Krippe und Innovationscampus kommen

So wird der Innovation Campus einmal aussehen. Entwurf: Architekt BDA Höhlich & Schmotz

Sennheiser investiert 20 Millionen Euro in den Ausbau der Firmeninfrastruktur

Wennebostel (awi). Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Jörg Sennheiser und Unternehmenssprecher Volker Bartels haben gestern die Jahresbilanz für 2012 vorgelegt: Sennheiser hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr in allen Geschäftsbereichen gesteigert und seine Premium-Position bestätigt. Bevor jedoch Unternehmens-
sprecher Bartels – er wird diese Position jetzt an die Sennheiser Söhne Andreas und Daniel Sennheiser weitergeben – näher auf Zahlen und Produkte einging, stellte Prof. Dr. Jörg Sennheiser die Planungen für die nahe Zukunft vor Ort vor. Die Sennheiser electronic GmbH & Co. KG setzt ihre nachhaltige Wachstumsstrategie fort und beginnt bereits im Juli 2013 mit dem Bau des firmeneigenen Innovation Campus auf dem Gelände in Wennebostel. Der Gebäudekomplex wird neben modernsten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter auch Raum für Veranstaltungen bieten. Die Bauarbeiten sollen Ende 2014 abgeschlossen sein. Des Weiteren ist auf dem Werksgelände ein Neubau zur Kinderbetreuung für Ein- bis Dreijährige geplant, der schon im Sommer 2014 eröffnet wird. Eine Umfrage unter den Mitarbeitern habe hier ganz klar einen Bedarf an Krippenplätzen ergeben, so Sennheiser. Immer mehr Mitarbeiterinnen wollten schon kurz nach ihrer Entbindung wieder arbeiten. Dem Unternehmen liege die Vereinbarkeit von Familie und Beruf am Herzen. Der Trend gehe ganz klar in diese Richtung und wenn man als Arbeitgeber attraktiv sein wolle, müsse man hier ansetzen. Da Sennheiser vor Ort mit dem Innovation Campus 300 neue Arbeitsplätze schaffen will und dafür qualifizierte Fachkräfte braucht, müsse das Unternehmen vorsorgen, führte der Aufsichtsratsvorsitzende aus. Die Frage, ob von den 30 Krippenplätzen, wenn diese nicht von Mitarbeitern des Unternehmens in Anspruch genommen würden, auch welche für Wedemärker, möglicherweise sogar mit einer Priorität für Wennebosteler zur Verfügung ständen, konnte Pressesprecherin Edelgard Marquardt gestern noch nicht beantworten. Hier seien die Planungen noch nicht abgeschlossen. Entstehen soll der Krippenneubau im rückwärtigen Bereich des Gründerhauses, wozu durch den Abriss alter Baracken Platz geschaffen werden soll. Die Krippe wird dann über Tor 5 auch von außen erreichbar sein. Jörg Sennheiser: „Wir sind stolz, unseren Mitarbeitern ein solches Betreuungsangebot ermöglichen zu können und als Familienunternehmen ein Fundament für künftige Generationen zu schaffen.“ Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 20 Millionen Euro, davon allein eine Million Euro für die Kinderkrippe. Der Innovation Campus ist Teil eines umfangreichen Standort-Entwicklungsplans, der nach dem Produktions- und Technologiezentrum in 2009 ein weiteres Bauvorhaben und eine Umgestaltung der bestehenden Strukturen und Gebäude vorsieht. „Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen“, erklärte Professor Dr. Jörg Sennheiser. „Mit der Erweiterung schaffen wir nicht nur dringend benötigten Raum für 300 Arbeitsplätze, sondern stärken auch unseren Stammsitz und die Entwicklung der weltweiten Sennheiser-Gruppe.“ Auf einer Grundfläche von rund 3.200 Quadratmetern wird der moderne Bau neben technischen Büroflächen einen Veranstaltungsbereich beinhalten. In Planung ist ein Sennheiser Theater mit bis zu 240 Sitzplätzen, das unter anderem den crossfunktionalen Projektteams die Möglichkeit bietet, neue Sennheiser Produkte unter realen Bedingungen zu testen und weiter zu verbessern. In einem Flagship-Store können sich die Besucherinnen und Besucher zukünftig über neueste Sennheiser Produkte informieren und diese erwerben.
Der Campus wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Raum für kollaborative Arbeitsformen und Projektflächen bieten und weiterhin die Innovationskraft stärken und nachhaltiges Wachstum sichern. Im Geschäftsjahr 2012 hat der Audiospezialist seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent von 531,4 Millionen Euro auf nun 584,4 Millionen Euro gesteigert. „Alle drei Divisionen waren in 2012 wieder sehr erfolgreich“, so Volker Bartels, der scheidende Sprecher der Geschäftsführung von Sennheiser. „Die konsequente Positionierung als Premiummarke, die richtigen Produkte und kontinuierliche Investitionen in unsere Innovationskraft haben sich ausgezahlt. Vor allem in Osteuropa und der asiatischen Vertriebsregion konnten wir starkes Wachstum verzeichnen.“ Insbesondere im Ausland verzeichnete Sennheiser in 2012 gute Umsätze, der weltweit agierende Audiospezialist weist eine Exportquote von 84 Prozent aus.
Sennheisers Positionierung als Premiummarke wird durch zahlreiche Auszeichnungen bestätigt. So zeichnete das Fachgremium „European Imaging and Sound Association“ (EISA) den Kopfhörer HD 700 als „Bestes Produkt 2012/13“ aus. Weiterhin erhielt der IE 800 auf der Consumer Electronics Show CES 2013 den „Best of Innovations-Award“. Mit dem 2012 eingeführten hochwertigen Lifestyle-Kopfhörer MOMENTUM, der sich durch innovatives Design und erstklassiges Material auszeichnet, setzt sich Sennheiser erfolgreich vom Wettbewerb ab. „Der MOMENTUM konzentriert sich auf das Wesentliche und begeistert die lifestyleorientierten Kunden mit seinem klaren Klang und minimalistischen Design “, so Volker Bartels. Die Integrated Systems Division steigerte ihren Umsatz auf 90,7 Millionen Euro und zeigt ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 21 Prozent. Dazu trugen vor allem kabellose Mikrofone und Informationssysteme bei. Der Erfolg der Division geht außerdem auf eine strategische Neuausrichtung zurück: Innovation und der zielgerichtete Ausbau des Produktportfolios auf technische Ausstattung für Meetings sind Eckpfeiler der neuen Strategie. Der Umsatz der Professional Systems Division übertraf den Vorjahreswert um 10 Prozent und betrug somit 205,1 Millionen Euro. Das stärkste Wachstum verzeichneten dabei die Regionen Americas und APAC. Die Division baute ihr Portfolio erfolgreich aus: Bemerkenswerte Erfolge verzeichnet Sennheiser mit der Kampagne „Aktiv gegen Produktfälschung“. In China beispielsweise konnten durch die Kooperation mit regionalen Behörden Produktfälscher tatsächlich festgesetzt und verurteilt werden. Auch in Großbritannien konnten Händler, die gefälschte Produkte vertrieben hatten, strafrechtlich verfolgt und verurteilt werden. Der Premiumhersteller optimierte die Authentifizierung seiner Produkte und führte im vergangenen August schrittweise ein Sicherheitslabel ein, mit dem sich die Echtheit von Sennheiser Produkten schnell und einfach überprüfen lässt. „Produktpiraterie bleibt eine ernste Herausforderung, der wir uns weiter aktiv stellen“, sagt Volker Bartels. „Wir freuen uns über die Erfolge unserer Kampagne, denn der Schutz unserer Kunden und unserer Marke ist für uns als Premiumhersteller sehr wichtig.“ Im Jahresdurchschnitt stieg die Zahl der Mitarbeiter in der gesamten Sennheiser-Gruppe um 6,7 Prozent auf 2.329. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 1.226 Mitarbeiter, das macht einen Anteil von 53 Prozent aus. Sennheiser beobachtet die Entwicklungen am Arbeitsmarkt im Hinblick auf Demografie und Fachkräftemangel aufmerksam. Vor dem Hintergrund einer sich stark verändernden Arbeitswelt wurde 2012 eine Personalstrategie entwickelt, die Handlungsfelder für Sennheiser identifiziert, um in einer globalisierten, vernetzten Welt mit veränderten Ansprüchen der Arbeitnehmer bestehen zu können. Dass Sennheiser dem Anspruch an Qualität, exzellenten Service und Innovation auch künftig gerecht wird, belegen verschiedene Initiativen: Mit Blick auf die Kunden zertifiziert das Unternehmen im Jahr 2013 seine Vertriebspartner in Europa und stellt so sicher, dass europaweit die gleichen hohen Standards für die Dienstleistungsqualität von Sennheiser gelten. Verstärkt aufkommender Wettbewerb im Bereich Kopfhörer erfordert in Europa besonderes Engagement in diesem Markt, um die Anteile zu sichern. Mit einer Reihe von neuen, attraktiven Produkten, die im zweiten Halbjahr 2013 auf den Markt kommen, wird Sennheiser neue Impulse für die Marktentwicklung setzen und seine gute Position in Europa weiter festigen.