Langjährige Feuerwehrmänner im Fokus

Rolf Hanebuth (Vierter von links) und Heinrich Klesper (rechts daneben) sind seit 60 Jahren Mitglied der Feuerwehr Mellendorf und wurden dafür geehrt. Horst-Günther Hahn (Dritter von links) wurde bei der Veranstaltung offiziell an die Altersabteilung übergeben. Den zu Ehrenden gratulierten am Sonntag Abschnittsleiter Horst Holderith (Zweiter von rechts) und sein Stellvertreter Volker Kluth (rechts) sowie Gemeindebrandmeister Maik Plischke (Dritter von rechts), Mellendorfs Ortsbrandmeister Cord Hanebuth (von

Ganz besondere Ehrungsveranstaltung für altgediente Kameraden

Mellendorf (awi). Rote Primeltöpfchen auf mit blauen Servietten geschmückten Bierzeltgarnituren – die Fahrzeughalle im Mellendorfer Feuerwehrgerätehaus war am Sonntagvormittag kaum wiederzuerkennen. Auf einer Seite die Feuerwehrkameraden mit ihren Partnern und ihre Gäste, auf der anderen der Feuerwehrmusikzug Fuhrberg, der mit flotten Klängen bis hin zum Niedersachsenlied für den passenden Rahmen für diese ganz besondere Ehrungsveranstaltung sorgte. Im Mittelpunkt standen an diesem Tag nämlich zwei Feuerwehrkameraden, die vor 60 Jahren in die Feuerwehr Mellendorf eingetreten und diese durch ihr Engagement ganz unterschiedlich, aber doch entscheidend geprägt haben: Rolf Hanebuth (79) und Heinrich Klesper (78). Sie erhielten an diesem Tag aus den Händen von Brandabschnittsleiter Horst Holderith und seinem Stellvertreter Volker Kluth das Ehrenabzeichen für langjährige Mitgliedschaft des Landesfeuerwehrverbandes. Zuvor jedoch ließ Mellendorfs Ortsbrandmeister Cord Hanebuth das Feuerwehrleben der beiden zu Ehrenden Revue passieren. Als das Saarland zur Bundesrepublik Deutschland kam, die ers-ten Wehrpflichtigen eingezogen wurden, Fidel Castro seinen Guerillakrieg begann und in Stöcken der erste VW Bulli vom Band lief, nämlich in den Jahren 1956/1957 schlossen sich Rolf Hanebuth und Heinrich Klesper der Feuerwehr Mellendorf an. Cord Hanebuth entdeckte viele Parallelen im Leben seines Vaters Rolf und dessen Freundes Heinrich Klesper. Klesper wurde in Mellendorf geboren, wuchs hier wohlbehütet auf, ging hier zur Schule und begann 1953 eine Maurerlehre in der Firma Ebeling. 1955 kam dort auch der gebürtige Langenhagener Rolf Hanebuth in die Mauererlehre und es entwickelte sich ein langer gemeinsamer Weg, der nur durch die Meisterschule unterbrochen wurde. Beide kehrten anschließend zur Firma Ebeling zurück und waren später beide Ausbilder im Zentrum der Bauindustrie bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand. Beide traten von 60 Jahren in die Feuerwehr ein, doch dort entwickelten sich ihre Karrieren unterschiedlich. Der bodenständige Heinrich Klesper war eine feste Größe im regulären Ausbildungsdienst und beim Einsatzgeschehen, gehörte als Kassierer dem Ortskommando an, engagierte sich auch bei den Schützen und ging mit seiner Frau Ilse gerne zu gesellschaftlichen und kameradschaftlichen Veranstaltungen. Als Gründungsmitglied war er ein Mann der ersten Stunde in der Altersabteilung und bei der Feuerwehr rundum als sehr netter Mensch bekannt, von dem man nie ein böses Wort zu hören bekam. Rolf Hanebuth hingegen strebte von Anfang an Führungspositionen an. Sohn Cord berichtete in seiner Laudatio auf den Vater von Funktionen im Kommando, als Schriftführer, als Gruppenführer und zunächst stellvertretender Ortsbrandmeister sowie als Ausbildungsleiter auf Gemeindeebene. 1979 übernahm er die Feuerwehr Mellendorf als Ortsbrandmeister für 15 Jahre. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Jugendfeuerwehr 1984, die Rolf Hanebuth mitinitiierte. Er war maßgeblich verantwortlich für zukunftsweisende Maßnahmen in der Feuerwehr, wie die Einführung der modernen Kommunikationstechnik, die er in den 80er Jahren vorantrieb. „Und alle, die ihn als Ortsbrandmeister erlebten, haben lernen müssen, dass unbedingt Wert auf das äußere Erscheinungsbild gelegt wurde“, erinnerte Cord Hanebuth an eine der Maximen seines Vaters. Freiwillige Feuerwehrmänner könnten nur gut funktionieren, wenn ihre Familien und Partner hinter ihnen ständen. Ilse Klesper und Margarete Hanebuth hätten das immer hundertprozentig getan, betonte der Ortsbrandmeister. Zum Ausgleich hätten die Männer sie in einige ihrer kameradschaftlichen Aktivitäten eingebunden, zum Beispiel in den Kegelclub, der Mitte der 70er Jahre gegründet worden sei. Ebenfalls gemeinsam sei beiden Jubilaren, dass man sie auch in ihrer Freizeit immer wieder bei Maurerarbeiten angetroffen habe, wusste Cord Hanebuth zu berichten, bevor Holderith beiden ihre Urkunden übergab und das goldfarbene Abzeichen aushändigte.
Die Veranstaltung zu Ehren der beiden langjährigen Mitglieder nutzte die Feuerwehr Mellendorf auch noch zu einem weiteren Anlass: der feierlichen Übergabe des bisherigen aktiven Mitglieds Horst-Günther Hahn an die Altersabteilung von Hermann Homeier. Am 24. Februar feierte Hahn seinen 63. Geburtstag und war somit „reif“ für die Altersabteilung. Seit 1973 war er in der Feuerwehr Mellendorf und hatte verschiedene Funktionen auf Gemeinde-, Kreis- und Regionsebene bekleidet. Seine beiden Leidenschaften seien der Sprechfunk und die Chemie gewesen. Letzter widemete er sich 21 Jahre lang als Gefahrgutzugführer. Diese Thematik habe er auch auf Kreis- und Regionsebene entscheidend mitgestaltet, auch in seiner Funktion als stellvertretender Regionsausbildungsleiter, berichtete Cord Hanebuth. Von seinem Gefahrgutzug sei Horst-Günther Hahn bereits verabschiedet worden, heute übergebe jetzt die Feuerwehr Mellendorf ihren Kameraden der Altersabteilung.
Gemeindebrandmeister Maik Plischke merkte bezüglich der zu Ehrenden an, nichts sei so beständig wie der Wandel. Das gelte in besonderer Weise für Rolf Hanebuth, den er selbst als Mitglied der Jugendfeuerwehr kennengelernt habe, so Plischke. Alterskameraden wie Heinrich Klesper, Rolf Hanebuth und jetzt auch Horst-Günther Hahn seien wichtig für die Feuerwehr, die einen ganz besonderen Generationenvertrag habe. „Was wir jungen Wilden von euch lernen können, ist immens wichtig. Hat mir doch mal ein Alterskamerad ganz ruhig gesagt: Feuer wird immer noch mit Wasser gelöscht. vergesst das nicht.“ Recht habe er und die Feuerwehr brauche sie alle: die jungen Wilden, die Ruhigen und die, die sich noch gut an früher erinnern könnten. Die Mellendorfer Feuerwehr sei die einzige, die ihre besonders langjährigen Mitglieder mit einer speziellen Veranstaltung ehre und auch das Zusammenbringen der Alterskameraden mit der Jugendfeuerwehr sei etwas Einmaliges, lobte Plischke, bevor sich Jubilare und Gäste ganz den von der Fleischerei Grimsehl zubereiteten leiblichen Genüssen zuwandten, begleitet von der Blasmusik der Fuhrberger.