Kooperation auf dem Weg zur Inklusion

Der Leiter der Grundschule Elze, Walter Zychlinski (r.) und Lehrerin Ute Tenzer arbeiten im Rahmen des Kooperationsvertrages eng mit der Leiterin der Berthold-Otto-Förderschule Jana Semeradt-Möller und ihrem Kollegen Holger Langanki zusammen. Foto: A. Wiese

Grundschule Elze und Berthold-Otto-Förderschule haben einen Vertrag

Elze (awi). Was ist der Unterschied zwischen pädagogischem Förderbedarf und attestiertem Unterstützungsbedarf? Wie erkenne ich, welches Kind welche Förderung braucht? Wie stelle ich einen Förderplan auf? Solche und andere Fragen arbeiten die Klassenlehrer der ersten Klasse der Grundschule Elze, Ulrike Geisendorf und Sabrina Godt, in diesem Schuljahr mit ihrem Kollegen Holger Langanki von der Berthold-Otto-Schule und deren Schulleiterin Jana Semeradt-Möller ab. Insgesamt haben sie dafür sechs Stunden in der Woche zur Verfügung. Auf dem Weg zur Inklusion, die mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 landesweit verbindlich eingeführt wird, haben die Grundschule und die Förderschule einen Kooperationsvertrag geschlossen, berichteten die beiden Schulleiter Walter Zych-linski und Jana Semeradt-Möller sowie die Lehrer Ute Tenzer von der Grundschule Elze und Holger Langanki von der Förderschule am letzten Freitag vor der Presse. Die Grundschullehrer haben Seminare besucht und werden jetzt eine Stunde in der Woche fest von ihrem Förderschulkollegen beraten. Fünf weitere Stunden verbringt Langanki im Unterricht mit den Kindern. Ausdrücklich bedankte sich Zychlinski für die Unterstützung der Grundschule Brelingen, die bereits seit einem Jahr eine sonderpädagogische Grundversorgung von der Förderschule erhält und gute Tipps geben konnte. „Wir müssen jetzt unseren Alltag so stricken, dass wir künftig wissen, wie wir mit Inklusion umgehen“, sagt Ute Tenzer. Dabei wird Flexibilität groß geschrieben, denn jedes Jahr werden andere „inklusive“ Kinder mit anderen Bedarfen die Lehrer v0r neue Herausforderungen stellen. Da gilt es Leitfäden zu entwickeln, Maßnahmen-Kataloge aufzustellen. „Das ist insgesamt für das Kollegium des ersten Jahrgangs eine ziemliche Belastung“, weiß Walter Zychlinski, der sich über Unterstützung aus dem Kultusministerium freuen würde, was Diagnostik, Förderpläne und so weiter betrifft. Sehr gefreut hat sich die Grundschule Elze über die finanzielle Unterstützung der Stiftung für Behinderte der Wedemark, die die Anschaffung spezieller Materialien ermöglicht. Für die Berthold-Otto-Schule, die in diesem Jahr erstmals keinen ersten Jahrgang eingeschult hat, ist es wichtig, eine Vernetzung der Grundschulen zu erreichen, die jetzt die Kinder beschulen, die noch vor einem Jahr in die Förderschule eingeschult worden wären, und Modelle für die gesamte Wedemark auszuarbeiten.