Kunze stiftet Lederjacke fürs Museum

Heinz Rudolf Kunze spendete dem Museum in Bissendorf seine Lederjacke aus den neunziger Jahren zum Start einer Sammlung. Foto: A. Wiese

Museumsleiter Konert hofft auf weitere prominente Spenden für eine neue Sammlung

Bissendorf (awi). Es könnte der Auftakt für eine beeindruckende Sammlung im Richard-Brandt-Museum in Bissendorf werden: die kultige Lederjacke von Liedermacher, Rocksänger und Autor Heinz Rudolf Kunze („Dein ist mein ganzes Herz“) aus Bissendorf-Wietze. Museumsleiter Karl-Hans Konert hofft jetzt auf weitere Spenden von in der Wedemark lebenden Promis: Cartoonist Uli Stein steht dabei ebenso auf seiner Wunschliste wie Klaus Meine von den Scorpions. Der war das große Idol von Heinz Rudolf Kunze, als der 1988 in Meines direkte Nachbarschaft in Bissendorf-Wietze zog. Sie stammt aus dem Anfang der 90 er Jahre, „als alle versucht haben wie die Scorpions auszusehen“ erzählte Kunze schmunzelnd am Dienstagnachmittag bei der Übergabe der Lederjacke an Museumsleiter Konert und Bürgermeister Helge Zychlinski im Heimatmuseum über der Bücherei.
Den Bürgermeister hatte Konert nämlich gebeten, Kunze bezüglich einer ausgefallenen Spende zu kontaktieren und der Sänger und Schriftsteller reagierte prompt. Die ausgefallene Lederjacke ist eine exklusive Einzelanfertigung des bekannten Berliner Lederdesigners Daniel Rodan und hatte 1992 etwa 4.500 Mark gekostet. Das Foto des Sängers, das auf der Rückseite eingearbeitet ist, ist ein Pressefoto, das in Zusammenhang mit Kunzes damaligem Album „Draufgänger“ entstand. „Die Jacke ist modisch so zeitgebunden, dass man sie hier ruhig einlagern kann“, meinte der Spender. Getragen habe er sie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Statt in seinem Kleiderschrank zu versauern soll sie nun in einer Vitrine im Bissendorfer Museum ein neuer Anziehungspunkt für Museumsbesucher werden, der wie gesagt möglichst bald weitere Attraktionen folgen. Denn Museumsleiter Karl-Hans Konert ist es wichtig, auch Zeitzeugen der jüngeren Geschichte der Wedemark zur Schau zu stellen. Und in der Gemeinde wohnen viele Prominente. „Ihre Schaffenskraft kommt daher, weil Sie hier in der Wedemark leben“, zeigte sich Wedemarks neuer Bürgermeister Helge Zychlinski überzeugt. Da sei durchaus etwas dran, meinte Heinz Rudolf Kunze. Immerhin hat der 57-jährige gebürtige Espelkamper hier bereits 26 für seine berufliche Karriere wichtige Jahre verbracht, in denen er nicht nur als deutscher Schriftsteller, Rocksänger, Liedermacher und Musicaltexter beziehungsweise -übersetzer tätig war, sondern auch als Dozent der Hochschule Osnabrück. Kunze hat nämlich Germanstik und Philosophie studiert, war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und beendete sein Studium mit dem Ersten und Zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Er lehrte unter anderem auch als Dozent der Hochschule Osnabrück im Studiengang Popularmusik das Songschreiben. Nach einem Vierteljahrhundert in der Wedemark fühle er sich hier mittlerweile ganz zu Hause und unterstütze die Gemeinde und ihr Museum daher gerne, versicherte der Rockstar und Autor, den man durchaus mal in Bissendorf beim Einkaufen oder bei der Post trifft, nachdem sein letzter öffentlicher Wedemärker Auftritt die Abiturentlassungsrede als Elternvertreter vor einigen Jahren am Gymnasium Mellendorf war.