Lions übergeben Spenden-Rekordsumme

Lions-Präsident Ludger Selker (vorne Mitte mit roter Krawatte) und weitere Vertreter des Lions Clubs mit den Delegierten der verschiedenen begüns-tigten Einrichtungen und Institutionen beim Neujahrsempfang der Lions am Mittwochabend in der Schule Unter den Eichen. Foto: A. Wiese

14.000 Euro für soziale Zwecke an zehn verschiedene Institutionen

Wedemark (awi). 14.000 Euro, das ist eine beeindruckend hohe Spendensumme. Die Mitglieder des Lions Club Wedemark haben sie im vergangenen Jahr mit diversen Aktivitäten erwirtschaftet und am Mittwochabend bei ihrem Neujahrsempfang an verschiedene Vereine und Institutionen verteilt.
Catering auf Konzerten und bei Aufführungen, Lions-Kino zum Beispiel in der Halle der Spedition Ebeling, Glühweinausschank beim Bissendorfer Weihnachtsmarkt und vor allem der Verkauf des Adventskalenders – die Liste der Aktivitäten der Lions in der Wedemark ist lang und ließe sich noch fortsetzen, doch entscheidend ist das, was unter dem Strich dabei herausgekommen ist. 14.000 Euro – das ist die höchste Summe der vergangenen Jahre, betonte Lions-Präsident Ludger Selker. 14.000 Euro – das sei der Schnitt der Spendensumme, die Lions Clubs in Deutschland jährlich erwirtschafteten, aber die meisten hätten doppelt so viele Mitglieder wie die 20 Kopf starken Wedemärker, stellte Lions Distriktgovernor Lutz Voss, der extra aus Einbeck in die Wedemark gekommen war, fest. Ausdrücklich betonte Selker, dass diesmal nicht nur Einrichtungen mit Kindern und Jugendlichen aus der Wedemark berücksichtigt würden, sondern auch die Flüchtlinge unterstützt würden, und zwar zielgerichtet in Form von Sprachkursen und Sprachkompetenzen. „Sprachkompetenz ist für die Integration in der Gesellschaft unverzichtbar“, so Selker.
Alle Spendenempfänger stellten ihre Einrichtung kurz vor und berichteten, wie sie das Geld verwenden würden. Hausherr Maike Rohde, Leiterin der Schule Unter den Eichen, erklärte, dass das Geld wie bereits in den Vorjahren in das Projekt Voltigiergruppe fließen werde. Drei der siebenköpfigen Voltigiergruppen sind so gut, dass sie jetzt gemeinsam mit Nichtbehinderten beim Turnier antreten und „ganz normal“ gewertet werden. Außerdem bereitet sich das Schulteam auf den Landesentscheid der Special Olympics und die Special Olympics selbst im nächsten Jahr vor. „Das ist forcierte Inklusion“, so Maike Rohde, „und die macht da Sinn, wo es passt.“
1.000 Euro erhält das Kinderpflegeheim in Mellendorf. Wiebe von Badewitz nahm die Spende strahlend entgegen und berichtete vom Projekt Mobilität. Aufgrund von Spenden habe das Kinderpflegeheim seinen Traum vom eigenen Kleinbus verwirklichen können. Die Spende der Lions werde in eine Ferienfreizeit in Otterndorf fließen, wohin einige Kinder aus dem Heim mit dem neuen Bus fahren werden. Und auch das therapeutische Reiten werde weiter fortgeführt werden. „Wir wollen unsere Bewohner so mobil wie möglich machen“, betonte Wiebe von Badewitz.
2.000 Euro bekommt der Kinderschutzbund. Elke Barsch, Gaby Vorholt und Brigitte Wichert erhielten den Scheck und berichteten von ihrer Kooperation mit der Grundschule Mellendorf. Dort birngen die Damen vom Kinderschutzbund Flüchtlingskindern Deutsch bei. Täglich hängen sie nach dem regulären Unterricht eine Stunde dran. Sie finanzieren für diese und natürlich auch andere bedürftige Kinder Schwimmkurse im Sommer und geben den Flüchtlingsfamilien Zuschüsse für den Haushalt und
Kidnerbedarf. „Auch Fußballschuhe haben wir schon gekauft“, berichtete Elke Barsch. Zwei Schülern der Förderschule Lernen finanziert der Kinderschutzbund das ganze Jahr über ein Mittagessen und auch Zehnerkarten fürs Schwimmbad sind Highlights für die Kinder aus dem Betreuungsprogramm des Kinderschutzbundes.
Peter Mütze freute sich als Vorsitzender des CVJM Bissendorf über 1.000 Euro und berichtete, dass sein Chor davon die hauptamtliche Chorleiterin mitfinanzieren werde. Außerdem gebe es seit zwei Jahren ein Theaterprojekt beim CVJM, das dieses Jahr mit völlig neuer Besetzung fortgesetzt werden soll. „Da können wir diese Finanzspritze super gebrauchen“, versicherte Peter Mütze.
Mit 1.500 Euro bedachten die Lions den Fonds Wedemärker für Wedemärker. Jürgen Auhagen von der Gemeinde vertritt den Fonds und ist eigentlich Dauergast bei den Lions. 11.400 Euro habe der Fonds im vergangenen Jahr an unverschuldet in Not geratene Wedemärker ausgeschüttet. Einnahmen hatte er in Höhe von 4.400 Euro. Von der Lions-Spende werden viele Wedemärker profitieren, die es sehr gut gebrauchen können“, freute sich Jürgen Auhagen.
Gutscheine für Schulbedarf im Wert von 1.000 Euro erhielt Ellen Bruns von der Gemeindejugendpflege. Aber auch in Materialien für Bewerbungen für ältere Jugendliche soll investiert werden, berichtete Ellen Bruns zusammen mit
Christin Liebzeit und Alina Mestmäcker vom Fachbereich Jugend der Region Hannover.
Für das Projekt Klasse 2000 stellen die Lions erneut 1.000 Euro in der Wedemark zur Verfügung.
Der Interkulturelle Treff erhält für sein Projekt, Flüchtlingen Deutschunterricht zu erteilen 1.500 Euro. Ernst Pobloth vom IKT war es dabei sehr wichtig, zu betonen, dass der Unterricht ehrenamtlich erteilt wird. Der IKT sei vor zehn Jahren aus einer Bürgerinitiative heraus entstanden. Die Gruppe habe begonnen sich um Zuwandererkinder zu kümmern und dabei festgestellt, dass die Situation der Flüchtlingseltern noch viel schwieriger sei, was das Erlernen der deutschen Sprache betreffe. Der IKT arbeitet eng mit dem Präventionsrat der Gemeinde zusammen, für den Julia Weber ebenfalls 1.500 Euro von den Lions erhielt. Pobloth erklärte, wer mit Sprache umgehe, wisse, dass zur Sprache auch Kultur gehöre. Wer nur vor kopierten Blättern an einem Tisch sitze, habe es schwer, diese Sprache zu erlernen. „Wir machen ohnehin sehr viel vor, weil wir weder arabisch noch eine andere Sprache sprechen“, so Pobloth. „Und es gibt kein Lehrbuch, für das, was wir hier tun“, betonte der ehrenamtlich Engagierte. Der IKT werde daher das Geld auch dafür einsetzen, mit seinen Sprachschülern etwas zu unternehmen und ihnen Sprache durch Handlung zu vermitteln. Das könne die Besichtigung einer Stadt mit mitteralterlichen Wurzeln wie Celle oder eine andere kulturelle Aktivitäten sein. Wichtig sei es, auch den Frauen speziell etwas anbieten zu können.
1.500 Euro übergab Selker auch an das Institut für soziales Lernen mit Tieren. Ingrid Stephan berichtete von einem neuen Projekt, bei dem sie mit Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen und ihren Familien in Abstimmung mit der Militärseelsorge zusammenarbeitet. Und sie erzählte von dem neuen Esel, der von der Spende im letzten Jahr angeschafft wurde.