KSB bleibt im Kösliner Weg

Hilfsbereit fassten Heiner Peterburs, Jochen Pardey, Christiane Killig und Niklas Mühleis gleich mit an und halfen Elke Barsch und Gabi Vorholt vom Kinderschutzbund beim Aufräumen. (Foto: A. Wiese)

SPD: “Verwaltung hatte Vorstellungen, aber Politik hat entschieden”

Mellendorf (awi). Die Einrichtung des Kinderschutzbundes am Kösliner Weg bleibt wie sie ist: Mit Hausaufgabenhilfe, Spiel- und Kochnachmittagen für Kinder von 3 bis ungefähr Zehnjährigen. Nur die Älteren sollen nach Fertigstellung des Anbaus an die Jugendhalle zum Jahresende behutsam in die Jugendhalle herübergezogen werden. Dort finden sie dann auch ihre vertrauten Ansprechpartner aus der Jugendpflege vor. Denn die wird sich aus dem Kösliner Weg zurückziehen. So jedenfalls sei es in der Praxis geplant, war das Ergebnis des Austauschs zwischen Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes und der SPD-Fraktion am Donnerstagabend im Kösliner Weg. Es sei das Konzept der Gemeinde Wedemark, ältere Jugendliche zentral am Standort Jugendhalle mit Angeboten und Ansprechpartnern zu versorgen, erklärte der sozial- und jugendpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Heiner Peterburs. Er betonte aber auch ausdrücklich, dass es eine eindeutige politische Entscheidung sei, die Einrichtung des Kinderschutzbundes am Kösliner Weg in der von der Gemeinde angemieteten Wohnung zu belassen. “Ja, die Verwaltung hatte da andere Vorstellungen, wollte alles in die Jugendhalle verlagern, im ersten Verwaltungsvorschlag für den Haushalt 2011 waren keine Mietzahlungen für den Kösliner Weg mehr eingeplant”, räumte Peterburs ein, machte jedoch unmissverständlich klar: “Die Politik hat anders entschieden.” Das sei bereits nach der letzten Fachausschusssitzung für Jugend, Senioren und Soziales klar formuliert worden. Er hoffe, dass damit auch die Irritationen beim Kinderschutzbund ausgeräumt seien, so Peterburs.
Ehrenamtliche Helferinnen des Kindrschutzbundes betreuten im Kösliner Weg zurzeit viermal die Woche etwa 18 Kinder, momentan noch in Abstimmung mit der Jugendpflege. Dabei gebe es über Hausaufgabenbetreuung und Spielnachmittage hinaus auch enge Kontakte mit den Familien. Die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes setzten sich für optimale Bedingungen in der schulischen Laufbahn ihrer Schützlinge ebenso ein wie für notwendiges Mobiliar oder andere Hilfen, erklärte die KSB-Vorsitzende Elke Barsch den Vertretern der SPD-Fraktion. In einigen Fällen hielten die Kontakte auch nach einem Wegzug der Kinder mit ihren Familien aus dem Kösliner Weg an. Der Kinderschutzbund habe 1994 mit der Betreuung der Kinder an diesem Brennpunkt angefangen, zunächst in einer kleineren Wohnung. Mittlerweile hätten die Mitarbeiterinnen ihre Schützlinge heranwachsen sehen. Die Jugendlichen helfen, ihr “Kinderzimmer” zu renovieren, engagieren sich. Vor Ort zu sein, so Barsch, sei sehr wichtig. Nur so sei der kontinuierliche Kontakt möglich. Dass die älteren Jugendlichen ab nächstem Jahr über die Bahn in die Jugendhalle gehen sollen, stößt bei den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Kinderschutzbundes auf ein geteiltes Echo. Einerseits begrüßen sie das größere Angebot an Aktionen, das in der Jugendhalle möglich ist. Andererseit wollen und können sie den Jugendlichen, die als Kinder schon in die Einrichtung im Kösliner Weg gekommen sind, nicht die Tür weisen. So sei das auch nicht gedacht, beruhige Heiner Peterburs am Donnerstag die besorgten Mitarbeiterinnen. Die würden sich für ihre nicht immer einfache Aufgabe, die viel Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen erfordere, noch weitere ehrenamtliche Verstärkung wünschen. “Man braucht vor allem Liebe zu Kindern”, sagt die Vorsitzende Elke Barsch, die selbst für Nachfragen von möglichen Interessentinnen zur Verfügung steht. Peterburs betonte, die Politik wolle den “Ansatz fördern, nicht behindern”, Jugendliche sollten motiviert werden, zu den Mitarbeitern der Jugendpflege in die Jugendhalle zu gehen. Mit dem Anbau werden nach den Sommerferien begonnen, zum Jahresende solle er fertig sein.