Landespolitiker informieren sich im Wasserwerk

Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg informiert sich in großer Herrenrunde über das Thema Wasserbewirtschaftung. Foto: B. Stache
 
Kurzbesuch der Diskussionsteilnehmer in der Maschinenhalle des Wasserwerks Elze-Berkhof. Foto: B. Stache

Moderne Wasserbewirtschaftung schafft positive Umwelteffekte

Elze (st). Mitglieder der Arbeitskreise Umwelt und Landwirtschaft im Niedersächsischen Landtag haben sich zu einem Informationsbesuch im Wasserwerk Elze-Berkhof getroffen. Die Themen Trinkwassergewinnung und Maßnahmen zur Verbesserung des Grundwasserhaushaltes standen auf dem Programm. Andreas Kalix, Leiter der enercity-Wassergewinnung (Stadtwerke Hannover AG), begrüßte zu der Informationsveranstaltung unter anderem die CDU-Landtagsabgeordneten Editha Lorberg, Helmut Dammann-Tamke, Clemens Große Macke, Otto Deppmeyer, Martin Bäumer und Joachim Denecke-Jöhrens sowie Hans-Heinrich Sander (FDP). Für den Landvolk Kreisverband Hannover nahm dessen stellvertretender Geschäftsführer, Joachim Hasberg, an der Veranstaltung teil. In seinem Kurzvortrag stellte Andreas Kalix das Unternehmen enercity als regionalen Energieversorger vor, der über 130 Jahre Erfahrungen in der Wasserversorgung habe und seit 1911 mit dem Wasserwerk Elze im Fuhrberger Feld Trinkwasser fördere. Viele Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserqualität und Menge seien seither getroffen worden, beispielsweise durch das Anpflanzen von Laubbäumen für über 9 Millionen Euro. „Wir haben schon über 2500 Hektar durch Unterpflanzung von Laubbäumen in Mischwald umgewandelt und dadurch mehr und besseres Wasser erhalten“, erklärte der Leiter enercity-Wassergewinnung. Dr. Franz Antony vom Ingenieurbüro INGUS erläuterte anschließend die Machbarkeitsstudie „WASSER KLUG BEWIRTSCHAFTEN“, die sich mit der Sicherstellung einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung – Feldberegnung und Trinkwassernutzung – in den Grundwasser-Körpern der Region Nordhannover beschäftigt. Brunnenoptimierung, das Einrichten von Entnahme-Schongebieten und moderne Beregnungstechnik zur Optimierung der Feldberegnung kamen zur Sprache. Dr. Antony machte deutlich, dass „über die in der Studie vorgeschlagenen Maßnahmen in erheblichem Umfang positive Umwelteffekte hergestellt werden können“. Hierzu gehörten der Neubau leistungsstärkerer Brunnen mit elektrifizierter Entnahme (u.a. verringerte Lärmemission), die Anschaffung moderner, wassersparender Beregnungstechnik und -steuerung für die Feldberegnung, der Waldumbau von 450 Hektar Nadel- zu Laubwald sowie eine wassersparende Anpassung der landwirtschaftlichen Anbau- und Bodenbearbeitungsgeräte zur Verbesserung der Bodenstruktur. Die Umsetzung der Studie in ein 3-jähriges Projekt werde 3.758.400 Euro Kosten verursachen, hieß es. In einer kurzen Präsentation ging Cord-Hinrich Backhaus noch auf die Erweiterungspläne des Beregnungsverbandes Plumhof ein und erklärte: „Für die Landwirtschaft bedeutet die Umsetzung des Projektes eine bessere Effizienz bei der Beregnung, Arbeitseinsparung und Verringerung der Lärmbelästigung, wovon auch besonders die Bevölkerung profitiert.“ Die Zusammenfassung der Gespräche mit den Landespolitikern über die Thematik Wasserentnahme sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Umwelt, einschließlich der Finanzierung des vorgestellten Projektes „Integriertes Wassermanagement“, nahm Hans-Heinrich Lindwedel, Vorsitzender des Wasser- und Bodenverband Elze-Berkhof vor. Dieser hofft auf Unterstützung durch die politisch Verantwortlichen zur Umsetzung des Projektes: „Der heutige Termin dient uns zur Werbung. Wir wollen die Beregnung mit diesem Pilotprojekt voranbringen. Es ist klar, dass dies ein steiniger Weg ist, den wir aber gehen wollen“, so Vorsitzender Lindwedel. Die zahlreichen Diskussionen wurden in großer Sachlichkeit geführt, zumal auch die Abgeordneten an einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung interessiert sind. Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg dankte abschließend allen für ihre Beteiligung an der Gesprächsrunde und erklärte: „Die Studie ist abgeschlossen und kann nun in ein Pilotprojekt umgesetzt werden. Wichtig ist dabei, dass dieses Projekt auch für die Umwelt von Vorteil ist.“