„Liquiditätsmanagement mehr als ein Fremdwort“

Carsten Niemann (links) und Bürgermeister Tjark Bartels freuten sich über Cristof Reiser (2. v. l.) und Ralf Sudmann als Referenten von der Deutschen Bank beim Wirtschaftsforum der Gemeinde. Foto: L. Irrgang
 
„Es gibt keine Kreditklemme“. Das Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank, Cristof Reiser sprach auf dem diesjährigen Wirtschaftsforum.

Mitglied der Geschäftleitung der Deutschen Bank spricht beim Wirtschaftsforum

Bissendorf (ig). Der Zuspruch zeige, „dass man mit dem Thema den Nerv der Zeit getroffen habe“, machte der Wirtschaftsförderer der Gemeinde, Carsten Niemann angesichts des sehr gut gefüllten Bürgersaales deutlich. „Wir haben ein wichtiges Thema gewählt“, zog Niemann Bilanz, denn mehr als 130 waren zum diesjährigen Wirtschaftsforum gekommen. Bürgermeister Tjark Bartels dankte Niemann und sämtlichen Helfern für die sehr gute Organisation des Wirtschaftsforums. Bartels freute sich über zahlreiche Vertreter aus Verbänden, Politik und Wirtschaft unter den Gästen. Auch die Gemeinde Wedemark betrachte vieles aus unternehmerischer Sicht, „denn es geht auch darum, wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Als Referenten konnten die Organisatoren mit Cristof Reiser ein Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank begrüßen. Dieser ging in seinem Vortrag„Liquiditätsmanagement-mehr als ein Fremdwort“ auch auf die Sorgen und Ängste gerade vieler Mittelständler ein. „Alles wird gut“, versprach Reiser, zwar sei die Wirtschaft im letzten Jahr um 5,2 % geschrumpft, aber nun sei das Tal durchschritten, die Wirtschaftskrise so gut wie überwunden. Dies liege beispielsweise an der schnellen Reaktion der Politik und an der Stabilisierung der Finanzmärkte. „Wir bekommen das zusammen wieder in den Griff, die Weltwirtschaft wird wieder zulegen, wir glauben über 4 Prozent.“ Reiser machte aber auch deutlich, dass die EU-Länder hierbei nur ein Wachstum von etwa 1,1 Prozent aufweisen werden. „Da sehen wir die neue Zeit, die neuen Länder werden stärker wachsen.“ Reiser nannte hier China, Indien und Lateinamerika. Zudem erteilte Reiser einer Inflation in absehbarer Zeit eine Absage. „Wir glauben nicht an ein Inflationsszenario.“ Zu verzeichnen sei vielmehr eine verbesserte Stimmung, „es geht wieder aufwärts“, ein Drittel der Unternehmen möchte wieder mehr investieren. Das hierbei bei den Banken zur Finanzierung von Investitionen keine Kreditklemme bestehe, betonte Reiser mehrfach. „Für die Kreditklemme gibt es aber keine einheitliche Definition.“ Generell gäbe es für die Banken den Spagat zwischen der Kreditversorgung der Kunden und der Vorsicht vor Kreditausfällen andererseits. „Aber eine Kreditklemme haben wir nicht“, so Reiser, dies sei beispielsweise auch die Antwort der Bundesbank und zahlreicher Verbände auf die Frage. „Insbesondere für den Mittelstand haben wir keine Klemme.“ Was man vielfach gehört habe, „waren mehr Befürchtungen als Aussagen.“ Reiser räumte jedoch ein, dass die Banken die Konditionen verschärft hätten, „und dazu stehen wir Banken auch, aber ein Rückschluss auf eine Kreditklemme ist nicht erkennbar.“ Es gäbe „viel Geschrei, aber dies entspricht nicht der Realität.“ Gerade die Deutsche Bank habe ihr Kreditvolumen erheblich ausgedehnt, „denn wir fühlen uns dem Mittelstand sehr verbunden.“ Was für den Menschen die Luft zum Atmen, sei die Liquidität für die Existenz des Unternehmens. Hierfür gab Reiser in seinem Vortrag zahlreiche Tipps, etwa ein Vertrauensverhältnis zwischen Bank und Unternehmer. „Je besser ihre Bank Sie kennt, umso eher findet sie die geeignete Finanzierung für Ihr Unternehmen.“ Vertrauen sei ein wichtiger Baustein in der Beziehung zwischen Unternehmer und Bank. Denn auch die Banken seien auf ihre Kunden angewiesen.