LESERBRIEF

"Interessenkonflikt vorprogrammiert"
Zum Artikel „Windkraft und Brechanlage bringen Brelinger in Rage", erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:
Widerstand gegen Planung-Regionales-Raumordnungsprogramm-RROP-2015, Gebiet Wedemark 03 Brelingen-Süd zwischen Brelingen und Wiechendorf
Wir wohnen im Bereich des RROP 2015 und sind entsetzt, dass das kleine Gebiet Wedemark 03, vollständig umschlossen vom Landschaftsschutz, für Windkraftanlagen, im nachfolgenden Text kurz WKA genannt, vorgeschlagen ist. Gemäss der Bürgerbeteiligung erheben wir Einspruch gegen diese Planung. Folgende Kriterien bekräftigen dieses: Was den Naturschutz/Artenschutz betrifft, Bürgermeister Zychlinski spricht erstaunlicherweise von keinen Auffälligkeiten, ist in dem vorgesehen Gebiet doch einiges los: Wir haben bei uns am Waldesrand und auch im Bereich der Brelinger Tennisplätze Rotmilanpaare und weitere schützenswerte Greifvogelarten, die in den Wiesen der geplanten WKA ihr Jagdgebiet und im angrenzenden Waldgebiet ihre Brutstätten haben. Ausserdem haben wir am Waldesrand der Strasse Zu den Hegebergen Fledermäuse. Der Weißstorch nistet schon seit Jahren auf dem alten Schornstein der Brelinger Schnapsbrennerei Martens im Eichendamm 32 und nutzt zur Nahrunssuche die Potenzialflächen. Des Weiteren sind auch Feldgänse auf den besagten Wiesen. Das vorgesehene Gebiet ist ein Vogelzugsgebiet für Störche, Kraniche, Wildgänse und weitere Vogelsorten. Diese Tatsache allein wird durch das zeitbegrenzte Flugverbot des MFC Langenhagen vom 10. Oktober bis 15. November eines Jahres bzgl. der Vogelfluglinie bekräftigt und entbehrt damit jeglicher Grundlage für den Bau von Windkraftanlagen. Den Angriff auf Gesundheit der Bürger wird von der Gemeinde in Kauf genommen. Die WKA haben einen Schattenwurf bis zu 1400 Meter in Ost-Westausrichtung. Der Infraschall ist nach neusten Studien erst bei einer Entfernung zu WKA ab 2000 Meter eine größere, aber nicht absolute Sicherheit vor emissionsbedingten Gesundheitsschäden. Der Schall hat seine besondere Wirkung bei 290 m/h der Blattspitzen, was insbesonders den Bereich in Brelingen bei südlicher Windkomponente betrifft. Des Weiteren ist das nächtliche Blinklicht bei 200 m hohen WKA neben der Geräuschbelastung keineswegs zu akzeptieren.
Einer Entscheidung gegen 70 Meter hohe Stromtrassen wird entsprochen aber 200 Meter hohe WKA werden von der Region und der Gemeinde Wedemark jetzt in die Planung aufgenommen. Wie geht das zusammen? Der Interessenkonflikt der Gemeinde Wedemark durch die Bildung der Energiegenossenschaft Wedemark eG i.G., da die Wirtschaftlichkeit durch jeweiliges Eigeninteresse im Vordergrund steht, ist vorprogrammiert. Der Profit der Grundbesitzer, der für die WKA vorgesehenen Gebiete, scheint blind zu machen.
Wir sind für den Atomkraftausstieg und für erneuerbare Energien, wie zum Beispiel Windkraftanlagen. Dann aber bitte in entsprechend zulässigen Gegenden, die die Kriterien des Naturschutzes, der annehmbaren Abstände und alle gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen. Die Gemarkung Wedemark 03 Brelingen Süd erfüllt keine dieser Kriterien und darum lehnen wir das Gebiet für die Erstellung von WKA ab.
Volker Paulsen, Brelingen