Lorberg hospitiert beim Ristorante Italiano

Einen Abend lang lieferte die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg gemeinsam mit Ünal Gürcin (ganz rechts) Pizzen aus. Ali Gürcin (ganz links), der den seit zwölf Jahren in Mellendorf ansässigen Familienbetrieb leitet, und seine sieben Geschwister stammen ursprünglich aus der Türkei. Foto: T. Holland (Foto: Foto: T. Holland)

Landtagsabgeordnete erhält Einblick in die Hintergründe des Familienbetriebs

Mellendorf (th).Wer am vergangenen Freitagabend den Lieferservice des Ristorante Italiano in Mellendorf in Anspruch nahm, erlebte an seiner Haustür eine kleine Überraschung: Statt des üblichen Pizzalieferanten brachte die Landtagsabgeordnete der CDU, Editha Lorberg, den Kunden ihre Pizzen. Einen Abend lang hospitierte Editha Lorberg nämlich in dem italienischen Restaurant, um mehr über die Geschichte und die Hintergründe des Familienbetriebes zu erfahren. Jedes Jahr verbringt die Landtagsabgeordnete einen Arbeitstag in ausgesuchten Betrieben. So erhalte sie direkte Einblicke in den Arbeitsalltag und die Probleme der Betriebe ihres Wahlkreises. „Diese Eindrücke sind sehr von Vorteil in den Ausschüssen, da man sich so viel besser um die jeweiligen Probleme kümmern kann.“ Den Freitag davor habe sie beispielsweise eine Nachtschicht der Garbsener Polizei mitgemacht und dabei viel Interessantes über die Tätigkeit erfahren. Nun fiel die Wahl auf das Ristorante Italiano in Mellendorf. Neben der Annehmlichkeit des leckeren Essens war vor allem Lorbergs Fachgebiet Integration ausschlaggebend für die Entscheidung, denn gegründet wurde das Lokal vor bald zwölf Jahren von der aus der Türkei stammenden Familie Gürcin. In mittlerweile zweiter Generation führt Ali Gürcin den Familienbetrieb, gemeinsam mit seinen sieben Geschwistern. Doch als Chef sieht er sich nur ungern: „Wir sind alle gleichberechtigt, jeder hat halt seine Aufgabe.“ Sein Bruder Ünal, der für die Auslieferung der Gerichte zuständig ist, wurde nun einen Abend lang von Editha Lorberg unterstützt.
„Bei diesen Fahrten unterhält man sich natürlich und erfährt so viel Interessantes über die Geschichte des Betriebs und vor allem der Familie“, verrät sie. Unter anderem, wie es dazu kam, dass die Familie Gürcin ein italienisches und nicht ein türkisches
Restaurant eröffneten: „Wir hatten viel mehr Ahnung von italienischer Küche, als von türkischer“, erklärt Ali Gürcin die Entscheidung, denn als Schüler habe er in einem italienischen Restaurant gearbeitet und dabei auch Erfahrungen im Pizzabacken sammeln können.
Für die Landtagsabgeordnete stellte die Hospitation in dem Familienbetrieb eine interessante Erfahrung dar, sei sie doch ein Mus-terbeispiel für gelungene Integration in Niedersachsen. Denn trotz der türkischen Wurzeln und der italienischen Küche fühlen sich Ali Gürcin und seine Geschwister „vor allem als Deutsche!“.