Komponisten Djavan, einem Song aus der noch nicht veröffentlichten dritten CD, ließ Lily Dahab das begeisterte Publikum mit einstimmen. Christiane Lansnicker und Christa Schütze waren zum Konzert zur blauen Stunde aus Celle angereist. „Wir sind das erste Mal bei einem Konzert in der Wedemark“, erklärten beide mit Begeisterung. Nach der Veranstaltung signierte Lily Dahab den beiden eine CD. Die Wedemärker Kulturbeauftragte Angela von Mirbach hatte die Eröffnung des Konzerts genutzt, um auf das gerade erst gestartete Kulturprogramm der Gemeinde für die Spielzeit 2017/18 hinzuweisen. Besonders hob sie das diesjährige Weihnachtskonzert mit dem beliebten dänischen Musikerpaar Helene Blum und Harald Haugaard hervor. Es findet am Mittwoch, 13. Dezember, um 20 Uhr in der Brelinger St.-Martini-Kirche statt.