Lichterkette der SPD zum Antikriegstag

Die Sozialdemokraten spenden 326,80 Euro für das ETTC und Flüchtlinge im Irak

Bissendorf (awi). Seit Jahren ruft die SPD Wedemark am 1. September zum Antikriegstag auf, in diesem Jahr ganz explizit zu einer Lichterkette auf dem Amtshof in Bissendorf. Der Antikriegstag erinnert seit 1957 an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Angesichts der derzeitigen massiven Krisen in der Welt, hoffte die SPD möglichst viele Menschen animieren zu können, die ein Zeichen für den Frieden setzen wollen. Außerdem sammelte sie Spenden für das vom ehemaligen hannoverschen Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg unterstützte „ETTC“, eine Organisation für humanitäre Hilfe für Flüchtlinge im Nordirak. Knapp 40 Menschen zählte die SPD-Fraktionsvorsitzende Rebecca Schamber am Montagabend vor dem Bürgerhaus.
Teils hatten die Teilnehmer selbst Kerzen mitgebracht, an die anderen verteilten die SPD-Mitglieder Teelichter. Vor der offiziellen Schweigeminute zum Gedenken der Kriegsopfer erinnerte Schamber an die Aktion Konserve im August 1939, „als Hitlerfaschisten die letzten Vorbereitungen für ihren Angriffskrieg auf Polen trafen“. Der deutsche Sicherheitsdienst der SS, der SD und die Abwehr der deutschen Wehrmacht bereiteten Grenzprovokationen bei Gleiwitz, Hochlinden und Pietschen vor, so Schamber, die beweisen sollten, dass reguläre polnische Truppen deutsches Territorium beschritten hätten. Als „Beweis“ hätten erschossene KZ-Häftlinge gedient, denen polnische Uniformen angezogen wurdne. „Damit hatte Hitler einen Anlass geschaffen“, erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende ihren Zuhörern. Der Überfall auf Polen habe mit der dreisten Hitler-Lüge begonnen: „Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen“. Damit sei der zweite Weltkrieg entfesselt gewesen.
Zum zweiten Mal habe an diesem 1. September vor 75 Jahren der deutsche Imperialismus einen Weltkrieg ausgelöst. „Über 55 Millionen Tote, Millionen Verletzte, verwüstete Länder und Armut und Elend waren das Ergebnis“, so Schamber. Selten in der Nachkriegszeit sei die Welt mit derart vielen und gefährlichen Brandherden konfrontiert wie heute. Mehr als 30 Kriege und bewaffnete Konflikte seien es derzeit weltweit. Über 2.000 Menschen hätten breits in der Ukraine ihr Leben lassen müssen. Ebenso viele Opfer seien es im Ghaza-Streifen. Das barbarische Morden im Irak, wo Kämpfer der Terrororganisation IS versuchten, einen faschistischen Gottesstaat zu errichten, habe bereits 200.000 Menschenleben gefordert. Vor 100 Jahren habe der Ers-te Weltkrieg begonnen, vor 75 Jahren der zweite. „Der heutige Tag hat nicht an Bedeutung verloren, sondern ist aktueller denn je ein Tag der Erinnerung und der Mahnung“, mahnte Schamber und rief zur Schweigeminute auf. Freuen konnte sie sich am nächsten Tag über das Ergebnis der Sammlung für die Flüchtlinge im Irak: „Die SPD Wedemark wird an das ETTC 326,80 Euro überweisen. Dieser Betrag setzt sich aus Spenden an dem Abend, des SPD-Ortsvereins, der SPD-Ratsfraktion und der Bundestagsabgeordneten Caren Marks zusammen.“Der SPD-Unterbezirk der Region hatte die Initiative des hannoverschen Ex-Oberbürger-
meisters Herbert Schmalstieg, aus Hannover humanitäre Hilfe für die Christen, Jesiden und andere Flüchtlinge im Irak zu organisieren, ausdrücklich begrüßt.