Kunze trägt sich ins Goldene Buch ein

Das Kavaliershaus bot den richtigen Rahmen für den Eintrag des Liedermachers Heinz Rudolf Kunze (rechts) in das Goldene Buch der Gemeinde Wedemark. Bürgermeister Helge Zychlinski freute sich, dass die Aktion im zweiten Anlauf über die Bühne ging. Beim Sommerfest im August hatte es nicht geklappt.

Gemeinde sammelt Unterschriften prominenter Wedemärker

Bissendorf (awi). „Nach 29 Jahren Ansässigkeit kann man allmählich anfangen, von Heimat zu sprechen“, meint Liedermacher Heinz Rudolf Kunze, als er sich im Kavaliershaus im Amtsgarten in das Goldene Buch der Gemeinde Wedemark einträgt. Und so schreibt er der Gemeinde diesen Satz auch ins Buch und versieht den Eintrag mit dem aktuellen Datum: 17. Oktober. Darüber steht nämlich unter seinem Namen ein anderes Datum. Eigentlich sollte sich der Liedermacher, Sänger und Schriftsteller aus Bissendorf-Wietze im August anlässlich des Sommerfestes der Gemeinde in das Buch eintragen, aber es war etwas dazwischen gekommen. Fritz Sennheiser war am 28. Januar 2009 der erste Wedemärker, der sich in dem dicken Wälzer mit den goldumrandeten Seiten verewigen durfte. Seitdem sind aber schon diverse Einträge dazugekommen. Heinz Rudolf Kunze lebt seit Herbst 1988 in der Wedemark. Sein Haus in Bissendorf-Wietze hat er inzwischen seinen Bedürfnissen angepasst. Die Frage, was ihn hier halte – so lange wie in der Wedemark war Kunze noch nirgends sesshaft – lässt ihn einen Moment nachdenken: „Die Region Hannover liegt günstig in Deutschland“, ist die rationale Antwort. Berlin, wo es ihn und seine Frau immer hingezogen habe, sei nicht zentral genug. Doch Heimat definiere sich für ihn nicht über Naturschönheiten, auch wenn es die hier zweifellos gebe, sondern über die Menschen. „Hier haben wir viele Freunde gefunden und Wurzeln geschlagen, einige Freunde aus dem Raum Osnabrück, wo er hergekommen sei, seien ihm sogar hinterhergezogen, erzählt Kunze. Nach seinem Eintrag ins Goldene Buch im Kavaliershaus unternimmt er noch einen Abstecher auf die andere Straßenseite: In
der ECHO-Geschäftsstelle gastiert zurzeit noch die Wede-Kuh. Die Resser Tim Piccenini und Ulrich Rauchbach schicken sie seit mehr als zwei Jahren durch die Wedemark, um Spenden für das Kinderpflegeheim zu sammeln. Künstler Ulrich Rauchbach hat die Kuh mit der Wedemark und ihren Besonderheiten bemalt, und dazu gehört auch Heinz Rudolf Kunze, der der Idee Respekt zollte.