Lernpaten für Hauptschüler begrüßt

Schulleiter Wilfried Osing (2. v. l.) und Stefan Wullenkord von den Lernpaten mit den neuen Paten Eva Bölling, Hartmut Gramann und Hartwin Diesing (r.). bei einer ersten Besprechung. Foto: A. Wiese

Schulleiter Osing freut sich: Engagierte Wedemärker wollen sich um Schüler kümmern

Mellendorf (awi). Der Aufruf war erfolgreich: Vor einigen Wochen hatten die Lernpaten engagierte Wedemärker gebeten, ihr Team zu verstärken, um neben den Grundschulen auch die Hauptschule Konrad-Adenauer-Schule in das Projekt miteinbeziehen zu können. Sechs Interessenten stehen nun bereit, mit Schülern, die Hilfe beim Lernen, vor allem aber auch in der deutschen Sprache benötigen, einige Stunden in der Woche zu arbeiten. Letzte Woche stellte Schulleiter Wilfried Osing die in Frage kommenden Schüler vor und die Lernpaten entschieden sich jeweils für einen Schüler oder eine Schülerin. Anschließend präsentierte Stefan Wullenkord vom Lernpatenprojekt drei der Paten der Presse: Hartwin Diesing aus Negenborn hat sich für einen russischen Jungen entschieden, der vor allem an seinen Deutschkenntnissen arbeiten muss. Der Ingenieur hat früher schon Nachhilfe gegeben, hat jetzt im Ruhestand Zeit und wünscht sich eine sinnvolle Beschäftigung. Da er selbst vor Jahren einige Zeit in Russland gelebt hat, fühle er sich in der Lage, einem russischen Jungen die deutsche Sprache zu vermitteln, erklärte Diesing.
Hartmut Gramann aus Bissendorf möchte dreimal in der Woche zwei Stunden mit einem Siebtklässler, ebenfalls mit Migrationshintergrund, arbeiten. „Mir fehlen die Großkinder“, gibt der ehemalige Maschinenbauingenieur offen zu und freut sich auf den Start des Projektes nach den Osterferien.
Eva Bölling aus Hellendorf ist in Rente, obwohl sie eigentlich noch tatendurstig ist. „Mich wollte mit knapp 60 Jahren keiner mehr haben“, sagt sie achselzuckend, doch fürs Nichtstun fühlt sie sich noch zu jung. Ihrer in Hannover lebenden Enkeltochter hat sie schon öfter geholfen, und bei ihr gute Erfolge erzielt. Sie will mit einem Jungen arbeiten, der sich schlecht konzentrieren kann. Probleme mit der deutschen Sprache hat er nicht, ist dafür aber sehr hibelig. „Ich habe keine Ahnung, was da auf mich zukommt“, gibt die Hellendorferin zu, freut sich aber ebenfalls darauf, dass es bald losgeht. Außerdem wollen sich Angela Klingrad aus Bissendorf-Wietze, Karin Kotucha aus Oegenbostel und Mareike Meyer aus der Wedemark in der Hauptschule ehrenamtlich engagieren, mit den Schülern in Problemfächern üben und sie bei Lernschwierigkeiten unterstützen. Auch bei der Disziplin hätten einige dieser Schüler Nachholbedarf, sagt Schulleiter Wilfried Osing. Er würde sich über weitere Lernpaten freuen. Schüler dafür gebe es genug.